Zeitbilder 4, Schulbuch

62 Feindlichkeit gegen jüdische Menschen, Roma und Sinti M3 Racists brains are the smallest. (Illustration 2023) Von der „Rassenlehre“ zum Rassismus Die „Rassenlehre“ und ihre Folgen Diese Lehre sagte, dass die „weiße Rasse“ besser und überlegen sei. Daher glaubten europäische Mächte im 19. Jh. das Recht zu haben, afrikanische und asiatische Völker zu unterwerfen und Kolonien zu errichten. Auch die Nationalsozialisten gingen von der Überlegenheit der „arischen“ als der wertvollsten aller Rassen aus. Ihre „Rassenpolitik“ führte zur Vernichtung verschiedener Bevölkerungsgruppen und zum Völkermord an der jüdischen Bevölkerung Europas (S. 64). Rassismus Die Lehre von den „Menschenrassen“ ist wissenschaftlich längst widerlegt. Leider gibt es bis heute Menschen und politische Gruppen, die manchen Menschen- und Volksgruppen angeborene negative Eigenschaften zuschreiben. Rassistische Menschen sind überzeugt, selbst mehr wert zu sein als zB Menschen mit einer anderen Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Daher halten sie es auch für berechtigt, wenn Menschen benachteiligt, ausgeschlossen und sogar getötet werden. Antisemitismus Jüdinnen und Juden Sie lebten im Römischen Reich als religiöse Minderheit. Da sie an ihrem Glauben, ihren Sitten und Bräuchen festhielten und sich nicht mit anderen Völkern vermischten, waren sie Außenseiter. Im Mittelalter durften sie weder Grund erwerben noch ein Handwerk ausüben. Christen und Christinnen hingegen war es verboten, Geld gegen Zinsen zu verleihen. Daher wurden viele Juden und Jüdinnen Händler oder Geldverleiher, bei denen sich Christen und Christinnen verschuldeten. Bei Naturkatastrophen, Missernten oder Seuchen (zB Pest) machten christliche Menschen immer wieder die jüdische Bevölkerung dafür verantwortlich. Sie wurde auch als Mörder kleiner Kinder und Brunnenvergifter verleumdet und verfolgt. Immer wieder kam es in ganz Europa aus religiösen und wirtschaftlichen Gründen zur Vertreibung von Judengemeinden. In der Zeit der Aufklärung besserten sich die Lebensumstände der jüdischen Menschen. Kaiser Joseph II. erlaubte ihnen in der Habsburgermonarchie, Schulen zu besuchen und ein Handwerk auszuüben. Die völlige rechtliche Gleichstellung bekam die jüdische Bevölkerung erst mit der Verfassung von 1867. Im 19. Jh. wurden manche von ihnen einflussreiche Unternehmer, Bankiers und angesehene Wissenschaftler und Künstler. Antisemitismus nahm jedoch zu und wurde nun „rassisch“ begründet (S. 64). M1 Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948 Q Art. 1 Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen. Art. 2 Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand. (nach: un.org) M2 Plakat zur Wanderausstellung „Der ewige Jude“ (Wien, 1938) Roma und Sinti Sie stammen aus Indien. Die Namen bezeichnen ihren aktuellen Wohnort. Sinti leben seit Ende des Mittelalters in West- und Mitteleuropa, Roma in Süd- und Osteuropa. Alle sprechen Romanes, das sich aus dem Altindischen entwickelt hat. Die Bezeichnung Roma / Rom bedeutet Mensch, Sinti bezeichnet die indische Herkunft dieses Volkes. afrikanisch europäisch asiatisch rassistisch Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==