Zeitbilder 4, Schulbuch

Anwendungsbereich 3: Shoah und Genozid 69 M4 Nürnberger Prozesse: die Hauptangeklagten, u.a. Hermann Göring*, Rudolf Heß und Joachim von Ribbentrop, auf der Anklagebank (Foto 1946) M6 Verbotsgesetz 1945 Q Alle Personen mit dem ordentlichen Wohnsitz oder dem dauernden Aufenthalt im Gebiet der Republik Österreich, die zwischen dem 1. Juli 1933 und dem 27.April 1945 der NSDAP oder einem ihrer Wehrverbände (SA, SS, NSKK und NSFK) angehört haben, ferner alle Parteianwärter und Personen, die sich in die SS beworben haben, werden in besonderen Listen verzeichnet. (nach: ris.bka.gv.at/) in Deutschland und Österreich versuchten, sich als schuldlos oder als Mitläuferin* oder Mitläufer* darzustellen. 1946 wurde das Nationalsozialistengesetz für Österreich verabschiedet. Damit sollten die Täterinnen und Täter für ihre Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden. Man unterschied dabei zwischen so genannten Belasteten, Minderbelasteten und Nicht-Belasteten. Minderbelastete waren ab 1949 wieder wahlberechtigt. Nürnberger Prozesse Der erste und einzige Prozess vor dem Internationalen Militärgerichtshof wurde von November 1945 bis Oktober 1946 in Nürnberg gegen die Hauptkriegsverbrecher geführt. Dieser urteilte über Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen gegen den Frieden. 1946 gab es zwölf Todesurteile, sieben langjährige oder lebenslange Haftstrafen und drei Freisprüche. Alle weiteren Prozesse fanden vor US-amerikanischen Militärgerichten statt. M5 Abschlusserklärung der Angeklagten beim ersten Nürnberger Prozess Q Göring sagte: „Ich habe den Krieg nicht gewollt, ich habe niemals den Befehl zu einem Mord gegeben, das deutsche Volk ist unschuldig.“ Heß sagte, dass er nichts bereue. Ribbentrop bedaure die Misserfolge seiner Außenpolitik. Doch nicht er, sondern andere haben die Entscheidung gefällt. Baldur von Schirach beschwört die Richter, dazu beizutragen, dass die Welt das wahre Gesicht der deutschen Jugend erkenne und für die junge Generation in der ganzen Welt eine Atmosphäre gegenseitiger Achtung, die frei vom Geiste des Hasses und der Rache ist, zu schaffen. Seyß-Inquart hatte die Kühnheit, seinen Glauben an Hitler zu betonen. Er erklärte: „Ich diente ihm und bin nicht fähig, heute auszurufen: ‚Kreuzigt ihn!‘, wenn ich gestern Hosiannah rief.“ (nach: Vorarlberger Nachrichten, 3.9.1946) 1 Interpretiere die Flüsterwitze M1. Beurteile die Härte der Strafen. (HOK III) 2 Recherchiere zu den Prozessen gegen Ilse Koch. Beurteile mithilfe von M2 die Gerichtsurteile. (PUK III) 3 Beschreibe die Situation und die Menschen in M3. Bewerte das Verhalten der Zusehenden. Formuliere Gedanken, die den jüdischen Männern durch den Kopf gegangen sein könnten. (HFK III) 4 Begründe die Erstellung der Listen (M6). Erkläre, zu welchem Zweck sie dienen. Finde heraus, was die Abkürzungen bedeuten. (HSK II) 5 Analysiere und interpretiere M4. Achte auf Körperhaltung und Gesichtsausdruck der Angeklagten. Recherchiere, wie die Urteile lauteten. Stelle anhand von M5 fest, wer sich vom Nationalsozialismus distanziert und wer nicht. Erläutere die Erklärung von Seyß-Inquart. (HMK III) 6 Diskutiert in der Klasse, ob die Verhängung von Todesstrafen in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg noch zeitgemäß war. (PUK III) 1933 2005 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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