7 zu den Schulbuchseiten 10 bis 15 1 Fasse M1 in eigenen Worten schriftlich zusammen. Beschreibe M2 und M3. (HMK I) 2 Beschreibe, analysiere und interpretiere M2 und M3. Welche Personen sind abgebildet? Was machen sie? Wo befinden sie sich? Vergleiche die Aussagen der beiden Abbildungen. (HMK I, HMK II, HMK III) 3 Fasse M4 in eigenen Worten schriftlich zusammen. (HMK I) 4 Die acht Frauen, die 1919 in die Nationalversammlung gewählt wurden, waren Anna Boschek, Emmy Freundlich, Adelheid Popp, Therese Schlesinger, Gabriele Proft, Amalie Seidl, Marie Tusch und Hildegard Burjan. Wähle eine der Frauen aus. Recherchiere über ihr Leben und ihre Verdienste. Verfasse ein Porträt. Stelle „deine“ Abgeordnete der Klasse vor. (HFK III) 5 Gestaltet gemeinsam eine Wandzeitung, auf der ihr eure Porträts über die weiblichen Abgeordneten aus dem Jahr 1919 vorstellt. (PHK III) M4 Frauen dürfen endlich wählen. D Am 12. November 1918 wurde nach dem Zusammenbruch der Habsburger-Monarchie die „Republik Deutschösterreich“ ausgerufen. Der neue Staat musste nun unter den schwierigen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen nach dem Ersten Weltkrieg aufgebaut werden. In den ersten Gesetzen traf die Provisorische Nationalversammlung grundsätzliche Entscheidungen für das demokratische System Österreichs. Ohne weitere Komplikationen und Schwierigkeiten brachte Staatskanzler Karl Renner am 12. November 1918 im Staatsrat das „allgemeine, gleiche, direkte und geheime Stimmrecht aller Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechts“ durch. Das Frauenwahlrecht war damit endlich erreicht und gehörte zu den frühesten in Europa. Am 18. Dezember 1918 wurde die genaue Wahlordnung beschlossen. Das Wahlalter wurde auf 20 Jahre festgelegt, das passive Wahlrecht erlangten Personen mit 29 Jahren. Frauen waren nun zu einem entscheidenden und noch unbekannten Faktor in der Politik geworden. Als eine Folge des Kriegs stellten sie mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten. Die Parteien konnten ihr Wahlverhalten noch nicht einschätzen. Die Plakate und Flugzettel zeigen erstmals das Werben der Parteien speziell um die Frauen als neue Wählerschicht. Die Wahlkampfthemen für Frauen reduzierten sich dabei fast ausschließlich auf das Wohlergehen der Familie und die Zukunft der Kinder. Das öffentliche Bild von Politik war durchwegs männlich dominiert. Auf Plakaten waren als politische Akteure fast ausschließlich Männer dargestellt. Frauen wurden dagegen nur sehr selten abgebildet und wenn, dann meist in der Rolle als Hausfrau und Mutter. Einige kandidierende Parteien nahmen im Wahlkampf überhaupt keine besondere Rücksicht auf die neuen Wählerinnen. Allerdings ist zumindest die Anrede „An alle Wähler und Wählerinnen!“ bei den Flugblättern der meisten Parteien zu finden. Der Tag der Stimmabgabe war mit Spannung erwartet worden. Der Wahlkampf zeigte durchaus Erfolg. Entgegen den Erwartungen war die Wahlbeteiligung der Frauen nur wenig geringer als die der Männer. 82% der 1904741 wahlberechtigten Frauen und 87% der 1649501 wahlberechtigten Männer nahmen ihr aktives Wahlrecht wahr. Aufgrund des passiven Wahlrechts kandidierten insgesamt 142 Frauen für den Einzug in die Konstituierende Nationalversammlung, allerdings meist an völlig aussichtsloser Stelle. 1919 war es so weit – endlich durften Frauen wählen, und sie durften sich auch wählen lassen: Unter den 170 Abgeordneten zur konstituierenden Nationalversammlung waren acht Frauen, davon sieben von der Sozialdemokratischen Partei und eine Vertreterin der Christlichsozialen Partei. Diese Frauen wussten, wovon sie sprachen und wofür sie arbeiteten: Viele kamen aus bescheidenen Verhältnissen und versuchten nun, durch ihre parlamentarische Arbeit die Not in Österreich zu beseitigen und gegen soziale Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts zu kämpfen. Die erste von einer Frau gehaltene Rede im Hohen Haus stammte von Adelheid Popp und befasste sich mit der Abschaffung des Adels, das erste von Frauen vorbereitete und eingebrachte Gesetz war das Hausgehilfinnengesetz, das die alte Gesindeordnung ablöste. Manche noch heute gültigen sozialpolitischen Gesetze sind der Initiative dieser acht Frauen zu verdanken. (nach: onb.ac.at, 24.4.2025) Österreich wird eine Republik Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MjU2NDQ5MQ==