31 zu den Schulbuchseiten 70 und 71 Genozid an den Uiguren M1 Unabhängiger Bericht spricht von chinesischem Genozid an Uiguren Q Die Experten aus den Bereichen Menschenrechte, Kriegsverbrechen und internationales Recht kommen zu dem Schluss, dass Peking „die staatliche Verantwortung für den anhaltenden Genozid gegen die Uiguren trägt und gegen die Genozidkonvention verstößt“. Zitiert werden unter anderem Aussagen von hochrangigen Regierungsmitgliedern wie Staatschef Xi Jinping aus dem Jahr 2014, als Peking den „Volkskrieg gegen Terror“ in Xinjiang ausrief. Damals war davon die Rede, „jeden zusammenzutreiben, der zusammengetrieben werden soll“, und die Uiguren „vollkommen auszulöschen, ihre Wurzeln und Äste zu zerstören“. Um das zu erreichen, wurden Han-Chinesen zur Kontrolle von Uiguren in die Region umgesiedelt, Frauen im gebärfähigen Alter sterilisiert und Männer im zeugungsfähigen Alter interniert. Laut Schätzungen wurden bis zu zwei Millionen Uiguren und Angehörige anderer muslimischer Minderheiten in Internierungslager gebracht. Ehemalige Häftlinge erzählten in mehreren Berichten, dass es dort zu Folter, sexueller Gewalt und Gehirnwäsche kommt. Für den Bericht untersuchten die Experten alle verfügbaren Dokumente seit dem Jahr 2013, als die autonome Uigurenregion Xinjiang die ersten Berichte veröffentlichte. So wurden öffentliche chinesische Statements, durchgesickerte staatliche Berichte und Aussagen von Augenzeugen analysiert. Zudem bedienten sich die Experten offen zugänglicher Forschungsmethoden wie SatellitenbildAnalysen, Informationen aus dem chinesischen Internet und anderer Quellen. China weist die Vorwürfe zurück und verteidigt die Lager als wichtige Zentren, um religiösen Extremismus und Terrorismus zu bekämpfen. Erst am Sonntag sagte Außenminister Wang Yi, dass die Vorwürfe eines Genozids in Xinjiang „nicht absurder sein könnten“. In einer ihrer letzten Amtshandlungen sprach die US-Regierung von Donald Trump noch am 19. Jänner offiziell von Genozid, das niederländische und das kanadische Parlament folgten mit ähnlichen Erklärungen im Februar. (nach: derstandard.at, 9.3.2021) M2 Uiguren in China D Die muslimischen Uiguren leben in Zentralasien. Etwa 90% (10 Mio. Menschen) wohnen in der chinesischen Provinz Xinjiang als eine der größten Minderheiten Chinas. Die meisten sind arm, obwohl Xinjiang reich an Bodenschätzen und Baumwolle ist. China siedelt dort gezielt Chinesen aus anderen Landesteilen an. Uigurische Separatisten versuchen sich mit Anschlägen gegen die Unterdrückung ihrer Kultur und Religion zu wehren. Daher wirft die chinesische Regierung den Uiguren Terrorismus und Separatismus vor. In Umerziehungslagern, die China als Berufsbildungseinrichtungen bezeichnet, werden tausende Uiguren festgehalten. Sie müssen Zwangsarbeit in der Textilindustrie, Herstellung von Handys oder Autozulieferung leisten. Die freie Religionsausübung ist ihnen nicht gestattet. Religiöse Symbole und Babynamen sind verboten. (nach: at.galileo.tv, 20.6.2023) M3 Demonstration vor einem General-MotorsWerk in Detroit, USA (Foto 22.4.2023) 1 Erläutere mithilfe von M1 die Vorwürfe zum Genozid an den Uiguren. Arbeite die chinesische Rechtfertigung für das Vorgehen gegen die Uiguren heraus. (PUK II) 2 Fasse M2 zusammen. Analysiere M3. Arbeite die Forderungen der Demonstrierenden heraus. Erkläre deren Anliegen mithilfe von M2. (HMK II, PUK II) Von Rassismus, Völkermord und Erinnerungskulturen Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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