Anwendungsbereich 5: Soziale Ungleichheiten und Strategien zu deren Überwindung 93 heute Wohlfahrtsstaat Urlaub und Elternkarenz Der jährliche Urlaubsanspruch stieg von zwei Wochen im Jahr 1965 auf mindestens fünf Wochen seit 1986. Seit 1960 können Frauen nach der Geburt Karenz in Anspruch nehmen und erhalten dafür das Karenzgeld. Seit 1990 können auch Männer in Karenz gehen. Derzeit (2025) beträgt die maximale Karenzdauer zwei Jahre, wenn beide Elternteile in Karenz gehen. Solidarität Der Staat bemüht sich um soziale Gerechtigkeit. Er will verhindern, dass Menschen in die Armut abrutschen, wenn sie arbeitsunfähig oder arbeitslos werden. 2024 waren laut Statistik Austria fast 1,6 Mio. Menschen, also 16,9 % der österreichischen Bevölkerung, armutsgefährdet: Heizung, Essen oder Miete stellten sie vor finanzielle Probleme. Besonders gefährdet sind Menschen mit chronischen Erkrankungen, Langzeitarbeitslose, ältere Frauen, Kinder und Alleinerzieherinnen. Arbeitslosigkeit Viele Industriestaaten haben durch Wirtschaftskrisen oder veränderte Anforderungen Probleme mit hoher Arbeitslosigkeit. In Industrien und Verwaltung gingen auch in Österreich tausende Arbeitsplätze verloren. Neue qualifizierte Arbeitsplätze (= Arbeitsplätze, für die man eine besondere Ausbildung braucht) entstehen im Bereich der neuen Technologien. Stark zugenommen hat Teilzeitarbeit. Ältere Menschen sowie schlecht ausgebildete Jugendliche sind besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen. M5 Equal Pension Day (Städtebund 2025) Tage 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 26. Juli 2015 27. Juli 2016 27. Juli 2017 28. Juli 2018 29. Juli 2019 30. Juli 2020 1. August 2021 3. August 2022 4. August 2023 6. August 2024 M6 Rentenperspektive (= Aussicht darauf, wann man in Pension gehen kann) (Karikatur, Harm Bengen, 2010) Pensionen Frauen erhalten im Durchschnitt weniger Pension als Männer. Sie arbeiten wegen Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen häufiger in Teilzeit. Zudem ergreifen Frauen häufiger Berufe mit einem niedrigeren Lohnniveau. Um das zumindest teilweise auszugleichen, können Eltern für die Jahre der Kindererziehung Pensionssplitting vereinbaren. Dabei gibt der erwerbstätige Elternteil einen Teil der Pensionsgutschriften, die er in dieser Zeit erhalten hat, an den anderen, der wegen der Kinder zu Hause bleibt, weiter. Diese Möglichkeit wird aber kaum in Anspruch genommen. Es gibt immer mehr Pensionistinnen und Pensionisten im Verhältnis zu Erwerbstätigen. Damit wird mittel und langfristig die Finanzierung der Pensionen zum Problem. 1 Erkläre M1. Finde die Bedeutung von Wörtern, die du nicht kennst, heraus. Beurteile, ob es gerecht ist, dass länger studierende Menschen bezahlen müssen. (PSK III) 2 Fasse M2 in eigenen Worten zusammen. Recherchiere, welche Angebote es für nicht krankenversicherte Menschen gibt, zu einer medizinischen Betreuung zu kommen. (PSK II) 3 Erläutere, was „sozialer Fortschritt“ ist. (PSK II) 4 Interpretiere M3. Versetze dich in die Lage von Berufstätigen im Jahr 1825: Beschreibe einen Arbeitstag in deinem Leben. (HFK III) 5 Werte M4 aus. Benenne das durchschnittliche Taschengeld. Beurteile, ob ein Kind unter vier Jahren Taschengeld braucht. Erstellt in der Klasse eine Statistik, wofür ihr euer Taschengeld ausgebt. (PHK II) 6 Beurteile, ob Gratisschulbücher sinnvoll sind oder ob es Schulbücher zum Ausborgen geben sollte. (PSK III) 7 Werte M5 aus. Recherchiere, wann der Equal Pension Day seit 2024 war. Berechne, um wie viele Tage sich das Ergebnis in den letzten zehn Jahren verbessert hat und wann der 31. Dezember, also Gleichstand, erreicht ist, wenn die Entwicklung so weiter geht. (PHK II) 8 Interpretiere M6. Begründe mithilfe des Schulbuchtextes die Sorge des Zeichners. (PMK III) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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