Zeitbilder 4, Schulbuch

96 Aktuelle Probleme in Österreich M1 Teuerung bekämpfen Q Im besten Sozialstaat der Welt muss das Leben für alle leistbar sein. Wohnen muss billiger werden: Die Mieterinnen und Mieter werden durch die Mietteuerungen stark zur Kasse gebeten. Auf der anderen Seite sprudeln die Einnahmen der Immobilienbranche. Angebote für Wohnhilfen sind extrem wichtig, ersetzen aber die Wohnpolitik nicht. Daher: Mietdeckel und zusätzlich Sofort-Hilfe für Mieterinnen und Mieter. Lebensmittelpreise müssen sinken: Bei vielen Lebensmitteln, auch günstigen, gibt es große Preisschübe, etwa Öl, Mehl und Zucker. Wir fordern eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel – das würde Haushalte mit geringen Einkommen spürbar entlasten. Sie profitieren von einer Umsatzsteuer-Senkung mehr als doppelt so stark wie Besserverdienende. Die Energiekosten explodieren – deswegen fordert die AK ein Wärmepaket für Haushalte. Es muss in Österreich einen Energiekostendeckel für Gas und Fernwärme geben, um Haushalte zu entlasten. Das trägt auch dazu bei, die Energiepreise zu reduzieren und die Inflation zu dämpfen. Um das Wärmepaket zu finanzieren, müssen die Energiekonzerne, die derzeit Übergewinne in Milliardenhöhe machen, auch etwas beitragen – in Form einer Übergewinnsteuer. AK und ÖGB haben dazu bereits ein Modell ausgearbeitet. (nach: arbeiterkammer.at) M2 Umfrage zu den wichtigsten Problemen der Österreicherinnen und Österreicher (European Commission, Gallup-Institut, 2024 Statista 2025) 37 % 24 % 22 % 16 % 14 % 12 % 10 % 9 % 9 % 9 % 8 % 7 % 7 % 4 % 3 % 2 % steigende Preise / Inflation / Lebenshaltungskosten Einwanderung wirtschaftliche Lage Umwelt und Klimawandel Staatsverschuldung die internationale Lage Gesundheit Kriminalität Bildungssystem Energieversorgung Arbeitslosigkeit Pensionen Wohnungsbau / Wohnungsbeschaffung Terrorismus Steuern Sonstiges 0% 5% 10% 15% 20%25%30%35%40% Wirtschaftliche Probleme Steigende Preise, hohe Lebenshaltungskosten, neue Zölle Eine Analyse des Momentum Instituts zeigt, dass das Leben in Österreich im Jahr 2024 im Vergleich zum Jahr 2019 um 5 500 Euro pro Person teurer geworden ist. Gründe dafür sind steigende Kosten für Lebensmittel, Wohnen und Energie, Restaurantbesuche oder Hotelaufenthalte, Treibstoff sowie Gesundheit, Freizeit oder Bildung. 2025 werden vor allem Wohnen, Energie und Verkehr noch teurer, da staatliche Unterstützungen wie die Strompreisbremse oder der Klimabonus wegfallen. Außerdem liefert Russland seit Ende 2024 kein Erdgas mehr an Österreich. Dadurch werden die Preise für Erdgas sehr wahrscheinlich steigen. Auch die Stromnetzkosten werden teurer, da die Netzbetreiber das Stromnetz modernisieren und ausbauen müssen. Die Mieten werden ebenso erhöht. Die Preise für Lebensmittel steigen stark an. Laut einer Erhebung der Arbeiterkammer wurden die Preise für die 40 billigsten Lebensmittel seit 2021 um 53 % erhöht. Die USA führten in einem Zollabkommen mit der EU 2025 mindestens 15 % ige Zölle auf fast alle Waren aus der EU ein, für Aluminiumprodukte und Stahl sind es zB 50 %. Gegenmaßnahmen setzt die EU derzeit aus (Stand September 2025). Zölle verteuern Produkte, die Nachfrage sinkt. M3 Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und den USA 2010–2023 in Mrd. Euro (European Parliament, Eurostat 2025) 500 Mrd. EUR 400 Mrd. EUR 300 Mrd. EUR 200 Mrd. EUR 100 Mrd. EUR 0 Mrd. EUR -100 Mrd. EUR Ausfuhren von EU-Waren in die USA Einfuhren von US-Waren in die EU EU-Handelsbilanz für Waren Verkauf von EU-Dienstleistungen in den USA Verkauf von US-Dienstleistungen in der EU EU-Handelsbilanz für Dienstleistungen Waren Dienstleistungen 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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