109 2 SCHRIFTLICHE KOMPETENZ 1 MÜNDLICHE KOMPETENZ 3 TEXTKOMPETENZ 4 LITERARISCHE BILDUNG 6 SPRACHLABOR 5 MEDIALE BILDUNG VIEL | SEITIG 6 große Freude, als er deine Neigung für das Studium der Literatur erkannte. Aber die weibliche Meinung deiner Mutter, die dich, wie es für Frauen gemeinhin üblich ist, mit Webarbeiten beschäftigen wollte, stand dem entgegen, und so wurdest du daran gehindert in deiner Kindheit weitere Fortschritte in den Wissenschaften zu machen. Wie lautet jedoch das bereits zitierte Sprichwort: ,Niemand kann eine Eigenschaft verbergen, die ihm oder ihr die Natur verliehen hat. […]' Ich, Christine, entgegnete darauf: „Gewiss, hohe Frau: Eure Worte sind so wahr wie das Vaterunser.“ de Pizan, Christine: Das Buch von der Stadt der Frauen. Übersetzt u. herausgegeben von Margarete Zimmermann (2024). Berlin: AvivA, S. 177–179. a) Untersuche die Argumentation des Textausschnittes: Stelle fest, mit welchen Mitteln die Antwort gebende Frau Rechtschaffenheit die vorherrschende Meinung über Frauen und Bildung entkräftet. b) Nimm – ausgehend vom Text – Stellung zu der Frage, weshalb viele Männer die Bildung von Frauen (damals) nicht förderten. c) Recherchiere zur Geschichte der Frauenbildung in Österreich und fertige eine Timeline mit kurzen Erklärungen an. Deine Zeitleiste sollte zumindest vier Daten und Eckpunkte enthalten. Beginne im Mittelalter. Tipp Christine de Pizans Das Buch von der Stadt der Frauen ist im heutigen Sinne der erste utopische13, feministische Roman. Die Vorstellung einer Stadt nur für Frauen haben später noch andere Autorinnen aufgegriffen. Zwei Beispiele dazu sind etwa Herland (1915) von Charlotte Perkins Gilman und Sultana’s Dream (1905) von Begum Rokeya. Basierend auf Sultana’s Dream ist 2023 ein Animationsfilm erschienen. Auf YouTube findest du den Trailer. In den fiktiven Gesprächen mit drei vornehmen Frauen – Frau Vernunft, Frau Rechtschaffenheit und Frau Gerechtigkeit – rückt Christine de Pizan immer wieder scheinbare Schwächen und Laster von Frauen ins Zentrum der Diskussion. Auch heutzutage gibt es genügend Vorurteile gegenüber Frauen. • Sammle mit deiner Sitznachbarin bzw. deinem Sitznachbarn innerhalb von drei Minuten Vorurteile und Stereotype (siehe auch Merkenswertes auf der Folgeseite), die sich auf Frauen beziehen. • Sucht euch gemeinsam eines davon aus. • Führt einen Dialog, in dem ihr das gewählte Vorurteil bzw. Stereotyp widerlegt. Verwendet konkrete Beispiele. • Verschriftlicht den Dialog. Tipp Wenn ihr ein kollaboratives Schreibtool verwendet, könnt ihr den Dialog sofort verschriftlichen, indem ihr abwechselnd in eurer Rolle (Rede – Gegenrede) schreibt. Überarbeitet im Anschluss den Text. Alle Texte der Klasse können im Anschluss gesammelt und wie bei Christine de Pizan zu einer literarischen Stadt zusammengeführt werden. 55 60 65 13 nur in der Vorstellung oder Fantasie möglich A 16 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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