5 Dein Lesebuch kennen lernen 12 Kapitel Jedes Kapitel hält spannende Lesetexte zu einem Thema bereit. Türkise Textstellen Manchmal gibt es Geschichten oder Gedichte, die Textabschnitte in türkiser Schrift enthalten. Wenn du schnell liest, lies alles. Wenn du noch nicht so schnell bist, lies nur die schwarzen Textstellen. Lesetipps Auf den Seiten 6 und 7 erhältst du Tipps, die dir beim Lesen und Verstehen von Texten helfen können. Wo du diese Tipps zum Beispiel anwenden kannst, zeigen dir die Fähnchen-Symbole neben den Lesetexten. Wortschatzkiste Hier werden schwierige Wörter erklärt. Versuche auch selbst diese Wörter zu verwenden. Buchtipp Hat dir gefallen, was du gelesen hast? Hier erfährst du, wie das Buch heißt, in dem du weiterlesen kannst. Sicher unterwegs im Internet Auf www.oebv.at findest du Tipps, wie und wo du im Internet nach Informationen suchen kannst. Gib den Online-Code im Suchfeld ein. n52x3e Arbeitsaufträge Arbeitet zu zweit. Arbeitet in Gruppen. Schau im ABC des Lesens nach. 1 16 17 35 40 45 50 55 60 5 Ronja Räubertochter Ronja wuchs mit jedem Tag und begann so allmählich, die Welt um sich herum zu erforschen. Lange glaubte sie, die große Steinhalle sei die ganze Welt. Und dort fühlte sie sich wohl, dort saß sie so geborgen unter der langen Tafel und spielte mit Tannenzapfen und Steinchen, die Mattis ihr mitbrachte. Und die Steinhalle war wahrlich kein übler Platz für ein Kind. Viel Spaß konnte man dort haben, und viel lernen konnte man dort auch. Ronja gefiel es, wenn die Räuber abends vor dem Feuer sangen. Still hockte sie dann unter dem Tisch und lauschte, und schließlich konnte sie alle Räuberlieder auswendig. Dann fiel sie mit glockenheller Stimme ein, und Mattis staunte über sein einzigartiges Kind, das so schön singen konnte. Auch das Tanzen brachte sie sich selber bei. Denn wenn die Räuber so recht in Schwung kamen, tanzten und hopsten sie wie närrisch durch den Saal, und Ronja guckte es ihnen schnell ab. Bald tanzte und hopste auch sie und machte Räubersprünge zu Mattis’ großem Vergnügen. Aber viel mehr hatte Ronja in ihrem kurzen Leben kaum gesehen. Von dem, was es außerhalb der Mattisburg gab, wusste sie nichts. Aber eines schönen Tages sah Mattis ein – wie sehr es ihm auch missfiel –, dass die Zeit gekommen war. „Lovis“, sagte er zu seiner Frau, „unser Kind muss lernen, wie es ist, im Mattiswald zu leben. Lass Ronja hinaus!“ „Schau an, hast du das endlich auch begriffen?“, sagte Lovis. „Wenn es nach mir gegangen wäre, dann wäre sie schon längst draußen.“ Und damit hatte Ronja die Erlaubnis, frei herumzustreunen, wie sie wollte. Vorher aber ließ Mattis sie dies und jenes wissen. „Hüte dich vor den Wilddruden und den Graugnomen und den Borkaräubern“, sagte er. „Woher soll ich wissen, wer die Wilddruden und die Graugnomen und die Borkaräuber sind?“, fragte Ronja. „Das merkst du schon“, antwortete Mattis. „Na, dann“, sagte Ronja. „Und dann hütest du dich davor, dich im Wald zu verirren“, sagte Mattis. „Was tu ich, wenn ich mich im Wald verirre?“, fragte Ronja. „Suchst dir den richtigen Pfad“, antwortete Mattis. „Na, dann“, sagte Ronja. „Und dann hütest du dich davor, in den Fluss zu plumpsen“, sagte Mattis. „Und was tu ich, wenn ich in den Fluss plumpse?“, fragte Ronja. „Schwimmst“, sagte Mattis. „Na, dann“, sagte Ronja. „Sonst noch was?“ „O ja“, sagte Mattis. „Aber das merkst du schon selber so allmählich. Geh jetzt!“ Und Ronja ging. Ihr wurde bald klar, wie dumm sie gewesen war. Wie hatte sie nur glauben können, dass die große Steinhalle die ganze Welt wäre? Nicht einmal die gewaltige Mattisburg war die ganze Welt. Nicht einmal der hohe Mattisberg war die ganze Welt, nein, die Welt war viel größer. Sie war so, dass einem der Atem stockte. Natürlich hatte Ronja gehört, wie Mattis und Lovis über das sprachen, was es außerhalb der Mattisburg gab. Vom Fluss hatten sie gesprochen. Aber erst als sie ihn mit seinen wilden Strudeln tief unter dem Mattisberg hervorschäumen sah, begriff sie, was Flüsse waren. Vom Wald hatten sie gesprochen. Aber erst als sie ihn so dunkel und verwunschen mit all seinen rauschenden Bäumen sah, begriff sie, was Wälder waren. Und sie lachte leise, weil es Flüsse und Wälder gab. Es war kaum zu glauben – wahr und wahrhaftig, es gab große Bäume und große Gewässer, und alles war voller Leben, musste man da nicht lachen! 10 15 20 25 30 4 Zauberhaft Zauberhaft lale4sb_10216_0001_A_K1_neues Layout.indd 16-17 11.10.24 12:03 2 3 Inhalt Inhalt Dein Lesebuch kennen lernen S. 5 ABC des Lesens S. 6–7 Wir sind nicht allein Ein guter Freund Andrea Erkert S. 8 So bist du ein guter Freund Keilly Swift S. 9–10 Einladung Georg Bydlinski S. 10 Sorgenfalter Magda Hassan S. 11-12 Was macht man, wenn man nicht mehr mitspielen darf? Peter Turrini S. 13–14 Zauberhaft Manche Dinge kann man nur dann farbig sehen, wenn man die Augen fest geschlossen hat Wolfgang Mennel S. 15 Ronja Räubertochter Astrid Lindgren S. 16–18 Aufstand der Märchenfiguren Elisabeth Steinkellner S. 19–20 Fast ein Zaubertrick Thomas Wieke S. 21–22 Alltägliches – oder doch nicht? Sind alle wirklich gleich? Christine Paxmann S. 23 Ausflug zur Burg Falkenstein Margarete Mittermayr S. 24–25 Der Pistenschreck Franz Sales Sklenitzka S. 26–27 Malala Malala Yousafzai S. 28 Mein blauer Tag Christa Kożik S. 29 Wir erforschen die Welt Jane Goodall Rachel Ignotofsky S. 30 Das Liebesleben der Tiere Katharina von der Gathen S. 31 Strom macht magnetisch Terry Cash, Barbara Taylor S. 32–33 Die österreichischen Euro-Münzen S. 34–35 Die Erfindung des Rollstuhls S. 36 Ein Vulkan bricht aus Hertha Beuschel-Menze u. a. S. 37 Geheimnisvoll Das klingt gruselig! Tom Dahlke S. 38 Gruselbücher lesen Paul van Loon S. 39 Die Höhle von Lascaux Martin Kloß S. 40–41 Halloween S. 42 Eine unheimliche Totenmesse in St. Stephan Friedl Hofbauer S. 43–44 Jahr für Jahr Jahreszeiten Kristina Scharmacher-Schreiber S. 45 Jeder Tag ist Welttierschutztag Bernhard Lins S. 46–47 Weihnachten feiern Tilde Michels S. 48–49 Mantecados Tanja Dusy S. 50 Winterliche Belehrung Paul Maar S. 51 Die Frühlingssonne Christine Busta S. 52 Auf Entdeckungsreise Christoph Kolumbus Colin Hynson S. 53 Rebellenzellen Johanna Klement S. 54-56 Die Seidenstraße Rupert Matthews S. 57 Kleiner Eisbär, wohin fährst du? Hans de Beer S. 58–59 Tiere und Pflanzen Die Neuen Susanna Isern S. 60–61 Wie kommt der Löwenzahn in die Dachrinne? Sabine Dahm, Wolfgang Funke S. 62–63 Was kostet ein Haustier? Susanne Risch S. 64-65 Der Wettlauf Käthe Recheis S. 66 lale4sb_13326_0001_A_K3_WieVo.indd 2-3 18.11.25 10:14 28 Malala „Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern.“ Malala ist ein Mädchen aus Pakistan. Seit ihrem 11. Lebensjahr kämpft sie dafür, dass Mädchen in ihrer Heimat in die Schule gehen dürfen. Sie hat dafür als 17-Jährige einen der wichtigsten Preise erhalten: den Friedensnobelpreis. Ich schrieb darüber, wie sehr ich die Schule liebte und wie stolz ich auf meine Uniform war. Als ich einmal mit dem Schreiben angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören. Ich schrieb Reden und reiste durch das Land, um meine Geschichte zu teilen. Die Leute wollten mehr über mein Leben wissen! Ich sprach für all die Mädchen in meinem Tal, die nicht für sich selbst sprechen konnten. Und nun ist meine Stimme so laut wie nie zuvor. Leute in der ganzen Welt lasen meine Geschichte. Millionen kennen sie jetzt und helfen mir dabei, meine Botschaft der Hoffnung zu verbreiten. Ich habe mir immer gewünscht, die Welt zu einem friedlicheren Ort machen zu können. Und jeden Tag arbeite ich daran, dass mein Wunsch in Erfüllung geht. • Woher kommt Malala und wofür kämpft sie? Welchen Preis hat sie dafür erhalten? • Sucht im Internet nach weiteren Informationen über Malala. • Wofür würdest du dich einsetzen, wenn du dadurch die Welt verbessern könntest? Stell dir vor, alles wäre möglich. Malala Yousafzai 4 Alltägliches – oder doch nicht? LE▶ Sich in der Anschlusskommunikation über Leseinteressen bzw. Gelesenes selbstständig austauschen. ▶ Lesetraining, Seite 23 lale4sb_10216_0001_A_K1_neues Layout.indd 28 11.10.24 12:03 7 ABC des Lesens Über den Text sprechen Sprich mit jemandem darüber, was du gelesen hast. Ihr könnt euch gegenseitig Fragen stellen. • Wie gefällt dir der Text? • Hast du alles verstanden? • Hast du etwas Neues erfahren? • Möchtest du ähnliche Texte lesen? 4 So kannst du üben, flüssiger zu lesen. Flüssig lesen bedeutet, möglichst ohne Fehler und ohne längere Pausen zu lesen. Das kannst du so üben: nach dem Lesen Lest im Lesetandem Lies einen Text laut und zeige mit dem Finger mit. Ein Lesepartnerkind liest still mit. Wenn du beim Lesen einen Fehler machst, versuche ihn selbst zu verbessern oder dein Lesepartnerkind hilft dir dabei. Wiederhole den Satz und lies dann gleich weiter. Übt den Text für ein Vorlesetheater Bei einem Vorlesetheater musst du den Text nicht auswendig können. Übt euren Text, indem ihr ihn mehrmals in verteilten Rollen lest. Zum Vorlesetheater könnt ihr auch Publikum einladen. lale4sb_10216_0001_A_K1_neues Layout.indd 7 11.10.24 11:30 1 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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