Anwendungsbereich 2: Faschismus – Nationalsozialismus – Kommunismus 47 Appeasement Politik Dies widersprach den Bestimmungen des Versailler Vertrags. Der Völkerbund verurteilte den Vertragsbuch. Das Deutsche Reich war jedoch bereits kurz nach Hitlers Machtergreifung aus dem Völkerbund ausgeschieden. Frankreich und besonders Großbritannien unter Premierminister Chamberlain begannen nun mit Appeasement-Politik (= Beschwichtigungspolitik). Zugeständnisse sollten Hitler dazu bringen, sich an Vereinbarungen zu halten, und damit den Frieden sichern. Eroberungspolitik Anfangs tarnte Hitler seine Eroberungspolitik als „Heimholung der Deutschen ins Großdeutsche Reich“. Mit Österreich machte er 1938 den Anfang. Mexiko war im März 1938 das einzige Land, das vor dem Völkerbund offiziellen Protest gegen den gewaltsamen „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich einlegte. Wenige Monate später forderte Hitler das Selbstbestimmungsrecht für die Sudetendeutschen (= deutschsprachige Minderheit in der Tschechoslowakei). Die tschechoslowakische Regierung lehnte das ab. Der drohende Krieg konnte durch das Münchner Abkommen (29. September 1938) noch einmal verhindert werden: Politiker Großbritanniens, Frankreichs und Italiens stimmten der deutschen Besetzung des Sudetenlandes zu. Im März 1939 marschierten deutsche Truppen in die restliche Tschechoslowakei ein. Die AppeasementPolitik Großbritanniens und Frankreichs war gescheitert, das Münchner Abkommen gebrochen. Hitler Stalin Pakt Als Hitler von Polen eine Landverbindung nach Ostpreußen forderte, erhielt Polen eine britisch-französische Garantieerklärung zur Hilfe in jeder Form. Hitler schloss im August 1939 mit Stalin den deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag (Hitler-Stalin-Pakt). In einem geheimen Zusatzprotokoll teilten sie sich Polen. 1919 1939 Kriegsausbruch Am 1. September 1939 griffen deutsche Truppen Polen (S.48) an. Hitler glaubte, dass Großbritannien und Frankreich ihre Appeasement-Politik fortsetzen und wieder nachgeben würden. M5 Appeasement Politik: Chamberlain: „Vergesst nicht … noch ein Lolly und dann geht ihr alle heim!“ (Dr. Seuss – Theodor Seuss Geisel (1904–1991), Political Cartoons, USA, 13.8.1941) M6 Hitler: „Der Dreck der Erde, glaube ich.“ Stalin: „Der blutige Mörder der Arbeiterklasse, vermute ich.“ (Karikatur, David Low (1891–1963), Evening Standard, New York, 20.9.1939) 1 Interpretiere die Karikatur M1. Vergleiche ihre Aussage mit dem Schulbuchtext. (HMK III) 2 Erläutere, wie Hitler in M2 seinen Wunsch nach Frieden begründet. (HMK II) 3 Vergleiche M3 mit M2. Überprüfe, wie der Zeichner Hitlers Wunsch nach Frieden einschätzt. (HMK III) 4 Analysiere M4. Erkläre die Feindbilder, auf die das Plakat Bezug nimmt. (PMK II) 5 Beurteile mithilfe der Entstehungsdaten von M1 und M3, ob die politische Entwicklung im Deutschen Reich absehbar war. (HFK III) 6 Beschreibe M5. Erkläre, was mit „Lolly“ gemeint ist. Erläutere, was man unter „Appeasement-Politik“ versteht. Bewerte die Erfolgschancen einer derartigen Vorgangsweise. (PMK III) 7 Begründe den Unterschied zwischen der Körperhaltung Hitlers und Stalins und ihren Worten (M6). Finde mithilfe des Schulbuchtextes heraus, für welches Land der Tote am Boden steht. (PMK II) 8 Erstelle eine Tabelle mit Hitlers außenpolitischen Aktionen in den Jahren 1938 und 1939. (HSK II) 9 Recherchiere, wie es den Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg erging. (HFK II) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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