Sexl Physik 7, Schulbuch

Univ.-Prof. Dr. Anton Zeilinger Anton Zeilinger (7.1) ist gegenwärtig einer der bedeutendsten Forscher auf dem Gebiet der Quantenphysik. Er hat mit neuartigen Experimenten gezeigt, wie sehr die Welt der kleinsten Teilchen unseren Alltagserfahrungen widerspricht. Schon als Schüler interessierte sich Zeilinger besonders für Mathematik und Naturwissenschaften. Er studierte Physik an der Universität Wien und arbeitete im Laufe seiner Karriere an österreichischen (Innsbruck und Wien) und internationalen Universitäten, etwa am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA. Für seine Arbeiten über grundlegende Eigenschaften von Lichtteilchen (Photonen) erhielt er gemeinsam mit zwei weiteren Pionieren der Quantenphysik im Jahr 2022 den Nobelpreis für Physik. Zeilinger gelang es, so genannte Quantenverschränkungen gezielt zu nutzen. Quantenverschränkung bedeutet, dass zwei Teilchen so miteinander verbunden sind, dass ihre Eigenschaften voneinander abhängen. Misst man eine Eigenschaft eines Teilchens, ist damit sofort die Eigenschaft des anderen festgelegt – selbst wenn beide weit voneinander entfernt sind. Das bedeutet nicht, dass Information schneller als Licht übertragen wurde, sondern zeigt einen Wesenszug der Quantenphysik. Zeilingers Experimente lassen nicht nur die Verschränkung von Zwei- und Mehrteilchensystemen verstehen, sie bilden auch die Grundlage moderner Technologien wie Quantenkryptografie (abhörsichere Kommunikation), Quantencomputer und Quanteninternet. Neben Forschung war es Zeilinger immer wichtig, Wissenschaft verständlich zu erklären – auch für Menschen ohne Fachwissen. Dadurch wurde er zu einem der bekanntesten Wissenschafter Österreichs. Univ.-Doz. Dr. Ingeborg Hochmair-Desoyer Ingeborg Hochmair-Desoyer ist eine Pionierin der Medizintechnik und eine der wichtigsten österreichischen Erfinderinnen mit über 100 wissenschaftlichen Publikationen und mehr als 50 Patenten. Sie wuchs in Wien in einer Technikerfamilie auf und interessierte sich bereits früh für Elektrotechnik, Naturwissenschaften und Medizin. Sie studierte an der TU Wien und war 1979 die erste Frau, die dort in Elektrotechnik promovierte. Ihre Mission sieht sie nach 50 Jahren aktiver Forschung und Entwicklung weiterhin darin, Menschen mit Hörverlust das Hören mittels implantierter elektronischer Prothesen zu ermöglichen. Ihr Ehemann Prof. Dr. Erwin Hochmair erwies sich auch in fachlicher Hinsicht als idealer Partner (7.2). Bereits nach zweijähriger Entwicklung konnten sie 1977 das weltweit erste mikroelektronische Implantat für die Gehörschnecke, die sog. Cochlea, fertigstellen. Hörimplantate wandeln Schall in elektrische Signale um und stimulieren direkt den Hörnerv. Dadurch können stark schwerhörige oder gehörlose Menschen Sprache verstehen und hören lernen. Mit ständig weiterentwickelten Implantaten wird ein nahezu natürliches Hörerlebnis erreicht. 1986 gründete sie die Firma MED-EL in Innsbruck, heute ein weltweit führender Hersteller von Hörimplantaten. Ihre Erfindung hat bereits Hunderttausenden geholfen und gilt als Meilenstein der Bionik, der Verbindung von Technik und Biologie. 7.1 Anton Zeilinger (geb. 1945) hat es sich zur Regel gemacht, seinen „Spinnereien“ zu vertrauen, statt dem Mainstream zu folgen. Dadurch konnte er bahnbrechende Einblicke in Grundlagen der Quantenphysik erhalten. Durch die Gründung des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) stärkten er und Physikerinnen und Physiker der Uni Innsbruck die Quantenforschung in Österreich. 7.2 Das Erfinderpaar Ingeborg und Erwin Hochmair wurde auch international vielfach mit Preisen geehrt. 7   Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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