98 M10 „Vererbung“ der Bildung (AK, Statistik Austria 2021) 33% 46% 14% 7% 8% 59% 17% 16% 6% 19% 42% 33% 4% 16% 23% 57% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Pflichtschule Bildung der Eltern: Lehre/BMS Höhere Schule (AHS/BHS) Hochschule/ Akademie Pflichtschule Lehre/BMS Höhere Schule (AHS/BHS) Hochschule/ Akademie Eigene Bildung nach Bildung der Eltern M7 Werte und Orientierungskurs Q Tag 1: Deutschlernen, Bildung und Arbeitsmarkt, Sprache als Schlüssel zur Integration, Bildungswege und Bildungschancen, Arbeitsmarkt und Jobsuche Tag 2: freiwilliges Engagement und kulturelle Aspekte des Zusammenlebens, Kultur, Traditionen und Umgangsformen, Sensibilisierung für Formen des Antisemitismus Tag 3: Verfassungswerte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung und Frauenrechte, Freiheiten, Rechte und Pflichten (nach: integrationsfonds.at) M8 Integration durch Sport (Foto 2020) Soziale Probleme Migration und Integration Im Jänner 2025 lag der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung in Österreich bei 20,2 %, das waren ca. 1,9 Mio. Menschen. Als Ausländerinnen und Ausländer gelten Personen mit Hauptwohnsitz in Österreich, die nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. Die meisten sind Deutsche, gefolgt von Rumänen und Türken. Die Zuwanderung von Flüchtlingen bzw. Asylsuchenden ist herausfordernd. Im Jahr 2024 war Syrien das wichtigste Herkunftsland der Geflüchteten, gefolgt von Afghanistan und der Türkei. Asyl wurde nur etwa einem Viertel der Asylsuchenden gewährt. Aus der Arbeitslosenquote oder dem Bildungsstand lässt sich ableiten, ob Integration funktioniert. Von Bedeutung ist auch, wie die Bevölkerung Integration wahrnimmt: Bei einer 2024 durchgeführten Umfrage bewerten über 60 % das Zusammenleben zwischen Österreicherinnen und Österreichern und Zugewanderten als schlecht. Bildung Obwohl das österreichische Bildungssystem weltweit zu einem der teuersten gehört, ist es wenig erfolgreich. Die brennendsten Probleme und Herausforderungen sind: zu wenige Lehrkräfte, überarbeitete Direktionen, Platzmangel an vielen Schulen, nicht ausreichend Kindergartenplätze, Integration von nicht Deutsch sprechenden Schülerinnen und Schülern. In Österreich ist „Bildungsaufstieg“ schwierig. Das Ziel ist „Bildungsgerechtigkeit“: Maßnahmen in der Schule sollen die unterschiedliche Förderung und die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten im Elternhaus ausgleichen. M9 Warum Ayla in der Schule immer besonders eifrig war O Meine Familie stammt aus Afghanistan. Ich habe noch zwei Schwestern. Als die Taliban an die Macht kamen, war es meinem Vater klar, dass die Situation für Frauen und Mädchen sehr schlecht werden würde. Denn sie erlauben Mädchen nicht, in die Schule zu gehen. Daher beschloss er, mit uns allen die Heimat zu verlassen, denn er wollte ein freies und selbstbestimmtes Leben für seine Töchter. Zunächst waren wir im Iran, doch da wir illegal im Land lebten, konnten wir dort wieder nicht in die Schule gehen und mussten dauernd Angst haben, erwischt und zurückgeschickt zu werden. Also zogen wir weiter, allerdings ohne meine älteste Schwester, die einen Iraner geheiratet hat und im Iran geblieben ist. Die Flucht war sehr anstrengend. Fast zwei Jahre waren wir unterwegs, bis wir in Österreich ankamen. Ich bin meinem Vater unendlich dankbar, dass er das für uns auf sich genommen hat. Er hat hier wieder Arbeit gefunden, aber sie entspricht nicht seiner Ausbildung. Daher bin ich es ihm schuldig, dass ich mich ganz besonders bemühe, eine gute Schülerin und später Studentin zu sein. Ich bin dankbar, hier in die Schule gehen zu dürfen. (Oral History, Interview mit Ayla, 2023) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==