Zeitbilder 4, Schulbuch

92 Sozialstaat und Wohlfahrtsstaat M1 Studienbeitrag Q An öffentlichen Universitäten (ausgenommen an der Universität für Weiterbildung Krems) sowie an den Pädagogischen Hochschulen ist ein Studienbeitrag in Höhe von 363,36 Euro pro Semester zu entrichten, sofern die vorgesehene Studienzeit gemäß des Curriculums um mehr als zwei Semester (Toleranzzeit) überschritten wird. (nach: bmbwf.gv.at/) M3 Arbeitszeitverkürzung (Karikatur, Leopold Maurer, 7.2.2023) Sozialstaat Ein reiches Land Österreich ist heute eines der wohlhabendsten und sozialsten Länder der Welt. Die meisten Familien in Österreich haben genügend Wohnraum, einen Kühlschrank, Fernseher, elektronische Geräte wie Handy oder Computer und ein Auto. Viele Menschen können sich Urlaubsreisen leisten. Die meisten Jugendlichen bekommen regelmäßig Taschengeld. Ausbau des Sozialstaats Ein Sozialversicherungsgesetz bietet seit 1956 fast allen Österreicherinnen und Österreichern eine Kranken , Unfall , Pensions und Arbeitslosenversicherung. Neue Sozialleistungen wurden unter Kanzler Kreisky (S. 86) eingeführt, zB Gratisschulbücher, Schülerfreifahrt und Geburtenbeihilfe. Studiengebühren wurden abgeschafft, im Jahr 2013 für bestimmte Personengruppen wieder eingeführt. 1993 wurde das Pflegegeld für pflegebedürftige Personen eingeführt. Arbeitsrecht 1974 wurde die betriebliche Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Betriebsrat) erweitert. Ein Jahr später wurde die 40 Stunden Woche eingeführt. Viele Kollektivverträge sehen jedoch bereits eine verkürzte Normalarbeitszeit (zB 38,5 Wochenstunden) vor. Für die Verteilung der Wochenarbeitszeit auf die einzelnen Arbeitstage gibt es zahlreiche Ausnahmen. M2 Krankenversicherung Q In Österreich sind rund 99,9% der Bevölkerung in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, selbstversichert oder als Angehörige mitversichert. Diese Versicherten haben Anspruch auf die gesetzlich verankerten Sach- und Geldleistungen. Darüber hinaus gibt es karitative Einrichtungen, die unbürokratisch und kostenlos medizinische Versorgung für nicht krankenversicherte Personen anbieten. (nach: oesterreich.gv.at) M4 Durchschnittliche Taschengeldhöhe pro Monat 2020 (durchblicker.at, Statista 2025) ¤ 16,91 ¤ 34,46 ¤ 63,37 ¤ 14,00 ¤ 0,00 ¤ 20,00 ¤ 40,00 ¤ 60,00 ¤ 80,00 0 bis 4 Jahre 5 bis 9 Jahre 10 bis 14 Jahre 15 bis 18 Jahre Monatliche Taschengeldhöhe in Österreich nach Alter 2020 Sozialstaat und Wohlfahrtsstaat Ein Sozialstaat sorgt für die soziale Versorgung der Menschen: Seine Sozialpolitik soll bei Notlagen infolge von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Pflegebedürftigkeit helfen, aber auch Familien unterstützen. Im Wohlfahrtsstaat gehen die Unterstützungen noch weiter: Dieser sichert und unterstützt mit öffentlichen Einrichtungen und Hilfsangeboten. Hier trägt der Staat sehr viel Verantwortung für die Menschen, die Bereitschaft zu Eigenvorsorge und Selbsthilfe kann dadurch aber sinken. Dafür entsteht „sozialer Fortschritt“ durch Solidarität mit Menschen, die Hilfe benötigen. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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