viel|seitig 6, Schulbuch

110 VIEL | SEITIG 6 Merkenswertes Zur Unterscheidung von Stereotyp und Vorurteil: Stereotyp: Überzeugung, dass Menschen bestimmte Verhaltensweisen und Eigenschaften aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe aufweisen. Es ist eine Verallgemeinerung, die individuellen Eigenschaften einer Person spielen keine Rolle. Es entsteht das bekannte „Schubladendenken“. Beispiel: Männer sind handwerklich begabt und reparieren gerne Dinge. Vorurteil: Wertende (meist negative) Urteile über Personen oder Gruppen. Vorurteile werden durch das Vorhandensein von (negativen) Emotionen gebildet und basieren oft auf unreflektierten Stereotypen. Beispiel: Männer interessieren sich nicht für Gefühle von anderen und sind unsensibel. Lies die drei Textausschnitte und ordne sie jeweils einer der drei Autorinnen zu. Notiere den Autorinnennamen unterhalb des jeweiligen Textes und benenne jeweils das Hauptthema der Texte. Mechthild von Magdeburg Hrotsvit von Gandersheim Hildegard von Bingen Die Seele preist Gott fünffach „O du gießender Gott in deiner Gabe, o du fließender Gott in deiner Liebe, o du brennender Gott in deinem Begehren, o du schmelzender Gott in der Vereinigung mit deiner Liebsten, o du an meinen Brüsten ruhender Gott, ohne dich kann ich nicht sein.“ von Magdeburg, Mechthild: Das fließende Licht Gottes. In: Bers, Anna (Hrsg. 2022): Frauen | Lyrik. Gedichte in deutscher Sprache. Leipzig: Reclam, S. 21. (neuhochdeutsche Übersetzung) A b r a h a m. O Tochter meiner Wahl, Maria, meiner Seele Teil zumal, hör auf meine väterliche Mahnung, auf meines Bruders Ephrem heilvolle Planung und richte darauf seinen Sinn, der Jungfräulichkeit Stifterin – ihr gleichst du jetzt nur in dem Namen – auch in der Keuschheit nachzuahmen. von Gandersheim, Hrotsvitha (2013): Dulcitius/Abraham. Zwei Dramen. Leipzig: Reclam, S. 25. „Aber wenn eine Frau in der Vereinigung mit einem Mann ist, dann kündigt die Hitze ihres Gehirns, die die Lust in sich hat, den Geschmack dieser Lust in dieser Vereinigung und das Ausgießen des Samens an. Und nachdem der Samen an seinen Platz gefallen ist, zieht die erwähnte sehr starke Hitze des Gehirns jenen an sich und hält ihn fest. Und bald ziehen sich auch die Nieren der Frau zusammen, und alle Glieder, die zur Zeit der Monatsblutung zum Öffnen bereit sind, schließen sich so, wie ein starker Mann etwas in seine Hand schließt.“ von Bingen, Hildegard: Causae et Curae 2,223. In (2016): Werke, Bd. 2, Beuron: Beuroner Kunstverlag, S. 122f. A 17 → Arbeitsblatt Vision der Hildegard von Bingen gx9u3p 1 5 1 5 1 5 10 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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