37 Jüdische Kinder in Österreich vor und nach der Shoah M5 Das Dreidelspiel Wir spielen beim Dreidel um Süßigkeiten oder kleine Spielsachen. Alle legen ihren Spieleinsatz (zB drei Schokomünzen) in die Mitte. Meistens beginnt der oder die Jüngste, den Kreisel zu drehen. Der Buchstabe, der schließlich oben steht, zeigt, was getan werden muss: „Nun“ bedeutet „nichts“, also aussetzen. „Gimel“ bedeutet „gut“ oder „ganz“, das bedeutet Glück und den Gewinn von allem, was in der Mitte liegt. „He“ bedeutet „halb“, also den Gewinn der Hälfte dessen, was in der Mitte liegt. „Schin“ oder „Pe“ bedeutet „schlecht“, der Spieler oder die Spielerin muss ein oder zwei weitere zB Schokomünzen in die Mitte legen. Dann kommt der nächste Spieler oder die nächste Spielerin an die Reihe. Wer keinen Spieleinsatz mehr hat, scheidet aus. M1 Vera Adams, geb. 1929 in Innsbruck als Vera Schwarz, kommt mit einem Kindertransport nach England. Sie erzählt über ihr Leben in Innsbruck. O Ich kann mich nicht an viel erinnern, wahrscheinlich, weil so viel passiert ist, aber ich hatte eine schöne Kindheit. Mein Vater hat mir aber nicht viel erzählt, er war sehr verbittert. Wir hatten eine Köchin und ein Kindermädchen. Zum Geburtstag durfte ich wählen, was ich essen wollte. Ich habe immer Faschiertes ausgesucht, denn ich wollte kein Fleisch essen, das wie Fleisch aussieht. Schnitzel und Faschiertes war hier gut. (nach: Interview mit Vera Adams auf erinnern at, 2010) M4 Dreidel 1 Analysiere M1, M2 und M3. Arbeite heraus, wie sich die Lebensbedingungen für jüdische Kinder geändert haben. Recherchiere weitere Schicksale zB auf der Website https://www.alte-neue-heimat.at/. (HMK II) 2 Recherchiere, zu welcher Gelegenheit jüdische Kinder das Dreidelspiel spielen. Erstelle mithilfe von M4 und M5 eine Bastelanleitung für den Dreidel. Dann könnt ihr das Spiel ausprobieren. (HSK II) M2 Ruth, die Tochter österreichischer jüdischer Eltern, die im März 1938 nach Manila (Philippinen) emigriert waren, kehrt 1959 allein nach Wien zurück, um hier die Schule zu besuchen. O Mit 15 Jahren schickten mich meine Eltern ins Internat nach Wien. Ich musste nun meine Familie in Manila verlassen und in Wien eine neue Heimat finden, die eigentlich die Heimat meiner Eltern gewesen war. Da ich bisher in die amerikanische Schule gegangen war, sprach ich kaum Deutsch. Ich wollte ja die Sprache meiner Freunde sprechen. In Wien lernte ich nun Deutsch und versuchte, in der jüdischen Gemeinde Fuß zu fassen. Das war schwierig, da ich zu diesem Zeitpunkt kein Hebräisch konnte und auch nicht jüdisch religiös erzogen worden war. Religion hat aber für mich viel mit Gemeinschaft zu tun. Religiöse Feste ohne Gemeinschaft zu feiern, ist nicht schön. (nach: Interview mit Ruth Steiner am 3.8.2023) M3 Bar- bzw. Bat-Mitzwah-Club der israelitischen Kultusgemeinde Wien Q Erlebe eine unvergessliche Zeit mit alten und neuen Freunden. Der Bar- und Bat-Mitzwah-Club steckt voller Überraschungen! Komm und erfahre mehr über dich, über deine Familie, dein Erwachsenwerden, deine Vergangenheit und Zukunft! Erfahre, wie cool und vielseitig Jüdischsein ist, lerne neue Seiten der Traditionen kennen und bewege etwas in deiner Gemeinde. (nach: ikg-wien.at) Zweite Republik und Gesellschaft in Österreich Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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