79 Wir trainieren Methoden Rom und Romni erzählen M1 Janos Horvath (geb. 1940) über das Leben als Rom O Kannst du mir erzählen, wie das Leben der Roma früher war? Es war sehr arm, so arm, dass wir zu den Bauern, zu den alten Bauern gegangen sind, um zu betteln, denn damals haben sie uns noch was gegeben, ein wenig Brot oder ein wenig Milch oder ein paar Kartoffeln oder irgendwas. So haben wir gelebt. Als meine Mutter noch gelebt hat, hat sie zu mir gesagt, dass mein Vater Geschirr repariert hat. Er hat Schüsseln repariert. Wenn sie ein Loch hatten, hat er das im Dorf repariert. Und auch Regenschirme hat er repariert. (nach: roma-service.at/Mri-Historija/web/Mri-Historija_Janos-Horvath.pdf) M2 Anton Papai (geb. 1928) über seine „Verhaftung“ O Und 1939 in Niederösterreich kam die SA? Für mich war das merkwürdig, weil ich doch schon zwölf Jahre alt war. Die Lehrerin hat sich von uns verabschiedet, von mir, meinem Bruder und der Schwester. Das habe ich dann daheim erzählt. Es war seltsam, weil sie das davor nie getan hatte. Sie hat schon gewusst, dass wir wegkommen. Aber gesagt hat sie nichts. Ja, und in der Nacht sind sie dann gekommen, und „ho ruck, gemma!“, und weg waren wir. Lackenbach war praktisch ein Sammellager, von dort sind die großen Transporte nach Auschwitz und Łódz gefahren. (nach: roma-service.at/Mri-Historija/web/Mri-Historija_Anton-Papai.pdf) ´ M3 Margarethe Baranyai (geb. 1947) über das Leben als Romni nach 1945 O Wie war für dich das Leben nach dem Krieg? Du bist ja 1947 geboren. Also, mir ist es nicht gut gegangen als Kind. Überall, wo wir hingekommen sind, sind wir beschimpft worden: „Zigeuner, Zigeuner …“. Geschmissen haben sie auf uns mit Steinen. Wir sind überall beschimpft worden. Wenn wir nur einkaufen gegangen sind, sind wir schon beschimpft worden. Und oft haben sie uns geschlagen. Wenn wir einkaufen gegangen sind, das war die Hölle. Wir haben Angst gehabt, dass wir wieder beschimpft werden. Es war nicht gut, es war nicht gut. Und wenn ich sie gefragt habe, warum sie immer schimpfen: „Ja, ihr seid ja Zigeuner!“ Das war die Antwort. Wir haben als Kinder da nichts Gutes erlebt. (nach: roma-service.at/Mri-Historija/web/Mri-Historija_Margarethe-Baranyai.pdf) 1940 1941 1942 1945 1946 1949 1991 1994 1995 2014 seit 2014 seit 2022 Wannseekonferenz Kriegsende Jugoslawienkriege Genozid in Bosnien Genozid an den Tutsi Genozid an den Jesiden Menschenrechtsverletzungen an den Uiguren russische Kriegsverbrechen in der Ukraine Reduktion des „Euthanasie“- Programms Nürnberger Prozesse Mitverantwortung Ö an NS Ö: Nationalfonds für Opfer des NS KZ Auschwitz 1 Analysiere und interpretiere M1 bis M3 nach der Methode auf S. 66. (HMK I, HMK II, HMK III) Fasse die Ausschnitte aus den Interviews zusammen. Rekonstruiere die Ereignisse, die hier erzählt werden. Überprüfe, ob die Geschichte tatsächlich so stattgefunden haben kann. Recherchiere auf der Seite www.roma-service.at/ Mri-Historija zu weiteren Geschichten. 2 Vergleiche M1 bis M3. Nenne Gemeinsamkeiten und Unterschiede. (HMK II) 3 Erstelle eine PowerPointPräsentation über das Leben der Rom und Romni mithilfe der Ausschnitte aus den Interviews und dem Schulbuchtext auf S. 63. (HOK III) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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