viel|seitig 6, Schulbuch

119 2 SCHRIFTLICHE KOMPETENZ 1 MÜNDLICHE KOMPETENZ 3 TEXTKOMPETENZ 4 LITERARISCHE BILDUNG 6 SPRACHLABOR 5 MEDIALE BILDUNG VIEL | SEITIG 6 YOLO wurde zwar schon immer mit dem lateinischen Spruch Carpe Diem, dem Leitmotiv des Barock, gleichgesetzt, doch erst jetzt scheint es sich diesem tatsächlich anzunähern. Carpe Diem mag uns zwar fröhlich mahnend von Ziertafeln auf Zimmerwänden oder Kaffeetassen dazu auffordern, den Tag zu nutzen, doch im Barock war der Ausspruch Ausdruck einer drängenden, gezwungenen „Lebensfreude“. Das ist der Zeit geschuldet: Das Chaos des 30-jährigen Krieges hatte die Menschen fest im Griff. Die Grauen des Krieges waren allgegenwärtig und der Tod lauerte überall. Beispiel Wer weiß, ob ich morgen noch lebe? – Carpe Diem! So war es nicht verwunderlich, dass die Menschen, die sich der eigenen Vergänglichkeit direkt ausgesetzt sahen, gierig nach Lebenslust waren und zum Teil alles versuchten, um den Tag bestmöglich zu nutzen und zu feiern. Insbesondere der Adel drückte dies in ausschweifenden Festen aus. Diese standen im starken Kontrast zu der Armut der weit größeren Bevölkerungsschicht, die sich dies nicht leisten konnte. Generell ist die Zeit des Barock von einer großen Widersprüchlichkeit geprägt. Die Genusssucht gepaart mit der Warnung, dass das Leben vergänglich ist, zeigt sich auch in den beiden weiteren Leitmotiven der Barockzeit: Memento mori und Vanitas. Beide Begriffe kommen ebenfalls aus dem Lateinischen. Mehr dazu findest du im Literaturlexikon. Kreuze an, ob die Aussagen zum Text wahr oder falsch sind. • YOLO und Carpe Diem stehen für Lebensfreude. A wahr B falsch • YOLO wurde bereits zweimal zum deutschen Jugendwort des Jahres gewählt. A wahr B falsch • Die Menschen des Barockzeitalters waren nicht wirklich lebensfroh, da Armut und Tod allgegenwärtig waren. A wahr B falsch Verbinde die drei Leitmotive des Barock mit ihrer Bedeutung. Leitmotiv Bedeutung 1 Carpe diem A „Gedenke des Todes“, „Bedenke, dass du sterben wirst“, Todesbewusstsein; Erinnerung daran, dass der Tod unausweichlich und jederzeit möglich ist 2 Memento mori B „Eitelkeit“; Mahnung, dass irdische Reichtümer, Schönheit und Erfolg vergänglich sind 3 Vanitas C „Nutze den Tag“ (eigentlich: „Pflücke den Tag!“); Genieße den Moment und jeden Tag in vollen Zügen, weil nichts für immer bleibt. Hedonismus-Gedanke: Lustgewinn und Vergnügen stehen im Zentrum S. 200 A 32 A 33 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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