Anwendungsbereich 3: Shoah und Genozid 67 M3 Mahnmal Am Spiegelgrund, einer Jugendfürsorgeanstalt der Stadt Wien: Hier wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ca. 800 Kinder und Jugendliche ermordet. (Foto 2008) 1 Beurteile die Botschaften, die M1 und M2 vermitteln. (PUK III) 2 Beschreibe die Mahnmale M3 und M6. Erkläre, wofür die vielen einzelnen Lichterstäbe bzw. Grabsteine stehen. Vergleiche die Arten der Erinnerung an die Getöteten. (HMK II) 3 Analysiere M4. Stelle fest, was das Kind besonders belastet hat. (HMK II) 4 Fasst M5 zusammen. Diskutiert, was die Mutter hätte tun können, um ihr Kind zu retten. (HFK III) 5 Untersuche die Begriffe der Tätersprache auf S. 64 bis 67, indem du ihnen ihre wahre Bedeutung gegenüberstellst. (HOK III) M6 „Euthanasie“Mahnmal „Himmelstreppe“ aus Grabsteinen in Mauer Öhling, Niederösterreich (Künstler: Florian Nährer, 2019) M4 Leopoldine Maier erinnert sich an ihre Zeit am Spiegelgrund. O Manchmal träume ich jetzt noch davon. Ganz los kriegt man das nicht. Von diesem Steinboden, von diesem kalten Bett mit der Matratze ohne Leintuch und von dieser Angst, ob ich jetzt eingenässt habe oder nicht, und welche Strafe dann kommen wird, knien, stehen auf einem Bein, stundenlang, und wenn man natürlich geweint hat, war das eine Strafverschärfung, dann musste man noch irgendeine Sache durchstehen. Irgendwie laufen, im Kreis laufen und auf, nieder, Liegestütz, alles in einem dünnen Hemdchen. Ich habe das Glück gehabt, ich habe überlebt, aber ich bin überzeugt, es haben nicht alle überlebt. Man hat auch keinen Kontakt gehabt zu anderen Kindern, das war überhaupt untersagt. Man durfte auch nicht reden mit anderen Kindern, das war so. Man war wirklich nur auf sich allein gestellt und mit seinen Ängsten ganz allein. Das ist natürlich für ein Kind schlimm. Und der Begriff „unwertes Leben“, das ist mir immer noch im Ohr. Das ist immer noch ein Schild über meinem Leben, wo darauf steht: Also du hast eigentlich gar kein Recht zu leben. (nach: Interview mit Leopoldine Maier, gedenkstättesteinhof.at ) M5 Elisabeth, ein Opfer der „Kindereuthanasie“ Q An Frau Elisabeth Slezak In Beantwortung Ihres Schreibens vom 17.11.1942 wird mitgeteilt, dass im Befinden Ihres Töchterchens Elisabeth eine weitere Verschlimmerung eingetreten ist. Es ist jetzt eine Lungenentzündung hinzugekommen. Bei dem schlechten Allgemeinbefinden des Kindes muss mit dem Ableben gerechnet werden. Hochachtungsvoll, Der Abteilungsarzt: Dr. Heinrich Gross (nach: gmunden.at) 1933 1945 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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