Zeitbilder 4, Arbeitsheft

56 zu den Schulbuchseiten 142 und 143 Arm sein in Österreich M1 Armut heißt: erwerbslos, alleinerziehend, working poor, zugewandert Q Arm ist nicht nur, wer in Pappschachteln am Bahnhof übernachten oder die Tage auf Parkbänken verbringen muss, sondern arm ist, wer am Alltagsleben nicht teilnehmen kann. Die Statistik spricht von Armut und sozialer Ausgrenzung, wenn geringes Einkommen auch mit Einschränkungen in zentralen Lebensbereichen verbunden ist. Als Einkommensarmutsschwelle werden 60% des Median-Pro-Kopf-Haushaltseinkommens definiert: Das sind derzeit 1661 Euro für einen Einpersonenhaushalt (EU-SILC 2024, Stand 2025). Die meisten Einkommen armer Menschen liegen allerdings weit unter dieser Schwelle, so haben rund 300000 Menschen nicht mehr als 600 Euro zur Verfügung. Einschränkung in zentralen Lebensbereichen heißt: Die Betroffenen können abgetragene Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warmhalten, geschweige denn unerwartete Ausgaben tätigen. Außerdem sind arme Menschen häufiger krank und leben oft in überbelegten, feuchten, schimmligen Wohnungen, weil beispielsweise das Geld für eine Wohnraumsanierung fehlt. (nach: armutskonferenz.at) M2 Jedes fünfte Kind ist arm! Q In Österreich sind etwa 325000 Kinder und Jugendliche (20%) armuts- und ausgrenzungsgefährdet: Das ist jedes 5. Kind. Besonders häufig betroffen sind Kinder und Jugendliche in Haushalten mit mehr als drei Kindern, in Ein-Eltern-Haushalten oder in Haushalten ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Einmal arm – immer arm? Armut macht krank – und zwar von Beginn an: Arme Kinder haben bei ihrer Geburt ein geringes Geburtsgewicht, sind häufiger in Unfälle verwickelt, klagen öfter über Bauch- oder Kopfschmerzen. Bildung gilt als Möglichkeit, aus der Armut auszubrechen. Aber: Nachhilfeunterricht, Förderkurse und Unterstützung bei Legasthenie können sich fast die Hälfte aller armutsgefährdeten Haushalte nicht leisten. All das wird von Kindern und Jugendlichen erlebt und gefühlt. Und es hat Auswirkungen auf ihre Zukunft. Kinderarmut geht uns alle an! Kein Kind in Österreich darf in Armut aufwachsen. Jedem Kind und Jugendlichen die besten Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe. (nach: volkshilfe.at) 1 Liste Stichwörter zum Thema „Wann ist man arm?“ auf. (PUK I) 2 Gestaltet mit euren Antworten ein Plakat für die Klasse. Diskutiert eure Antworten in der Klasse. (PHK III) 3 Lies M1 und M2. Unterstreiche Begriffe und Redewendungen, die du nicht kennst. Nimm das Österreichische Wörterbuch zu Hilfe und besprich deine Fragen zum Textverständnis in der Klasse. Formuliere im Anschluss deine Meinung zu diesem Inhalt in mindestens fünf Sätzen. (PUK II) 4 Diskutiert in der Klasse, welche Gruppen von Menschen in Österreich besonders armutsgefährdet sind. (PUK III) 5 Entwickle Ideen, was du gegen Armut in Österreich tun kannst. (PHK III) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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