Stromversorgung Österreichs a) Die Energieversorgung Österreichs Um die Bedeutung der Elektrizität innerhalb der österreichischen Energiewirtschaft kennenzulernen, betrachten wir zunächst die gesamte Energieversorgung unseres Landes. Im Jahr 2023 betrug der gesamte Energiebedarf Österreichs 349,3 TWh = 349,3·109 kWh ≈ 1 257·1015 J = 1 257 PJ (Petajoule) Dies entspricht einem Energiebedarf von rund 105 kWh pro Person und Tag – Industrie, Verkehr und Haushalt zusammengenommen! Der Gesamtenergiebedarf hat sich in Österreich seit 1970 beinahe verdoppelt. Rund drei Viertel der Primärenergie müssen importiert werden. Elektrische Energie deckt nur 21,5 % des gesamten Energiebedarfs (siehe 24.2). Der Wasserkraft kommt in Österreich im internationalen Vergleich eine bedeutende Rolle zu. Dennoch vermag die Wasserkraft nur 11 % des gesamten Energiebedarfs (47 % des Strombedarfs) in Österreich zu decken. 24.3 zeigt die Entwicklung seit 1945, 25.2 den Energiebedarf der einzelnen Wirtschaftssektoren. b) Wie wird Elektrizität im Haushalt genutzt? 24.4 und 24.5 beruhen auf Erhebungen der Statistik Austria. Im Haushalt gibt es viele Möglichkeiten Energie effizienter einzusetzen. Beispielsweise benötigen moderne Gefriergeräte nur halb so viel Strom wie Geräte, die vor 20 Jahren gebaut wurden. Der Stand-by-Betrieb von TV-Geräten, Radio und vor allem PCs mag bequem sein, stellt jedoch insgesamt eine beachtliche Energievergeudung dar. Mit dem Umstieg von einer Gas- oder Ölheizung auf eine Wärmepumpe kann der Heizenergiebedarf um 40–50 % gesenkt werden. Eine Wärmepumpe stößt zwar selbst kein CO2 aus, klimaneutral ist sie aber nur dann, wenn der zu ihrem Betrieb nötige Strom ebenfalls ohne CO2-Ausstoß erzeugt wird. 24.1 Photovoltaikanlage und Windkraftwerk Was sind erneuerbare Energiequellen, welche gibt es, und wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energie an unserer Energienutzung? 24.2 Anteile der Energieträger am Nutzenergiebedarf 2022 (Quelle: Statistik Austria) 1,5 % 35,4 % 16,9 % 16,8 % 1,2 % 6,6 % 21,5 % Feste fossile Energieträger Flüssige fossile Energieträger Gasförmige fossile Energieträger Fernwärme Brennbare Abfälle Erneuerbare Energieträger Elektrische Energie 24.3 Die Grafik zeigt (in GWh), wie Erzeugung und Import von elektrischer Energie seit 1945 zugenommen haben. Seit 1970 steigt der Beitrag der Wärmekraftwerke. Seit 2000 liefern auch Windenergieanlagen einen nennenswerten Beitrag. Die Stromimporte dienen der Abdeckung von tages- und jahreszeitlich bedingt erhöhtem Strombedarf, sie werden teilweise durch Exporte (besonders Strom aus Pumpspeicherwerken) ausgeglichen. (Quelle: e-Control) 120.000 100.000 80.000 60.000 40.000 20.000 0 Jahre 1945 1950 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020 GWh physikalische Importe Wind, Photovoltaik, Geothermie Wärmekraftwerke Wasserkraftwerke Inlandsstrombedarf Exa (E) = 1018 Peta (P) = 1015 Tera (T) = 1012 Giga (G) = 109 24.4 Nutzung von Energie im Haushalt 2023/2024 (Quelle: Statistik Austria) Raumwärme Warmwasser Kochen Sonstiges 70 % 13 % 14 % 3 % 24.5 Nutzung von Strom im Haushalt 2023/2024 (Quelle: Statistik Austria), in der Kategorie „Sonstiges“ sind z. B. Ladegeräte, Standby-Verbrauch, Wäschewaschen, Haushaltsgeräte (Mixer, Staubsauger, …), Geschirrspüler, Unterhaltung, Kommunikation, Beleuchtung, etc. enthalten. Raumwärme Warmwasser Kochen Sonstiges 23 % 49 % 19 % 9 % 24 Energie 2 Energieversorgung In diesem Kapitel erfährst du – wofür wir Energie brauchen, – wie viel Energie wir brauchen, – wo unsere Energie herkommt. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==