viel|seitig 6, Schulbuch

181 2 SCHRIFTLICHE KOMPETENZ 1 MÜNDLICHE KOMPETENZ 3 TEXTKOMPETENZ 4 LITERARISCHE BILDUNG 6 SPRACHLABOR 5 MEDIALE BILDUNG VIEL | SEITIG 6 Ausnahmen von der deutschen Flexionsendung • AUSSER Verben, die im englischen Infinitiv auf ein stummes e enden Beispiel: time: getimt/getimed, like: gelikt/geliked, fake: gefakt/gefaked • AUSSER Partizip-II-Formen, die unflektiert erstarrt sind: overdresst/overdressed In der Kolumne „Er designs, sie hat recycled, und alle sind chatting“ im Spiegel von Bastian Sick aus dem Jahr 2004 spiegelt sich der Sprachwandel wider. Der Text ist bereits etwas älter und beschäftigt sich mit der Schreibweise von englischen Fremdwörtern. Mittlerweile hat sich hier einiges verändert. Prüfe, ob die Schreibweise der markierten Wörter noch dem heutigen Stand entsprechen, notiere richtig oder falsch in die Lücke. Er designs, sie hat recycled, und alle sind chatting Wie werden eigentlich englische Wörter in deutscher Schriftsprache behandelt; kann man sie deklinieren und konjugieren wie deutsche Wörter? Oder gelten für sie andere Regeln? Ein paar Gedanken über die Einbürgerung von Fremdwörtern. Von Bastian Sick | 21.04.2004 […] Also halten wir es genauso. Wir haben Verben wie „to design“ und „to recycle“ in unsere Sprache aufgenommen, und nun, da sie unentbehrlich geworden sind, hängen wir ihnen unsere eigenen Endungen an: Ich designe eine Kaffeekanne, du designst ein Auto, der Architekt designt ein Haus; ich recycle Papier, du recycelst Plastik, er recycelt Biomüll. Im Perfekt entsprechend: Er hat ein Haus designt, wir haben Autoreifen recycelt . Was wäre die Alternative? Sollte man die englischen Formen benutzen? Er hat ein Haus designed, wir haben Papier recycled – das mag im Perfekt noch angehen. Aber wie sieht es im Präsens aus? Er designs ein Haus, wir recycle Papier? Es sieht nicht nur befremdlich aus, es klingt auch äußerst seltsam. Die Einbürgerung von Fremdwörtern verläuft nicht nach festen Regeln, irgendjemand traut sich irgendwann das erste Mal, „geshoppt“ oder „gemailt“ zu schreiben, ein anderer macht es nach, und langsam verbreitet sich der deutsche „Look“. Nach einer Weile hat man sich dran gewöhnt. [...] Natürlich gibt es Ausnahmen: ein frisierter Motor ist „getuned“ und nicht „getunt“, und perfektes Timing wird im Perfekt zu „getimed“, nicht „getimt“ . So sieht es jedenfalls der Duden. Andere englische Wörter werden dafür vom Deutschen derart absorbiert, dass sie kaum noch wiederzuerkennen sind: Das englische Wort tough ist im Deutschen zu taff geworden, und für pushen findet man auch schon die Schreibweise puschen. Boxkämpfe werden promotet, Flüge gecancelt und Mitarbeiter gebrieft. Doch nicht jedes englische Verb, das sich in unseren Sprachraum verirrt hat, braucht ein deutsches Perfektpartizip: Die Antwort auf die Frage, ob es „downgeloadet“ oder „gedownloadet“ heißen muss, lautet: Weder noch, es heißt „heruntergeladen“. [...] Statt „gevotet“ kann man ebenso gut „abgestimmt“ schreiben, statt „upgedated“ aktualisiert, und wer seine Dateien „gebackupt“ hat, der hat sie auf gut Deutsch gesichert. [...] https://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfischer-designs-sie-hat-recycled-und-alle-sind-chatting-a-292847. html (abgerufen am 07.07.2024) Diskutiere mit einer Partnerin oder einem Partner, in welchen Punkten ihr zustimmt/ nicht zustimmt und markiert Passagen im Text. A 22 1 5 10 15 20 25 30 35 40 45 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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