Zeitbilder 4, Schulbuch

80 Wir trainieren Kompetenzen Verfolgung im Nationalsozialismus M1 Mein Orden Q Wollt man das Hakenkreuz mir reichen, ich stieß es mit Entsetzen weg, und deute auf mein Ehrenzeichen, als Ritter von dem gelben Fleck. Schon unser Ahnherr hat’s getragen, mit seinem Herzblut voll durchtränkt, auch lasset Euch von den Müttern sagen: den gelben Fleck gab’s nie geschenkt. Kein Bonze konnt’ ihn je erwerben, nicht Günstlingen ward er zuteil, man durfte seinetwegen sterben, doch für Verrat war er nicht feil. Mögt ihr zwar weinend auf ihn schauen, sei doch ein Leuchten in dem Blick; Ihr Männer all und all ihr Frauen, zu Helden wählt euch das Geschick. Grell zeigt er der Barbaren Tücke und tut dem Aug’ der Menschheit weh, bis endlich doch der Welt zum Glücke die „Neue Ordnung“ einst ersteh. Die Ordnung, die den Sieg des Bösen niemals gefördert und gewollt … Sie wird von euch dies Zeichen lösen, dem ihr so viele Tränen zollt! (nach: M. Jacobson, 1941 veröffentlicht in einer New Yorker deutschen Zeitung, zitiert von Josepha von Koskull, LeMO Zeitzeugin: J. Koskull) M3 Gauleiter Tobias Portschy zur „Lösung der dringlichen Zigeunerfrage“ Q Die bisher bei der Bekämpfung der Zigeunerplage gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse lassen es angezeigt erscheinen, die Regelung der Zigeunerfrage aus dem Wesen dieser Rasse heraus in Angriff zu nehmen. Erfahrungsgemäß haben die Mischlinge den größten Anteil an der Kriminalität der Zigeuner. Andererseits hat es sich gezeigt, dass die Versuche, die Zigeuner sesshaft zu machen, gerade bei den rassereinen Zigeunern infolge ihres starken Wandertriebes misslungen sind. Es hat sich deshalb als notwendig erwiesen, bei der Lösung der Zigeunerfrage die rassereinen Zigeuner und die Mischlinge gesondert zu behandeln. Zur Erreichung des Zieles ist es zunächst erforderlich, die Rassenzugehörigkeit der im Reich lebenden Zigeuner und nach Zigeunerart umherziehenden Personen festzustellen. (nach: Der Landbote, 24.12.1938) 1 Interpretiere M1. Erläutere, welche positiven Eigenschaften die Autorin dem Judenstern („gelber Fleck“) zuschreibt. Erkläre, was sie erhofft. Bewerte ihre Sichtweise. (HMK III) 2 Analysiere M3. Erläutere, welche wissenschaftlich falsche Theorie diesem Artikel zugrunde liegt. Nenne die Vorurteile, die der Text weitergibt. Begründe, warum es den Nationalsozialisten so wichtig war, die Daten aller Roma und Sinti zu erfassen. (HMK II) NS-Propaganda M2 Vergleich der täglichen Lebenshaltungskosten für einen „Erbkranken“ und für eine „erbgesunde“ Familie: Diese Propaganda wurde in der NS-Zeit zu Schulungszwecken verbreitet. (aus der Dia-Serie „Blut und Boden”, 1936) 3 Formuliere die Botschaft, die die Nationalsozialisten mit dem Bild M2 vermittelten, ohne sie direkt auszusprechen. Erläutere mithilfe des Schulbuchtextes auf S.66 und S.67 den Hintergrund dieses Vorhabens. (PMK III) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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