Antwort auf die Eingangsfrage Aufforstung ist eine der weltweiten Maßnahmen, mit denen das Klima beeinflusst werden soll. Ist diese Maßnahme sinnvoll? Welche weiteren Maßnahmen werden ergriffen? Eine Maßnahme der EU und anderer industrialisierter Staaten zur Verringerung des steigenden CO2-Gehalts in der Atmosphäre ist die finanzielle Unterstützung von Wiederaufforstungen. Durch Brandrodung und Entwaldung werden 5,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr freigesetzt: CO2 entsteht bei der Verbrennung von Holz, aber auch bei Verrottung und bei der landwirtschaftlichen Nutzung entstehender Ackerflächen. Gleichzeitig geht mit dem Wald ein wichtiger CO2-Speicher verloren, da Bäume bei der Photosynthese CO2 aufnehmen. Massive Programme zur Aufforstung gibt es in China und in der Sahelzone Afrikas („Grüne Mauer“). Damit soll vor allem die weitere Ausdehnung von Wüsten verhindert werden. Wälder können CO2 durch Photosynthese aufnehmen. Weitere positive Effekte wären eine nachhaltige Energiebewirtschaftung, Verbesserung des Wasserhaushalts, etc. Allerdings weisen Studien darauf hin, dass der gewünschte Effekt möglicherweise erst in Jahrzehnten eintreten wird und insgesamt weniger hoch als erwartet sein könnte. Ein Grund ist, dass Wälder aufgrund ihrer dunklen Farbe Sonnenstrahlung absorbieren und damit den Anteil der in den Weltraum reflektierten Strahlung vermindern. Voraussetzung für das Eindämmen des Treibhauseffekts ist die verringerte Nutzung fossiler Energien. Dies ist das Ziel der seit 2005 stattfindenden UN-Klimakonferenzen. 1997 verpflichteten sich die Industrieländer im sogenannten Kyoto-Protokoll, die Treibhausgasemissionen von 2008 bis 2012 um 5,2 % zu senken. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. 2015 wurde im Übereinkommen von Paris vereinbart, die Erwärmung der Erde wenn möglich auf 1,5 °C bis max. 2 °C zu beschränken. Um dies zu erreichen, müssten die Netto-Treibhausgasemissionen in der zweiten Hälfte des 21. Jh. auf null reduziert werden. Die Entwicklungsländer sollten dazu entsprechende finanzielle Unterstützung bekommen. Allerdings handelt es sich dabei nur um Absichtserklärungen, es wurden keine Sanktionen festgelegt. Die USA haben 2017 dieses Abkommen als nicht verbindlich erklärt. Die EU hat beschlossen, bis 2050 klimaneutral zu werden, und sich zu einer Gesetzgebung verpflichtet, um ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 55 % zu reduzieren. 90.1 Die „Grüne Mauer“ ist eine Initiative der Afrikanischen Union. Ziel ist es, durch geeignete Bepflanzung die Ausbreitung der Wüste in der Sahara und der Sahelzone zu verhindern. Dabei soll ausgehend von den jeweiligen lokalen Gegebenheiten nachhaltig auch das Leben der dort ansässigen Bevölkerung verbessert werden. Eine Tonne CO2 (90.2) entsteht bei der Verbrennung von 400 Liter bzw. 2,5 Fässern Erdöl, 380 Liter leichtem Heizöl, 360 kg Steinkohle oder 560 Kubikmeter Erdgas. Ein Einfamilienhaus mit Ölheizung verursacht demzufolge pro Jahr im Durchschnitt rund 5 Tonnen CO2. 90.2 Räumliche Darstellung einer Tonne CO2. Bei Standarddruck und einer Lufttemperatur von 15 °C beträgt die Dichte von Kohlendioxid 1,87 kg/m3. Eine Tonne Kohlendioxid füllt 534,8 Kubikmeter. Das entspricht einem Würfel von 8,12 Metern Kantenlänge. Eine wesentliche Folge der Klimaveränderung sind weltweite Migrationsströme. Eine von der Weltbank in Auftrag gegebene Studie (Grounds Well Bericht) spricht davon, dass es bis 2050 86 Millionen Binnenflüchtlinge aus SubsaharaAfrika geben wird und weitere 49 Millionen aus Asien. Im Internet findest du verschiedenste Simulationen rund um das Thema Klima (z.B. von der NASA). Im digitalen Zusatzmaterial findest du einige Materialien dazu. 1 W2 Stelle einen Kurzbericht zusammen, worüber im letzten Monat in den Medien im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung berichtet wurde. 2 S2 In Österreich nimmt etwa ein Drittel aller Menschen an, dass der Klimawandel nicht auf menschlichen Einfluss zurückzuführen ist, sondern dass es sich um eine natürliche Wetteranomalie handelt. Recherchiere, welche Argumente von Seiten dieser Personen oder Gruppierungen gebracht werden und bewerte diese Argumente. Diskutiert die Argumente anschließend in zwei Gruppen in der Klasse und protokolliert diese. 3 S1 Fasse zusammen: a) Welche Folgen hat der Klimawandel aktuell? Global, national und individuell. b) Informiere dich über Präventionsmaßnahmen, die gesetzt werden, um die Folgen des Klimawandels zu reduzieren. 4 S1 Was bedeutet der Klimawandel für dich persönlich? Möchtest du etwas tun? Welche individuellen Maßnahmen/Aktionen hältst du für möglich und sinnvoll? Diskutiere das Ergebnis deiner Überlegungen in der Klasse. 5 S3 Informiere dich, welche Beschlüsse auf der 30. UN-Klimakonferenz 2025 in Brasilien getroffen wurden, und diskutiere die Wichtigkeit dieses Treffens. 6 S3 Die EU fordert ihre Mitgliedstaaten auf, den CO 2-Ausstoß zu reduzieren. Recherchiere, in welcher Situation sich Österreich diesbezüglich befindet. Welche Maßnahmen werden in Österreich gesetzt? Wodurch unterscheiden sich die europäischen Staaten von Staaten wie Indien oder China? Weiterführende Fragestellungen 90 Praxis und Vertiefung Strahlungshaushalt der Erde y68w4z Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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