41 Immer wieder mussten sich die Jungen sagen, dass es gemalte Tiere sind und keine lebendigen. Sie waren aufgeregt, denn sie ahnten, dass sie eine große Entdeckung gemacht hatten. Später erfuhren sie: Es ist die schönste Höhle aus der Urgesellschaft, die jemals gefunden wurde. Die Bilder waren vor etwa 15 000 Jahren gemalt worden. Seit dieser Zeit hatte nie wieder ein Mensch die Höhle betreten. Warum malten die Menschen der Urgesellschaft gerade Stiere, Rinder, Pferde und Hirsche? Wie konnten sie schon damals die Tiere so lebendig gestalten? Gab es schon Pinsel und Farben? Sicher waren Rinder, Pferde und Hirsche das Wichtigste im Leben der Jäger. Nur wer sie erjagte, konnte leben. Deshalb dachten die Jäger ständig an diese Tiere. Sie standen ihnen in ihrer Vorstellung immer vor Augen. Aber der wichtigste Grund für die Entstehung der Höhlenmalerei liegt im Glauben der damaligen Zeit. Die Menschen meinten, sie könnten ein Lebewesen nur beherrschen, wenn sie ein Bild von ihm besäßen. Deshalb versammelten sich die Jäger der Urgesellschaft, bevor sie zur Jagd zogen, in einer Höhle. Dort hatte der Zauberer Tiere auf eine Felswand gemalt mit Holz- und Knochenkohle, mit roter und brauner Erde, die mit dem Fett erbeuteter Tiere vermischt war. Der Zauberer malte mit den Fingern, vielleicht auch mit einfachen Pinseln aus Tierborsten oder Pflanzenfasern. Die Jäger tanzten und sangen vor den Bildern und der Zauberer führte seltsame Sprünge und Gebärden aus. So sollten die Tiere beschworen und gebannt werden. Die Jäger zeichneten Pfeile und Speere an der Stelle des Körpers ein, wo sie das Tier treffen und töten wollten. Martin Kloß • Lest den Text im Lesetandem. • Im Internet könnt ihr einen Rundgang durch die Höhle machen. Sucht im Internet nach "Höhle von Lascaux". Verwendet eine Kindersuchmaschine für eure Suche. 20 25 30 35 40 eq529t Geheimnisvoll LE▶ Handlungs- und produktionsorientiertes Aufarbeiten von Texten aus Büchern und digitalen Medien durch praktisches, selbsttätiges Handeln. ▶ Lesetraining, Seite 34, 35 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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