viel|seitig 6, Schulbuch

90 VIEL | SEITIG 6 Lesesozialisation Die Leseerfahrungen unserer frühen Kindheit sowie das Leseverhalten innerhalb der Familie prägen unser zukünftiges Lesen (oder Nicht-Lesen). Das Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik definiert den Begriff Lesesozialisation folgendermaßen: „Lesesozialisation ist im Allgemeinen der Verlauf der Herausbildung des Individuums in der Auseinandersetzung mit literarischen Medien und bezeichnet den Prozess des Hineinwachsens in die Schrift- bzw. die literarische Kultur. […] Die Lesekompetenz eines Kindes entwickelt sich demnach nicht erst während der Schulzeit, sondern wird durch Erfahrungen beeinflusst, die es bereits in der frühen Kindheit sammelt, wobei man die Prozesse, die die individuelle Entwicklung von Lesekompetenz und Lesemotivation unterstützen, ganz allgemein als Lesesozialisation bezeichnet.“ Stangl, W.: Lesesozialisation. Online Lexikon für Psychologie & Pädagogik, abrufbar unter: https://lexikon.stangl.eu/33320/ lesesozialisation (abgerufen am 25.03.2025) Bevor du in den Kindergarten oder die Schule kommst und einzelne Buchstaben kennenlernst, hast du vermutlich bereits Erfahrungen mit dem Lesen oder Vorlesen von Märchen, Sagen und Kinderbüchern gemacht – oder vielleicht auch nicht? Die Lesesozialisation kann sich auch innerhalb einer Generation stark unterscheiden. Durch die digitale Wissensvermittlung hat sich das Lesen maßgeblich verändert. Finde heraus, wie sich die Lesesozialisation über Generationen hinweg entwickelt hat. a) Führe zwei Interviews zum Thema „Meine Erfahrungen mit dem Lesen“ durch und wähle aus diesen Personenkreisen: • Interview mit einer Klassenkameradin oder einem Klassenkameraden • Interview mit jemandem aus der Großelterngeneration (oder einer anderen Person dieser Altersgruppe) • Du kannst wahlweise ein drittes Interview mit deinen Erziehungsberechtigten durchführen. b) Verwende für die Interviews die folgenden beispielhaften Leitfragen (siehe unten) und halte die Antworten schriftlich oder digital fest. Natürlich kannst du noch zusätzliche Informationen sammeln und aufschreiben. Frage genau nach! Beispiel Leitfragen: 1. Wie oft wurde dir als Kind vorgelesen? 2. Wie oft hast du dich im Kindesalter (bis 10 Jahre) mit Büchern, Zeitungen, Zeitschriften beschäftigt? 3. Wie häufig hast du Orte besucht, die mit dem Lesen zu tun haben (z.B.: städtische Bücherei)? 4. Wie häufig liest du online (Nachrichten, Webseiten, Social Media)? 5. Wie häufig liest du Literatur – also Romane, Geschichten, Gedichte, Theaterstücke etc.? Antwortmöglichkeiten: □ häufig □ manchmal □ selten □ nie Lesen ist eine Form sozialen Handelns. A 19 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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