17 zu den Schulbuchseiten 42 bis 45 M7 Bund Deutscher Mädel: Jungmädel basteln Spielzeug. (Foto 1942) M5 Jungmädchen im Bund Deutscher Mädel (BDM) – Jutta Schneider erinnert sich 2011. O Ich war zehn Jahre alt und musste in die Hitlerjugend eintreten. Dafür brauchte ich eine Jungmädchenkluft. Meine Mutter hatte nicht so viel Geld, um eine zu kaufen. Ohne Kluft durfte ich nicht hingehen. Aber hingehen musste ich, weil die Mutter sonst bestraft wurde. Alle Kinder in Deutschland bekamen so eine Uniform. Die das bestimmt hatten, dachten sicherlich in weiser Voraussicht daran, dass die Kinder mal sehr durcheinandergewirbelt würden. Dann wusste man gleich, wohin sie gehören. Jeden Mittwoch ging ich zum Dienst, und wenn ein Mädchen nicht kam, mussten alle antreten und zu dem Haus marschieren, in dem die Schwänzende wohnte. Die Grete schwänzte immer. Ihre Mutter wollte nicht, dass die Tochter da hingeht. Die Führerin wurde ganz böse und sagte, dass sie die Grete anzeigen werde. Von da ab schwänzte sie nie mehr. Dabei war es oft ganz lustig bei ihnen. Wir lernten neue Lieder, mussten aber auch viel auswendig lernen. Parteiprogrammpunkte oder den ganzen Lebenslauf von unserem Führer Adolf Hitler. Den mussten wir vor- und rückwärts kennen. Sein Geburtstag war äußerst wichtig, denn da traf sich die ganze Hitlerjugend Deutschlands und sang und sang und Reden wurden gehalten und Volkstänze getanzt. Nur Kuchen und Saft gab es nicht wie auf einem richtigen Geburtstag. (nach: Jutta Schneider (geb. 1927) aus Reisbach: Biografie-Wettbewerb Was für ein Leben!, dhm.de) M6 Aus einem Schreiben Heinrich Himmlers vom Jänner 1942 Q Alle Rädelsführer, und zwar Rädelsführer männlicher und weiblicher Art, unter den Lehrern diejenigen, die feindlich eingestellt sind und die Swing-Jugend unterstützen, sind in ein Konzentrationslager einzuweisen. Dort muss die Jugend zunächst einmal Prügel bekommen und dann in schärfster Form exerzieren und zur Arbeit angehalten werden, irgendein Arbeitslager oder Jugendlager halte ich bei diesen Burschen und bei diesen nichtsnutzigen Mädchen für verfehlt. Die Mädchen sind zur Arbeit im Weben und im Sommer zur Landarbeit anzuhalten. Der Aufenthalt im Konzentrationslager für diese Jugend muss ein längerer, zwei bis drei Jahre, sein. Es muss klar sein, dass sie nie wieder studieren dürfen. Bei den Eltern ist nachzuforschen, wie weit sie das unterstützt haben. Haben sie es unterstützt, sind sie ebenfalls in ein Konzentrationslager zu verbringen und das Vermögen ist einzuziehen. (nach: Bundesarchiv Koblenz, NS 19/neu 219, Bl. 71f.) 1 Beschreibe mithilfe des Schulbuchs auf S.33 und M1 bis M4 den Weg eines „gleichgeschalteten“ Deutschen. Nimm Stellung, wie sich dieses System auf dein Leben auswirken würde. (PMK I, PUK III) 2 Höre dir in der österreichischen Mediathek (https://www.mediathek.at) die Rede Hitlers „Ansprache an die Jugend“ von 1939 an. Erkläre, wie diese auf dich wirkt. (PMK II) 3 Interpretiere M5 und M7. Stelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede fest. (HMK III) 4 Vergleiche M3 und M5. Begründe, warum Grete die Treffen beim BDM nicht mehr schwänzte. (HMK II) 5 Kläre dir unbekannte Begriffe in M6. Begründe das brutale Vorgehen der Nationalsozialisten gegen Jugendliche, die nicht ihren Vorstellungen entsprachen. Beurteile die Sprache des Textes. (PUK III) Faschismus – Nationalsozialismus – Kommunismus Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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