Wunderwelt Sprache 4, Schulbuch in vier Teilen [Lesen]

4 Lesen Wunderwelt Sprache Henickl · Judtmann · Kirschner · Schatz

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4 Lesen www.oebv.at Wunderwelt Sprache Karin Henickl Michaela Judtmann Elisabeth Kirschner Friederike Schatz Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Triton, Luna und Calypso sind Außerirdische, die dich durch die Wunderwelt Sprache begleiten. f Hör genau (zu). Verbinde. Lies einzelne Wörter oder Sätze. BArbeite mit einem anderen Kind. v Schreibe ins Buch oder ins Heft. CArbeite in der Gruppe. Kreuze an. êMedienbildung N Arbeite mit der Wörterliste/ dem (elektronischen) Wörterbuch. Diese Übung kannst du sicher. Entdecke und lerne. So gelingt diese Übung. Überlege, was du schon weißt. Wende dein Wissen an. Sprachlich durchstarten. Sprachmuster helfen dir. Das Lesezeichen hilft dir, die richtige Lesestrategie zu finden. ÓLösungen xxxxxx 2 Hörtexte im Internet Mit dem angegebenen Code hat deine Lehrerin oder dein Lehrer Zugang zu den Hörtexten auf www.oebv.at Ó Ich bin eine KI und ich helfe dir. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Lies den Text und schaue dir das Lesezeichen mit den verschiedenen Lesestrategien an. Besprecht, warum es unterschiedliche Lesestrategien gibt. Manchmal möchtest du nur schnell wissen, worum es in einem Text ungefähr geht oder du suchst eine ganz bestimmte Information im Text. Bei einigen Texten möchtest du vielleicht jede Einzelheit verstehen. Je nach dem, was dein Ziel ist, kannst du Texte anders lesen. Lies immer die Aufgaben zuerst, häufig hängt davon ab, was das Leseziel ist und welche Lesestrategie passend ist. Achte im Buch auf die Sternschnuppe in der Kopfzeile. Wende dann die passende Strategie an. Schaut euch die Lesestrategien genau an und besprecht, welche Lesestrategie zu den Beispielen passt. Diskutiert eure Lösungen. 1 C 2v C Ich blättere in einer Zeitschrift und schaue, welche Artikel spannend aussehen. Ich schaue auf dem Stundenplan nach, wann Sport ist. Ich versuche in einem Sachbuch über Hunde herauszufinden, wie alt sie werden können. Ich lese eine Detektivgeschichte und möchte herausfinden, wer der Täter ist. Ich lese eine Bastelanleitung Schritt für Schritt. Ich lese in einem Buchladen kurz den Klappentext und schaue Bilder im Buch an. Fallen dir noch weitere Lesesituationen ein, in denen du eine der Strategien anwenden könntest? Besprecht. 3 C 3 Lesestrategien auswählen Lesestrategien Genaues Lesen Leseziel: Alles ganz genau verstehen. Technik • Überschrift lesen • Bilder ansehen • Wichtige (fettgedruckte oder bunte) Wörter beachten • Mit den Augen über den Text fliegen Überfliegendes Lesen Leseziel: Schnell wissen, worum es ungefähr geht. Überschrift lesen Gezieltes Lesen Leseziel: Eine bestimmte Information finden. Technik: • Wissen, wonach man sucht (z. B. eine Zahl, einen Namen, ein Datum) • Mit den Augen schnell Textstellen absuchen • Bei passenden Stellen kurz anhalten und genau lesen Technik: • Satz für Satz lesen • Unbekannte Wörter klären • Zwischentitel beachten • Wichtiges markieren Satz für Satz lesen Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Gezieltes Lesen bedeutet, beim Lesen nach bestimmten Informationen zu suchen. Luna soll aus diesem Sachtext die berühmtesten Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten Wiens herausfinden. Welche Lesestrategie sollte sie anwenden? Wie sollte Luna vorgehen? Besprecht. Wien ist die Hauptstadt von Österreich und mit rund zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt des Landes. Wien liegt an der Donau und ist bekannt für seine prachtvollen Bauten und seine Kultur. Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten zählen der Stephansdom in der Altstadt, das Schloss Schönbrunn mit den großen Gärten und die weltberühmte Wiener Staatsoper. Viele Besucherinnen 1 C und Besucher schlendern auch gern über die Ringstraße, an der weitere beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie das Rathaus, die Hofburg oder das Burgtheater liegen. Wien ist außerdem berühmt für seine alten Kaffeehäuser und seine köstlichen Spezialitäten wie Wiener Schnitzel und Sachertorte. Wien gilt zudem als besonders lebenswerte Stadt, weil es viele Grünflächen gibt, gute öffentliche Verkehrsmittel und ein vielfältiges Freizeitangebot. Jedes Jahr besuchen Millionen Menschen aus aller Welt Wien, um die historischen Gebäude, Museen und Parks zu bewundern. Lies den Text mit der passenden Lesestrategie. Was sind die berühmtesten Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten Wiens? Lies den Text und beantworte die Frage: Welche Tiere leben im Wald? Wie gehst du vor? Der Wald ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. In einem gesunden Wald gibt es eine Vielzahl an Bäumen, Sträuchern und Kräutern. In unseren Wäldern gibt es verschiedene Baumarten. Besonders häufig wachsen Laubbäume wie Buchen und Nadelbäume wie Fichten, Kiefern oder Tannen in den Wäldern. Alle Pflanzen im Wald bieten Nahrung und Schutz für viele Tierarten. Zu den häufigsten Tieren im Wald gehören Rehe, Wildschweine, Füchse und verschiedene Vogelarten. Der Wald spielt auch eine wichtige Rolle im Klimaschutz, da er Sauerstoff produziert. Viele Menschen können sich im Wald besonders gut entspannen und sich vom Alltag erholen. 2v 3v Ich suche im Text gezielt nach den Wörtern Sehenswürdigkeiten oder berühmt. 4 Sachtexte gezielt lesen Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 KV Lies den Text genau, um herauszufinden, was ein Klassenrat macht und wozu es ihn gibt. Das Lesezeichen hilft dir, dich an alle Schritte zu erinnern. Besprecht, wie ihr vorgeht. Der Klassenrat Der Klassenrat ist eine regelmäßige Versammlung aller Kinder der Klasse, in der sie über aktuelle Anliegen, Probleme und Vorschläge aus dem Schulalltag sprechen. Die Schülerinnen und Schüler lernen Themen gemeinsam zu diskutieren, Lösungen zu finden und gemeinsame Entscheidungen demokratisch zu treffen. Der Klassenrat stärkt die Klassengemeinschaft: Er gibt den Kindern die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. Damit der Klassenrat reibungslos abläuft, werden zu Beginn klare Regeln festgelegt. Der Ablauf einer Sitzung wird genau erklärt. Die Dauer einer Versammlung richtet sich nach der Anzahl der Tagesthemen, soll aber höchstens eine Schulstunde dauern. Der Klassenrat findet je nach Bedarf wöchentlich oder seltener statt. Die Lehrperson ist unterstützend und beobachtend als Hilfe dabei. Jede Sitzung benötigt verschiedene Rollen, die von den Kindern übernommen werden. Ein Kind hat den Vorsitz und leitet die Sitzung. Zur Unterstützung von Diskussionen kann ein Gesprächsball oder Gesprächsstein verwendet werden, damit man weiß, wer am Wort ist. Ein Kind ist für die Schriftführung verantwortlich: es verwendet jedes Mal ein Protokoll, auf dem die besprochenen Themen und Vereinbarungen notiert werden. Jemand passt auf, dass die vorgegebene Zeit eingehalten wird. Eine kleine Sanduhr kann dabei helfen. Zusätzlich sollte noch ein anderes Kind darauf achten, dass die festgelegten Regeln eingehalten werden oder an diese erinnern. Alle anderen Kinder sind gleichberechtigte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ihre Meinungen und Ideen einbringen dürfen. Ein Klassenrat gibt den Kindern die Möglichkeit, demokratische Entscheidungen zu treffen. Das Wichtigste ist, dass alle vereinbarten Regeln eingehalten werden. Nur so kann der Klassenrat gut gelingen! Hat dir die Lesestrategie beim Lesen geholfen? Besprecht gemeinsam was ein Klassenrat macht und warum er wichtig ist. Überlegt dann, welches Thema ihr im Klassenrat besprechen möchtet. 1 ê C 2 3 C Ablauf einer Klassenratssitzung: • Begrüßung • Verteilung der Rollen • Vereinbarungen und Gesprächsregeln wiederholen • Besprechung des neuen Themas • Suche nach Lösungsvorschlägen • Abstimmung über Lösungen • Dokumentation der Vereinbarungen • Festlegen des nächsten Termins 5 Genau Lesen Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Steigerung der Lesegeschwindigkeit Diese Wörter kommen häufig in Texten vor. Wenn du die Wörter schnell erkennst, kannst du deine Lesegeschwindigkeit steigern. Du brauchst dafür eine Sanduhr, eine Stoppuhr oder ein Tablet mit Timer. 1 Runde 1: Wie viele Wörter kannst du in einer Minute lesen? Datum Wörter Runde 2: Lies noch einmal. Kannst du dich verbessern? Datum Wörter Runde 3: Lies ein drittes Mal: Kannst du deinen Rekord knacken? Datum Wörter Du kannst deine Lesegeschwindigkeit durch gezielte Übungen steigern. Du kannst jeden Tag lesen oder auch einen Text mehrmals lesen. 1 und 2 die 3 ich 4 sie 5 der 6 er 7 das 8 ein 9 ist 10 es 11 war 12 wir 13 in 14 mit 15 denn 16 auf 17 hat 18 sich 19 den 20 zu 21 nicht 22 eine 23 aber 24 haben 25 da 26 sind 27 als 28 dem 29 noch 30 im 31 auch 32 sagte 33 du 34 so 35 dass 36 einen 37 an 38 am 39 waren 40 hatte 41 was 42 noch 43 habe 44 meine 45 Mutter 46 ja 47 wieder 48 zum 49 von 50 aus 51 jetzt 52 ging 53 alle 54 sein 55 weil 56 sehr 57 wollte 58 schon 59 bin 60 mein 61 mir 62 einmal 63 wie 64 ihr 65 einem 66 immer 67 doch 68 um 69 Vater 70 einer 71 kam 72 nur 73 ganz 74 uns 75 kann 76 mich 77 gehen 78 wenn 79 bei 80 mal 81 wo 82 alles 83 weg 84 ihn 85 danach 86 denn 87 gut 88 hatten 89 seine 90 für 91 vor 92 mehr 93 fragte 94 schnell 95 machen 96 viele 97 schnell 98 plötzlich 99 danken 100 wichtig 101 außerdem 102 wechseln 103 vorbei 104 gegen 105 hell 106 einzelnen 107 sonnig 108 täglich 109 raten 110 wieder 111 sehen 112 allein 113 weiter 114 während 115 fertig 6 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 KV Was soll Lisa für die Geburtstagsfeier einkaufen? Schreibe eine Einkaufsliste. 2v Mein lieber Schatz, leider komme ich heute nicht mehr dazu, das frische Obst für deine Geburtstagsfeier in der Schule einzukaufen. Ich war heute morgen noch beim Arzt und habe dann deine Schwester in den Kindergarten gebracht. Ich habe dort noch einen Freund getroffen und dann ist die Zeit nur so verflogen. Aber du gehst ja immer gerne einkaufen, deshalb ist es wahrscheinlich gar nicht schlimm. Ich habe dir Geld auf den Kasten im Vorzimmer gelegt. Nimm es bitte und geh in den Biomarkt. Bringe Äpfel, Bananen und Birnen für den Obstsalat mit, den wir machen wollen. Kauf auch die veganen Gummibärchen und gute Kekse. Deine kleine Schwester mag am liebsten die Einhornkekse mit der Fruchtfüllung, aber sie ist ja im Kindergarten. Sie freut sich aber bestimmt, wenn du ihr auch etwas mitbringst. Bussis! Papa Einen Text überfliegen Lisa soll einkaufen gehen. Überfliege die Textnachricht. Welche Informationen sind für den Einkauf wichtig? Markiere. 1 Beim Überfliegen eines Textes sollst du Wesentliches finden und Unwichtiges nicht beachten. Ich esse gerne vegane Lebensmittel. Sie enthalten keine tierischen Produkte: kein Ei, keine Milch, keinen Honig! Welche dieser Geschäftsarten kennst du? Klärt miteinander die Bedeutung. Überlegt gemeinsam, welche Einkaufsmöglichkeiten es in eurer Umgebung gibt. Was sind die Unterschiede? 3B ê 4 C ê Bioladen Supermarkt Wochenmarkt Kiosk Greißlerei Ab-Hof-Verkauf Selbstbedienungsladen Verkaufsautomat Bäckerei Feinkostladen Fleischhauer 7 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 VvT: S. 13 Einen Sachtext lesen und verstehen Lies den Text genau, damit du alle Einzelheiten verstehst. Wie gehst du vor? Besprecht. 1 C Um welche Art von Text handelt es sich hier? Kreuze an und überlegt, was die Merkmale dieser Textsorte sind. Entdeckt ihr die Merkmale im Text? Sachtext Zeitungsartikel Märchen 2v B Die römischen Kinder und die Schule Da zur feinen Lebensweise auch die Bildung gehörte, gingen viele römische Kinder auch zur Schule. So lernten die meisten Kinder wenigstens das Lesen und Schreiben in Latein und Griechisch. Die Lehrer unterrichteten für wenig Geld, der Unterricht war daher oft sehr langweilig. So mussten die Schüler seitenlang abschreiben oder nachsprechen, was der Lehrer vorsprach oder vorlas. Die Schulräume waren nur notdürftig eingerichtet, meistens halboffen und der Straße zugewandt. So litten die Kinder ständig unter dem Straßenlärm. In einem Schulraum gab es nur einen Sessel für den Lehrer, mehrere Stühle, Rechenbretter und Schreibtäfelchen für die Schüler und eine schwarze Tafel. Die Lehrer waren sehr streng und bei schlechten Leistungen wurden die Kinder mit einem Stock verprügelt. Wohlhabende Römer schickten ihre Kinder auch auf höhere Schulen. Die Schüler wurden hauptsächlich in Kunst, Wissenschaft und Literatur unterrichtet. Auf die Fächer Mathematik, Musik, Geografie, Biologie und Politik wurde nur wenig Wert gelegt. Die Schule dürfte für die römischen Kinder ein eher unangenehmes Erlebnis gewesen sein. Zu ihren Glück war an Markttagen und in den Sommerferien schulfrei! 1 5 10 15 20 Beim ersten Lesen verstehe ich oft nicht alles. Ich weiß schon, wie ich mit unbekannten Wörtern umgehe. Ich schau schnell in die Bibliothek, ob ich noch andere Bücher über die Römer finde. Wie unterscheidet sich die römische Schule von deiner Schule? Besprecht oder erstellt eine Tabelle. Überlegt gemeinsam, warum Bildung für alle so wichtig ist. Vergleicht eure Ergebnisse. 3 4 8 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 VvT: S. 13 Rasch wichtige Informationen finden So kannst du beim Lesen rasch einen Überblick bekommen. Lies und verbinde die richtigen Satzteile und Sätze miteinander. Titel und Überschrift lesen Hier wird das Thema vorgestellt und am Ende zusammengefasst. Einleitung und Schluss beachten Sie geben einen ersten Hinweis, worum es im Text geht. Wichtige Wörter (Schlüsselwörter) finden Diese Wörter werden oft besonders hervorgehoben. Bilder und Diagramme nutzen Hier werden Informationen visuell, das bedeutet für das Auge, dargestellt. Welche Strategie wendest du an, um einen ersten Überblick zu bekommen, worum es im Text geht? Besprecht. Lies dann den Text. Wie entsteht ein Baby? Ein Baby entsteht, wenn ein Samen von einem Mann und eine Eizelle von einer Frau zusammenkommen. Das passiert, wenn sich eine Frau und ein Mann lieben. Das passiert im Körper der Frau: Befruchtung: Wenn der Samen die Eizelle erreicht, verschmelzen sie miteinander. Das nennt man Befruchtung. Zellteilung: Die befruchtete Eizelle beginnt sich zu teilen und wächst zu einem kleinen Ball aus vielen Zellen. Einnistung: Dieser Zellball nistet sich in der Gebärmutter der Frau ein und wächst dort weiter. Entwicklung: Über neun Monate entwickelt sich aus diesem Zellball ein Baby. Es bekommt Arme, Beine, ein Herz und alles, was ein Mensch braucht. So entsteht aus einer winzigen Zelle im Bauch der Mutter Schritt für Schritt ein kleiner Mensch. Geburt: Nach etwa neun Monaten ist das Baby bereit, geboren zu werden. Es kommt aus dem Bauch der Mutter heraus und beginnt sein Leben außerhalb des Körpers der Mutter. Konntest du die Strategie anwenden? Wie ist es euch gelungen? Berichtet. 1 v 2 v B 3 C 9 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Fragen zum Text formulieren Beantworte die Fragen über die Vereinten Nationen anhand des Textes. Was ist dein Leseziel? Kreuze an. Ich möchte einen ersten Überblick bekommen. Ich suche nach einigen bestimmten Informationen. Ich möchte den Text genau verstehen. Fragen über die UNO • Wie viele Länder gehören zur UNO? • Wann wurde die UNO gegründet? • Wie hilft die UNO der Erde? • Wie heißt der Teil der UNO, der sich besonders um Kinder kümmert? Die Vereinten Nationen Die Vereinten Nationen, oft UNO (englisch: United Nations Organization) genannt, sind eine Gruppe von Ländern, die sich zusammengeschlossen haben, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Sie wurde im Jahr 1945 gegründet, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Damals hatten viele Menschen Krieg und sehr viel Leid erlebt. So etwas Schreckliches sollte nie wieder passieren. Also beschlossen die Länder gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und Zusammenhalt zu sorgen. Heute gehören fast alle Länder der Erde zur UNO, insgesamt 193. Auch Österreich ist Mitglied. Eine der wichtigsten Aufgaben der Vereinten Nationen ist es, Frieden zu bewahren oder wieder herzustellen. Wenn zwei oder mehr Länder miteinander streiten oder sogar Krieg führen, versucht die UNO zu vermitteln und sucht nach Lösungen, die für alle gerecht sind. Die Vereinten Nationen helfen auch Menschen, die in Not geraten sind. Das betrifft zum Beispiel Familien, die durch Krieg oder Naturkatastrophen ihr Zuhause verloren haben. Die UNO sorgt dafür, dass diese Menschen Essen, sauberes Wasser, medizinische Versorgung und eine Unterkunft bekommen. Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Schutz unserer Erde. Die Vereinten Nationen setzen sich zum Beispiel dafür ein, dass alle Länder etwas gegen den Klimawandel unternehmen. Ein Teil der UNO, der UNICEF heißt, sorgt dafür, dass die Kinderrechte eingehalten werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass Kinder sicher aufwachsen können, genug zu essen haben, medizinische Hilfe bekommen und zur Schule gehen können. Stellt euch gegenseitig weitere Fragen zum Text. Gestaltet ein Plakat zur UNO. Forscht online nach weiteren Informationen zur UNO. 1 ê 2 C 3 ê v Meine Lesestrategie für den Text: 10 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Gelesenes nutzen Lies den Text mit deiner gewählten Lesestrategie durch. Diskutiert folgende Aussagen aus dem Text: • Gesundheit ist mehr als „nicht krank sein“. • Es ist wichtig zu wissen, was einem gut tut. • Gemeinschaft und Freundschaft tragen zu deiner Gesundheit bei. Was Gesundheit alles bedeutet Gesund zu sein heißt nicht nur, dass man nicht krank ist. Gesundheit hat viele Seiten und betrifft den Körper, die Seele und das Miteinander. Körperliche Gesundheit hängt mit Ernährung, Bewegung und Körperpflege zusammen. Wenn du deine Zähne gut putzt, dich regelmäßig wäschst und deine Hände sauber hältst, kann das helfen, gesund zu bleiben. Besonders wichtig ist es, deine Hände vor allem nach dem Spielen, nach dem Naseputzen, nach dem WC und immer vor dem Essen zu waschen. Aber frische Kleidung und gepflegte Haare helfen auch dabei, sich wohlzufühlen. Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Vollkornbrot, Reis und Nudeln geben deinem Körper wichtige Nährstoffe und Energie. Wasser ist das gesündeste und beste Getränk gegen Durst. Aber auch Bewegung ist für deinen Körper wichtig. Bewegung stärkt die Muskeln sowie das Herz und hilft dir dabei, dich im Unterricht besser konzentrieren zu können. Seelische Gesundheit bedeutet, dass man sich innerlich gut fühlt. Dazu gehört, dass man zufrieden ist, sich sicher fühlt und Vertrauen in sich selbst hat. Gefühle wie Traurigkeit und Wut sind keine schlechten Gefühle und gehören auch dazu. Wichtig ist, dass du weißt, wie du damit umgehen kannst. Es kann helfen mit einer anderen Person über deine Gefühle zu sprechen. Auch Pausen und Dinge, die dir Freude machen, sind wichtig für dein Wohlbefinden. Aber auch das Miteinander ist ein wichtiger Teil von Gesundheit. Freundschaften, sich gegenseitig helfen und respektieren sind für ein gutes Miteinander in der Klasse wichtig. Wenn sich niemand ausgeschlossen fühlt, sich alle respektvoll begegnen und sich alle Kinder sicher fühlen, wird die Gesundheit positiv beeinflusst. Was könnt ihr in eurer Klasse verbessern? Überlegt gemeinsam, was ihr tun könnt, damit sich alle wohlfühlen. Berücksichtigt dabei die verschiedenen Bausteine von Gesundheit. 1 2 C 3 C Ich lese zuerst alle Aufgaben durch und überlege dann, welche Lesestrategie ich anwende! Meine Lesestrategie: 11 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 VvT: S. 16 Steigerung der Lesegeschwindigkeit Du kannst deine Lesegeschwindigkeit durch häufiges Lesen steigern. Du kannst alleine oder mit einem anderen Kind üben. Du brauchst dafür eine Sanduhr, eine Stoppuhr oder ein Tablet mit Timer. Im Lerntagebuch kannst du deine Ziele und Fortschritte notieren. 1 B Runde 1: Wie viele Sätze schaffst du in einer Minute zu lesen? Datum Sätze Runde 2: Lies noch einmal. Kannst du dich verbessern? Datum Sätze Runde 3: Lies ein drittes Mal: Kannst du deinen Rekord knacken? Datum Sätze Wenn du oft liest, wirst du immer schneller. Je mehr Wörter du schon kennst, desto leichter verstehst du auch längere Texte. 1 Wann kommst du heute? 2 Gehen wir gemeinsam nachhause? 3 Ich finde meine Stifte nicht. 4 Es ist kurz nach fünf Uhr. 5 Meine Lieblingsfarbe ist gelb. 6 Ich esse gerne Äpfel. 7 Mein Bauch tut weh. 8 Im Garten wachsen Blumen. 9 Nächstes Monat sind Ferien. 10 Ich habe keine Lust mehr. 11 Es hat geschneit. 12 Das Kleid gefällt mir. 13 Gestern war Mittwoch. 14 Morgen ist Donnerstag. 15 Sie kann gut Klavier spielen. 16 Kannst du mir bitte helfen? 17 Dein Fahrrad ist schön. 18 Ich kann dich nicht verstehen. 19 Das finde ich nicht nett. 20 Das Buch war sehr spannend. 21 Das Glas ist leer. 22 Was wünschst du dir zum Geburtstag? 23 Der Hund muss raus. 24 Ich bin so traurig. 25 Schreib mir bitte ein SMS! 26 Lauf los! 27 Brauchst du mehr Zeit? 28 Der Hund ist brav. 29 Ein Flugzeug fliegt sehr schnell. 30 Giraffen haben einen langen Hals. 31 Im Backrohr wird eine Torte gebacken. 32 Wo sind meine Schuhe? 33 Sollen wir uns am Nachmittag treffen? 34 Diese Gelse nervt mich. 35 Das Auto fährt den Berg hinauf. 36 Meine Schwester ist sehr mutig. 37 Ich freue mich mit dir. 38 Jetzt habe ich es geschafft. Wo findest du Bücher, die du lesen möchtest? Gehst du manchmal in die Bibliothek? Besprecht. 2 C 12 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Schön sind Wörter, die einfach sind, wahr sind schlicht und klein. Wörter, die nüchtern sind Wörter wie ja und nein, die wie Schnee im Wind schön sind. Das Haus, das Bett, der Stuhl, der Tisch, der Wein, das Salz, der Fisch. Der Baum, das Gras, der Mohn, der Klee. Der Sturm, der Frost, das Eis, der Schnee. Der Baum ist ein Baum, der Ast ist ein Ast, der Feind ist ein Feind, und der Gast ist ein Gast. Das Huhn ist ein Huhn, das Ei ist ein Ei. Der Schuh ist ein Schuh und ein Paar sind zwei. Paul Maar Ein Gedicht vortragen Trage dieses Gedicht von Paul Maar deutlich vor. Überlege, wann Sprechpausen sinnvoll sind. Was hat euch beim Vortragen der Gedichte besonders gut gefallen? Fasst zusammen, was besonders wichtig ist, wenn ihr ein Gedicht vortragt. 3 C 4 C Lies jeden Abschnitt bis zum Satzzeichen. Mach dann eine Sprechpause! Woran hast du erkannt, dass es sich hier um ein Gedicht handelt? Diese Sätze erfordern unterschiedliche Betonung und Pausensetzung. Lest euch die Sätze gegenseitig vor. Was fällt euch auf? Paul liebt Paula nicht. Paul liebt Paula nicht? Paul liebt Paula, nicht? Paul liebt, Paula nicht. Lies dieses Gedicht von Paul Maar zuerst leise für dich und schlage die Wörter nach, die du nicht kennst. Die einfachen Wörter 1 B 2 ê N 13 Die einzelnen Abschnitte eines Gedichts nennt man Strophen. Die einzelnen Zeilen einer Strophe nennt man Verse (Einzahl: Vers). Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 HSp: S. 14 Über Leseinteressen berichten Luna hat das Wichtigste für die anderen aufgeschrieben. Wähle ein Buch in der Schulbibliothek aus, das du schon gelesen hast. Verfasse eine Kurzinformation zu dem Buch wie Luna. 1v Mein Name: Luna Titel des Buches: Die feuerrote Friederike Autorin oder Autor: Christine Nöstlinger Kurze Inhaltsangabe: Friederike ist ein kleines Mädchen mit besonders auffälligen roten Haaren. Sie sind feuerrot und stehen wild vom Kopf ab. Deswegen wird sie auch immer ausgespottet. Doch dann erzählt ihr die Annatante von dem Spruch, den sie einfach murmeln muss. Und plötzlich geschehen ganz ungewöhnliche Dinge! Warum ich dir das Buch empfehle / nicht empfehle: Das Buch ist spannend und die Zaubersprüche sind sehr lustig. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Ich habe mir ein sehr lustiges Buch in der Schulbibliothek ausgeborgt. Du kannst dir gar nicht vorstellen, was da alles passiert ist. Erzähl mir von dem Buch. Wie heißt es? Worum geht es? Wer hat das Buch geschrieben? Sammelt eure Kurzinformationen in einem Ordner in der Klasse. So kann sich jedes Kind über die Bücher in der Schul- oder Klassenbibliothek informieren. Stelle ein Buch vor, das dir besonders gut gefallen hat. Folgende Sprachmuster für eine Buchbesprechung können euch dabei helfen: Mir hat besonders gefallen, dass … . Die Stelle, in der … , fand ich spannend/lustig/traurig. Ich fand … nicht so gut, weil … , Ich gebe dem Buch … von 5 Sternen, weil … . Organisiert gemeinsam eine Vorlesestunde. Ihr könnt Kinder aus der ersten Klasse einladen und ihnen aus passenden Büchern vorlesen. Aus welchem Buch möchtest du vorlesen? 2 C 3 C 4 C Ich schreibe in einer Liste auf, welche Bücher ich noch lesen möchte. 14 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

echt oder typisch schwierige Eltern haben … sind ein anderer Name für Rote Rüben, Rahne oder Randig schnell im Denken sein Jemand wie er sein nicht nachgeben Den Wortschatz verfeinern Die Kinder möchten dieses Buch für ein Literaturgespräch aus der Bibliothek ausborgen. Sie haben im Internet recherchiert und eine Beschreibung des Buches gefunden. Lies und markiere unbekannte Wörter. Ein echtes Klugscheißerchen weiß immer am besten Bescheid! Tina und Theo sind geschlagen mit Eltern, die zwar keinen Hund haben, aber leider ständig Rote Beete essen wollen. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, wissen Mama und Papa einfach immer alles besser. Wobei man fairerweise sagen muss: Die Kinder auch. Der Unterschied ist nur, dass Tina und Theo wenigstens ehrlich sind und zugeben, dass sie Klugscheißer sind. Ihre Eltern streiten das ab. Vor Kurzem ist die Familie in ein altes Haus gezogen. Dort gibt es einen Dachboden voller Abenteuer. Obwohl Spielen dort streng verboten ist, lieben Tina und Theo diesen Ort. Und genau dort machen sie eine seltsame Entdeckung: In einer Kiste voller Bücher wohnt ein kleines Männchen mit besonders großer Klappe: Ein waschechtes Klugscheißerchen, das wirklich auf Zack ist! Es bahauptet, nur für seinesgleichen sichtbar zu sein – genau deshalb können Tina und Theo es ohne Probleme sehen. Interessant wäre, ob Mama und Papa das Klugscheißerchen auch sehen können! Verbinde die Wörter und Wortgruppen mit der richtigen Erklärung. Hättest du den Text auch verstanden, wenn du die unbekannten Wörter nicht geklärt hättest? Besprecht. geschlagen sein mit Eltern Rote Bete waschecht auf Zack sein seinesgleichen unerbittlich Führt eine Buchbesprechung zu dem Buch. Man kann auch über Bücher sprechen, wenn man sie noch nicht gelesen hat. 1 2v B 3 C Der Titel erinnert mich an … Es könnte sein, dass … Ich habe schon einmal ein ähnliches Buch gelesen, da … Ich würde das Buch gerne lesen, weil … 15 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Informationen aus Texten nutzen Lies alle Aufgaben durch. Welche Lesestrategie passt am besten zu deinem Leseziel und wie gehst du vor? Lies den Text und beantworte folgende Fragen: • Was sind personenbezogene Daten? • Welche Daten sind besonders geschützt? • Welche Daten werden gesammelt? • Wofür werden die Daten verwendet? Daten im Internet schützen Zu allen Menschen gibt es viele Informationen, also Daten. Das sind zum Beispiel der Vorname, der Nachname, wie die Eltern heißen, das Geburtsdatum, die Telefonnummer und Adresse. Diese Daten können eindeutig einer bestimmten Person zugeordnet werden (personenbezogene Daten). Diese Daten sind sehr persönlich und wichtig. Wir sollten daher entscheiden können, wer sie wissen darf. Manche persönlichen Daten sind für Ärzte, Krankenhäuser oder die Schule wichtig. Diese Einrichtungen dürfen die Daten aber nicht weitergeben. Besonders geschützt sind nämlich auch Informationen über die Religion, die Vorlieben, die Gesundheit oder die politische Meinung eines Menschen. Diese Informationen über dich sollen nur Menschen haben, die dir ganz nahe stehen. Im Internet ist es besonders wichtig, die eigenen Daten so wenig wie möglich bekannt zu geben. Viele Webseiten und Gewinnspiele werden im Internet kostenlos angeboten. Sie fragen stets nach Daten wie Name, Geburtstag und Adresse und oft auch, was dich interessiert und wo du gern hingehst. Hinter diesen OnlineDiensten stehen häufig große Firmen, die Werbung für ihre Produkte machen möchten. Je mehr Daten sie über ihre Nutzerinnen und Nutzer sammeln können, desto eher erreicht sie die passende Werbung. Sie möchten die Menschen davon überzeugen, ihre Produkte zu kaufen. Überlege daher genau, welche Daten du jemandem verrätst. Lies genau, informiere dich und besprich mit einem Erwachsenen, bevor du deine Daten im Internet eingibst oder auf Teilnahmekarten für Gewinnspiele ausfüllst. Hat dir die Lesestrategie geholfen? Hast du schon Erfahrungen mit Gewinnspielen im Internet gemacht? Berichtet davon. 1v 2 2 B 3 C 16 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 HSp: S. 17 Einen Streit lösen Worüber habt ihr schon einmal gestritten? Wie habt ihr den Streit (Konflikt) gelöst? Erzählt. Lies dir bitte diese Tipps für eine friedliche Konfliktlösung durch. Was meinst du dazu? Diskutiert. 1. Regeln klären Wir suchen gemeinsam eine gute Lösung. Wir sind freundlich und respektvoll. Wir gehen wertschätzend miteinander um. Wer den Stein hält, darf sprechen. Sind alle mit den Regeln einverstanden? Alle erklären: „Wir wollen eine Lösung finden, mit der alle zufrieden sind. Dafür müssen wir gut zuhören und respektvoll sein.“ 2. Erzählen Ein Kind nimmt den Stein und erklärt die Situation aus seiner Sicht. Die anderen Kinder hören aufmerksam zu. Jemand wiederholt das Gesagte, um sicherzugehen, dass es richtig verstanden wurde (spiegeln). Dann erzählt das andere Kind aus seiner Sicht. 3. Wünsche sagen Jedes Kind spricht Wünsche für die Zukunft aus. Alle hören aufmerksam zu, das Gesagte wird wiederholt (Ich höre dich). Die Wünsche können auch aufgeschrieben werden. Falls ein Wunsch schwierig ist, wird nachgefragt: Warum ist dir das wichtig? 4. Lösungen finden Sammelt eure Ideen für eine faire (gerechte) Lösung. Eine Person nimmt den Stein, nennt eine Idee und wird gehört. Jede Idee ist wertvoll. Gemeinsam findet ihr eine gute Lösung, einen guten Kompromiss. Das bedeutet, dass die Lösung für alle Beteiligten annehmbar ist. Gestaltet gemeinsam ein Plakat mit den wichtigsten Punkten für die Klasse. Versucht diese Tipps beim nächsten Konflikt anzuwenden. 1 C 2 C 3 C Du hast gesagt, dass jedes Kind aus seiner Sicht erzählen darf und dass die anderen Kinder aufmerksam zuhören. Habe ich dich richtig verstanden? 17 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 VvT: S. 16 Steigerung der Lesegeschwindigkeit Du kannst deine Lesegeschwindigkeit durch häufiges Lesen steigern. Du brauchst dafür eine Sanduhr, eine Stoppuhr (oder ein Tablet mit Timer). 1 B 1 Im Backrohr wird deine Torte gebacken. Sie ist für deinen Geburtstag. 2 Wann kommst du heute nach Hause? Wir bekommen Besuch. 3 Ich finde meinen Stift nicht. Vielleicht habe ich ihn verloren. 4 Es ist kurz nach fünf Uhr. Gleich fängt meine Lieblingssendung an. 5 Meine Lieblingsfarbe ist gelb. Ich habe viele Dinge in dieser Farbe. 6 Ich esse gerne Äpfel. Aus diesem Grund backt mein Papa oft Apfelstrudel. 7 Mein Bauch tut weh. Daher bekomme ich einen Kräutertee zu trinken. 8 Draußen ist alles weiß. Es hat geschneit. 9 Das Kleid gefällt mir. Wo hast du es gekauft? 10 Sie kann gut Klavier spielen. Mein Bruder spielt Flöte. 11 Kannst du mir bitte helfen? Alleine schaffe ich das nicht. 12 Dein Fahrrad ist schön. War das ein Geburtstagsgeschenk? 13 Ich kann dich nicht verstehen. Rede bitte lauter. 14 Das finde ich nicht nett. Du bist so gemein zu mir. 15 Das Buch war sehr spannend. Ich kann es dir wirklich empfehlen. 16 Ich bin so traurig. Mein Hamster ist gestern gestorben. 17 Schreib mir bitte ein SMS. Ich möchte wissen, ob du gut angekommen bist. 18 Lauf los! Wenn wir uns nicht beeilen, kommen wir zu spät. 19 Brauchst du mehr Zeit? Kein Problem, ich warte auf dich. 20 Der Hund ist brav. Er liegt auf seinem Platz und schläft. 21 Ein Flugzeug fliegt sehr schnell. Eine Rakete fliegt noch schneller. 22 Jetzt habe ich es geschafft. Jetzt bin ich müde. Runde 1: Wie viel schaffst du in einer Minute zu lesen? Datum Sätze Runde 2: Lies noch einmal. Kannst du dich verbessern? Datum Sätze Runde 3: Lies ein drittes Mal: Kannst du deinen Rekord knacken? Datum Sätze Hast du deine Lesegeschwindigkeit schon gesteigert? Besprecht, was ihr noch machen könnt, um eure Lesegeschwindigkeit zu steigern. Notiert eure Ideen und Ziele im Lerntagebuch und setzt sie um. 2 C 18 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Textsorten unterscheiden Forscht nach den Merkmalen folgender Textsorten und besprecht eure Ergebnisse: Sachtext – Anleitung – Geschichte Lies den Text aufmerksam durch und kreuze an, um welche Textsorte es sich handelt. Könnt ihr die Merkmale der Textsorte wiederfinden? Sachtext Anleitung Geschichte 1 C ê 2 In Zipps eigenem Wald hatte jemand anderer eine Fallgrube gegraben, so groß und tief, dass sich darin ein junger Kammdrache gefangen hatte. Es war ein hübsches Tier, hellbraun, mit dunkelbraunen Punkten, das traurig in einer Ecke hockte und den Kopf hängen ließ. Ab und zu stieß es klagende Hilferufe aus. Hilflos strich sich Zipp über seinen dünnen blonden Schnurrbart. Er hätte Stricke oder eine Leiter gebraucht oder wenigstens einen Helfer, um das Tier zu befreien. Da fiel sein Blick auf einen jungen Baum, der samt den Wurzeln neben der Grube lag, so als hätte ihn erst vor kurzem jemand ausgerissen. „Das ist deine Rettung!“, rief Zipp erfreut, nahm alle Kraft zusammen – wie wir wissen, war er nicht besonders stark – und lehnte den Baum schräg in die Grube. „Nun zeig mal, was du kannst!“ Tatsächlich sprang das Tier auf und turnte an dem Baum hinauf wie auf einer Leiter. „Bravo, Kleiner!“, rief Zipp. „So jung und schon so tüchtig! Lass dich anschauen, ob du verletzt bist!“ Der Ritter sah auf einen Blick, dass der Drache nicht älter als acht Wochen sein konnte. Der Zackenkamm war nämlich noch weich und biegsam. „Das war dein Glück!“, sagte Zipp und gab dem Tier einen freundschaftlichen Klaps hinter die Ohren. „So, jetzt lauf, Kleiner, sonst kommt noch einer von diesen bösen Rittern!“ Zipp packte seinen Sack und ging ein paar Schritte weiter. Als er sich umdrehte, bemerkte er, dass ihm der junge Drache folgte … 1 5 10 15 20 Wie könnte die Geschichte weitergehen? Spielt sie in einem Rollenspiel nach. Welche Art von Texten oder Büchern liest du besonders gern, was liest du gar nicht gern? Tauscht euch aus. 3 C 4 C 19 Lesetipp: „Drachen haben nichts zu lachen“ des österreichischen Schriftstellers Franz Sales Sklenitzka Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

*gebricht: es fehlt an etwas Ein Gedicht vorlesen Lies das Gedicht zuerst leise für dich. Lies es ein zweites Mal und markiere alle Reimwörter. Woran kannst du sie erkennen? 1 v Der Bärenführer Ein Bärenführer ist ein Mann, der einen Bären führen kann. Wem es an dieser Kunst gebricht *, der führt den Bären besser nicht. Sonst wird er unterwegs zumeist vom Bären, den er führt, verspeist. Dasselbe gilt auch für den Panter, nur schreitet der viel eleganter. Drum wollen wir zusammenfassen: Wer es nicht kann, soll’s lieber lassen! Richard Bletschacher Lies das Gedicht laut vor. Beachte dabei Folgendes: • Achte auf dein Lesetempo. • Mach eine kurze Sprechpause nach den Satzzeichen. • Lies das Gedicht vor. • Betone beim Vortragen die Reimwörter. 2 Der Bärenführer ist ein Mann, (Pause) der einen Bären führen kann. (Pause) Beeren werden doch zumeist, wenn ich sie finde, gleich verspeist. Ein Gedicht vorlesen: • L ies das Gedicht zuerst leise für dich. • Ü berlege dir, wo du Sprechpausen machen solltest. • Ü be alleine und trage es dann vor. Versuche mit einem anderen Kind, eigene Strophen mit diesen Wörtern zu dichten. Fliegenfänger, Fensterputzer, Kleidermacher, Kofferträger 3 B 20 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Über einen Text nachdenken Sonntag Jeden Sonntag geben mir meine Eltern mein Taschengeld. Ich bekomme wöchentlich 2 Euro. Was ich mir alles kaufen möchte, kann ich kaum aufzählen. Zuckerl oder der neue Kaugummi, mit dem man so riesige Blasen machen kann, wären fein. Ein Comic-Heft würde mich auch interessieren, oder vielleicht spare ich ja auf ein neues Federballspiel? Montag Die Entscheidung wurde nicht leichter, als mir am Montag in der Schule Tommi, mein Sitznachbar, seine Sammelkarten zeigte. Man kann sie tauschen, ordnen und herzeigen. Alle paar Tage geht er in die Trafik und kauft sich ein weiteres Päckchen. Er hofft, dass vielleicht ja genau die Karte darin ist, auf die er schon so lange wartet. Ich glaube, die muss man einfach haben, wenn man dazugehören will. Dienstag Ich ging gestern auch in die Trafik und fragte nach diesen neuen Sammelkarten. Sie kosteten pro Päckchen 2 Euro. „Das ist aber ganz schön kostspielig“, dachte ich bei mir, kaufte aber trotzdem ein Päckchen. Was tut man nicht alles, um mitspielen zu können. Mittwoch Heute gab es bereits die nächste Versuchung. Karin hatte im Spielzeuggeschäft kleine Spieltiere bekommen. Die waren ja süß! Auch Elisa und Nina hatten schon welche und erklärten mir stolz, dass das ab sofort ihr Lieblingsspiel wäre und ich mir doch, um mit ihnen mitspielen zu können, auch einige Tiere kaufen sollte. Donnerstag Das große Pech war nur, dass ich mein ganzes Taschengeld für diese Woche schon für die Sammelkarten ausgegeben hatte. Nun grüble ich, wie ich dieses Problem lösen könnte. Ich sehe nur eine Lösung: Ich muss meine Eltern um einen Vorschuss auf mein Taschengeld von kommender Woche bitten. 1 5 10 15 20 25 Hast du dir auch schon einmal etwas gekauft, weil du es in der Werbung oder bei anderen gesehen hast? Berichtet einander. Welche Meinung hast du zum Thema: Um einen Vorschuss bitten? Diskutiert. 2 C 3 C Lies bitte diese Eintragungen ins Tagebuch. Worum geht es? Schreibe passende Begriffe auf. Die Begriffe müssen nicht im Text stehen. Besprecht. 1 C 21 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

*ein dickes Fell haben: Kritik oder Stress ärgern eine Person nicht so schnell einen langen Atem haben: man gibt nicht schnell auf, auch wenn etwas sehr lange dauert Über Berufe nachdenken Leo ist Flüchtlingshelfer. Ada interessiert sich für diesen Beruf und hat ein Interview mit ihm gemacht. Lest mit verteilten Rollen. Ada: Was macht dir an deinem Beruf Spaß? Leo: Ich lerne als Flüchtlingshelfer sehr viele Menschen kennen. Es macht mir Freude, wenn ich ihnen helfen kann. Vor allem das gemeinsame Kochen macht mir viel Spaß. Ada: Was magst du nicht so gerne? Leo: Wenn Familien, die hier ein Leben aufgebaut haben, wieder zurückgeschickt werden. Aber auch, wenn Menschen Vorurteile gegenüber Geflüchteten haben. Ada: Belastet dich die Arbeit manchmal? Leo: Ja, wenn mir zum Beispiel Menschen von der Flucht erzählen oder warum sie flüchten mussten. Ada: Was ist noch schwierig an deiner Arbeit? Leo: Dass wir oft nicht die gleiche Sprache sprechen. Oder die Schwierigkeiten mit den Behörden. Ada: Welchen Satz sagst du oft? Leo: „Wie geht es dir?“ oder „Wir finden eine Lösung!“ Ada: Was sind die Vorteile an deiner Arbeit? Leo: Ich erfahre sehr viel über Menschen und andere Kulturen. Anderen Menschen zu helfen, das fühlt sich einfach gut an. Ada: Warum passt diese Arbeit zu dir? Leo: Ich spreche viele Sprachen und ich kenne mich mit Behörden gut aus. Außerdem finde ich andere Kulturen sehr spannend. Ada: Was brauche ich, wenn ich das auch werden will? Leo: Respekt, Geduld und Offenheit gegenüber anderen Menschen. Ein dickes Fell* und einen langen Atem*. Ada: Was war dein größter Erfolg? Leo: Ich habe erreicht, dass eine Familie aus Nigeria hierbleiben durfte. Rike Drust / Horst Klein (bearbeitet) Für welche Berufe interessierst du dich besonders? Male ein Bild von dir in deinem Wunschberuf. Mit wem würdest du gerne ein Interview führen? Überlege und erzähle. Arbeit kann viele Vorteile, aber auch Nachteile haben. Überlegt gemeinsam, was gut und was schwierig sein kann. Was ist euch besonders wichtig bei eurem späteren Beruf? 1 B 2 B 3 C 4 C 22 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Eine Meinung zum Gelesenen äußern Lies bitte diesen Auszug aus diesem Buch und stellt euch gegenseitig Fragen zum Text. 1 B In einem großen, grauen Haus lebte eine muntere Mäuseschar. Nachts, wenn die Lampen gelöscht waren und die Menschenriesen schliefen, kamen die Mäuse aus ihren Mauselöchern hervor. In dieser Nacht verbreitete Mäusehugo eine fürchterliche Neuigkeit. „Denkt euch nur“, sagte er und riss die Augen weit auf, „eine große, getigerte Katz soll um das Haus herumschleichen.“ „Überlegt lieber, was wir anfangen wollen, wenn die große, getigerte Katz plötzlich in unser Haus eindringt!“, sagte Mäusejosef. „Wir werden gründlich beraten und dann abstimmen“, schlug der Mäusepräsident vor. „Ins Loch müssten wir fliehen“, sagte Lillimaus. „Lillimaus soll schweigen“, brüllte der überaus starke Willibald. „Warum soll sie das tun?“, fragte Karlmaus ungläubig. „Weil sie keinen anständigen grauen Pelz hat. Weil sie weiß ist, weiß wie die Kacheln. Weil sie hässliche rote Augen hat. Sie gehört gar nicht zu unserem Rudel. Vielleicht hat gerade sie die große, getigerte Katz angelockt. Anständige graue Mäuse fallen nicht auf. Lillimaus ist eine Gefahr für uns alle!“, sagte Willibald gehässig. Eines stimmte: Bis auf Lillimaus waren alle Mäuse grau. … 1 5 10 15 20 Lesetipp: „Der überaus starke Willibald“ des deutschen Schriftstellers Willi Fährmann Forsche im Internet nach dem Autor Willi Fährmann. Welche Bücher hat er noch verfasst? Welches Buch von ihm möchtest du gerne lesen? 3 ê Der würde mich sicher auch nicht mögen, der Willibald. Gehört Lillimaus wirklich nicht dazu, nur weil sie anders aussieht? Überlegt gemeinsam und begründet eure Ansichten. 2 C Ich denke, dass … Meiner Meinung nach … Ich finde, … 23 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 HSp: S. 27 Einen Fahrplan lesen Lies und besprich diese Fragen mit einem anderen Kind. • Welche öffentlichen Verkehrsmittel nutzt du? • Für welche Verkehrsmittel gibt es Fahrpläne? • Wo findest du die Fahrpläne? • Welche öffentlichen Verkehrsmittel gibt es in der Nähe der Schule? • Welche Haltestelle ist am nächsten von deinem Zuhause? Schau dir diesen Fahrplan der Buslinie 49c an und beantworte die Fragen. Vergleicht sie und stellt euch abwechselnd weitere Fragen. Bhf. Hütteldorf 6.08 6.28 6.48 07.08 07.28 07.48 Alle 60 Minuten 19.28 20.28 21.28 Bergmillergasse 6.10 6.30 6.50 07.10 07.30 07.50 19.30 20.30 21.30 Wolfersberggasse 6.13 6.33 6.53 07.13 07.33 07.53 19.33 20.33 21.33 Uranusweg 6.14 6.34 6.54 07.14 07.34 07.54 19.34 20.34 21.34 Merkurweg 6.16 6.36 6.56 07.16 07.36 07.56 19.36 20.36 21.36 Siriusweg 6.19 6.39 6.59 07.19 07.39 07.59 19.39 20.39 21.39 Mondweg 6.21 6.41 7.01 07.21 07.41 08.01 19.41 20.41 21.41 Pfarrwiesenstraße 6.23 6.43 7.03 07.23 07.43 08.03 19.43 20.43 21.43 Stammhausstraße 6.24 6.44 7.04 07.24 07.44 08.04 19.44 20.44 21.44 Glossystraße 6.26 6.46 7.06 07.26 07.46 08.06 19.46 20.46 21.46 Josef-Ressel-Straße 6.28 6.48 7.08 07.28 07.48 08.08 19.48 20.48 21.48 Schöffelplatz 6.29 6.49 7.09 07.29 07.49 08.09 19.49 20.49 21.49 1 B 2v B In meiner Stadt gibt es dann … Die Luft ist … Auf den Straßen sehe ich … Für die Umwelt bedeutet das … Es fahren wenige … Es ist viel Platz für … Wie heißt die Buslinie? Luna fährt vom Uranusweg bis zum Mondweg: Wie viele Haltestellen sind das? Nils möchte von der Pfarrwiesenstraße zum Schöffelplatz fahren. Wie lange fährt er? Wie viele Haltestellen hat die Buslinie? Calypso steht um 18.23 Uhr an der Haltestelle Mondweg. Wann fährt der nächste Bus? Wie würde deine Stadt oder deine Gemeinde aussehen, wenn du den Verkehr planen könntest. Erzähle. 3 C 24 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Piktogramme erkennen und verstehen Schau dir diese Symbole zum Thema Umweltschutz an und lies die Beschreibungen dazu. 1 Piktogramme sind bildhafte Zeichen, die Informationen vermitteln. Das Wort recyceln kenne ich schon! Es bedeutet wiederverwerten. Das Kreislaufzeichen Dieses Symbol bedeutet, dass man das Material recyceln kann. Das heißt aber nicht, dass es auch wirklich wiederverwertet wird. Auch Verbrennen gilt hier als Recycling, wenn die dadurch gewonnene Energie genutzt wird. Der grüne Punkt Das Zeichen sagt dir, dass man die Verpackung recyceln könnte. Der Hersteller hat schon etwas für das Recyceln bezahlt. Das rechnet er natürlich in den Preis für das Produkt ein. Das FSC-Zeichen Für ein Produkt mit diesem Zeichen wurden zwar Bäume gefällt, aber der Wald bleibt erhalten. Das bedeutet, dass nicht ein ganzer Wald oder Urwald dafür abgeholzt wurde. FSC steht für „Forest Steward Ship Council“. Die durchgestrichene Mülltonne Dieses Symbol kennzeichnet Produkte, die nicht über den Restmüll entsorgt werden dürfen. Beispiele hierfür sind unter anderem Elektrogeräte und Batterien. Diese müssen im Altstoffsammelzentrum abgegeben werden. Das Einwegpfand Mit diesem Zeichen werden alle Getränkeflaschen und -dosen gekennzeichnet, die im Supermarkt zurückgegeben werden können. Dafür erhältst du Geld zurück. Schau zu Hause oder beim Einkauf nach, welche Piktogramme wo zu finden sind. Notiert eure Ergebnisse und stellt sie in der Klasse vor. Zeichne dein eigenes Piktogramm für den Umweltschutz und schreibe eine kurze Erklärung. Wofür steht es und wo ist es zu finden? 2 C 3v 25 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

*Sage Fragen zum Text beantworten Was sind die Merkmale dieser Textsorten? Schaut im Lexikon oder online nach. Überfliege dann den Text und kreuze an, um welche Textsorte es sich handelt.* Woran kannst du das erkennen? Notiere deine Ideen. Sage Sachtext Märchen Lies den Text aufmerksam durch, damit du die Fragen zum Text beantworten kannst. Kläre unbekannte Wörter. Die übergossene Alm auf dem Hochkönig Das heutige Gletscherfeld auf dem Hochkönig war einmal eine herrliche Alm, auf der viele Sennerinnen und Senner lebten. Lange Zeit taten sie zufrieden ihre Arbeit, hatten Milch, Butter und Käse im Überfluss und ein gutes Leben. Aber dieses gute Leben wurde ihnen langweilig. Sie bauten sich zum Zeitvertreib eine Kegelbahn aus Topfen, machten aus Butter Kugeln und aus Käse die Kegel. Mit der Milch wuschen sie den Fußboden auf. Zwar lieferten sie Butter, Milch und Käse auch ins Tal, aber eines Tages hatten sie keine Lust mehr, all das hinunterzuschleppen. Was sie selber nicht verbrauchen konnten, warfen sie weg. Die Butter ließen sie in großen Brocken in der Sonne schmelzen und als Bächlein ins Tal rinnen. Die Milch schütteten sie den Berg hinunter und den Käse warfen sie hinterher. Einmal kam ein Bettler, dem gaben sie nichts. Es war ihnen zu viel Arbeit, einen Becher Milch für ihn zu holen oder ihm ein Stück Brot abzuschneiden und Butter draufzuschmieren. „Geh weg“, sagten sie zu ihm. „Stör uns nicht!“ Der Bettler sah, wie ein Butterbächlein ins Tal floss und wollte sich davon etwas abschöpfen. Aber er war schon zu alt und zittrig, um sich zu bücken. Da fragte er die Almbewohnerinnen und Almbewohner, ob er nicht sein Enkelkind oder sonstige arme Leute heraufschicken dürfe, die für ihn und auch für sich selber etwas von dem Überfluss nehmen dürften. Nur von dem, was hier nicht gebraucht würde. Aber die Almleute sagten Nein. Da kämen ja gleich ganze Haufen von Bettlerinnen und Bettlern, meinten sie, wie wäre denn das, wenn sie alle daherkämen. Sie würden ja das Vieh scheu machen mit ihrem Hungergeschrei und gierigem Geschlürfe! Da wäre es mit der himmlischen Almruhe bald vorbei! „Scher dich weg“, riefen sie, „und komm nie wieder!“ Da wurde der Bettler plötzlich seltsam grau und groß und sprach: „Ruhe wollt ihr! Gut, dann sollt ihr sie haben!“ Der Bettler reichte plötzlich bis in den Himmel und seine Stimme klang wie Donner und Sturm. Gleich darauf zerfloss er in kalten Eisregen. Auch Schnee und Hagel fielen vom Himmel und bedeckten alles Grün mitsamt dem bunten Vieh darauf und die Almhütten und die Menschen darin mit ewigem Eis. Seither heißt dieses Gebiet oben auf dem Hochkönig „Übergossene Alm“. Friedl Hofbauer 1 ê 2 1 5 10 15 20 25 26 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Besprecht die Fragen zum Text. Du kannst die Textstellen noch einmal nachlesen. Welche Lesestrategie hilft dir beim Beantworten der Fragen? 1. Wo spielt die Geschichte? Könntest du den Ort heute besuchen? 2. Was sind die wichtigsten Figuren in der Geschichte und was machen sie? 3. W as passiert in der Geschichte? Kannst du die wichtigsten Ereignisse in der richtigen Reihenfolge erzählen? 4. Warum wird die Alm „übergossen“? Was bedeutet das überhaupt? 5. Wie endet die Geschichte? Ist das ein gutes oder ein trauriges Ende? 6. Erkennst du Merkmale der Textsorte in dieser Geschichte? 7. Was ist die Botschaft der Geschichte? 8. Warum gibt es diese Art von Geschichten? 9. Um welche Themen geht es in dem Text? Kennst du ähnliche Geschichten aus deiner Umgebung oder Österreich? Schreibe sie auf oder denke dir eine eigene Geschichte aus. Denke an die Merkmale dieser Textsorte. Welche wichtigen Ideen oder Fragen stecken in diesem Text? Besprecht gemeinsam, welche Themen ihr entdeckt. 3v C 4 C 5 C Ist Lebensmittelverschwendung auch heute noch ein Thema? Wie kann man Menschen in Not helfen? In vielen Geschichten steckt mehr als nur die Handlung. Oft geht es auch um wichtige Ideen oder Fragen fürs Leben. 27 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 VvT: S. 20 Über die Wirkung eines Textes sprechen Lies bitte den folgenden Text. Warum ich gestern meine Hausübung nicht schreiben konnte … Gestern nach der Schule fuhr ich zu meinem Papa ins Büro. Dort wollte ich gleich meine Aufgaben machen, doch plötzlich bekam ich einen Riesenhunger und wollte mir etwas kaufen. Da mein Papa kein Geld hatte, lief ich rasch zur nächsten Bankfiliale, um welches abzuheben. Es war etwa halb zwei Uhr. Als ich gerade das Geld vom Kassier nehmen wollte, stürmte ein Maskierter in die Bankfiliale und nahm alle Kunden als Geiseln. Zusammen mit den anderen Kunden musste ich etwa fünf Stunden warten, und es war bereits halb sieben, als wir von der Polizei befreit wurden. Nach meiner Befreiung lief ich mit meiner Schultasche zurück in Papas Büro und wurde zwei Straßen weiter von einer Räuberbande überfallen. Die klaute mir meine Schultasche und lief laut johlend davon. Ich eilte zum nächsten Kommissariat und meldete den Überfall. Dort zeigte die Uhr bereits 19 Uhr 10. Gott sei Dank liefen die Lausbuben einer Polizeistreife genau in die Arme und meine Schultasche konnte sichergestellt werden. Nun konnte ich endlich nach Hause fahren, um meine geliebten Hausaufgaben zu machen. Um schneller zu sein, nahm ich ein Taxi und war um 20 Uhr daheim. Als ich mich zu Hause an den Schreibtisch setzte, merkte ich zu meinem Entsetzen, dass meine Schultasche nicht da war. Ich musste sie im Taxi vergessen haben. Es dauerte fast eine Stunde, bis ich herausfand, in welchem Taxi meine Schultasche spazieren fuhr. Um genau 21 Uhr 40 brachte mir der Taxifahrer dann meine heiß geliebten Hausaufgaben. Ich begann mit der ersten Rechenaufgabe, da machte es plötzlich einen Knall und alle Lichter gingen aus. Stromausfall! Ich tapste wie eine Blinde durch das Haus, um Kerzen und Streichhölzer zu finden. Endlich hatte ich welche entdeckt und ging wieder zu meinem Schreibtisch zurück. Ich zündete die Kerzen an und begann von neuem zu rechnen. 1 1 5 10 15 20 25 30 28 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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