viel|seitig 6, Schulbuch

92 VIEL | SEITIG 6 In vielen Ländern gibt es die Idee, Bibliotheken moderner und ansprechender für Jugendliche und Kinder zu gestalten. Doch wie kann das gelingen? a) Lies den Bericht „Oodi – die beste Bibliothek der Welt steht in Helsinki“ von Claudia Hempel. Verwende das scannende Lesen und suche nach allen Unterschieden zu einer herkömmlichen Bücherei, wie du sie kennst. Notiere alle Unterschiede. Merkenswertes Die Lesestrategie scannendes Lesen hilft dir dabei, gezielt bestimmte Informationen aus einem Text herauszufiltern. Du durchsuchst den Text nach gewissen Schlagwörtern, Begriffen oder zu einem konkreten Auftrag. Oodi – die beste Bibliothek der Welt steht in Helsinki Was macht eine Bibliothek so besonders, dass sie von Ministerpräsidenten, Stadtentwicklungsbüros, Politikern und Bibliothekarinnen aus aller Welt besucht wird? Warum investiert der finnische Staat fast 100 Millionen Euro in eine Bibliothek? Wie funktioniert sie, die Bibliothek der Zukunft, die 2019 zur besten Bibliothek der Welt gekürt wurde? Eine Wunschliste der Stadtgesellschaft – Mitbestimmung als Prinzip. Von Claudia Hempel | 10.03.2024 Mitten im Zentrum, direkt gegenüber vom Parlament steht sie – die neue Bibliothek von Helsinki namens Oodi, was übersetzt „Ode“ heißt. Eine Ode an das Lernen und auch eine Ode an eine Idee für das Zusammenleben im 21. Jahrhundert. Dabei hat es ein Jahrzehnt gebraucht, um diese neue Zentralbibliothek für Helsinki zu planen und zu bauen. Und vielleicht liegt in dieser langen Vorbereitungsphase der Schlüssel zum Erfolg. Denn bevor jemals der erste Spatenstich erfolgte, wurden die Bürger und Bürgerinnen der finnischen Hauptstadt gefragt: Was wünscht ihr euch von einer Bibliothek? Und gleichzeitig befragte die Stadtverwaltung auch die Bibliothekare und Bibliothekarinnen: Was braucht Ihr für ein gutes Arbeitsumfeld? Ein Wohnzimmer für Helsinki – 7.000 Menschen kommen pro Tag Und wenn man viele Menschen fragt, bekommt man auch viele Antworten. Antworten, die einander oft widersprechen: Groß und offen soll die Bibliothek sein, intim und leise. Kinder sollen einen Raum zum Toben haben, Lesende ihre Ruhe bei der Lektüre. Und überhaupt: Die Bibliothek soll mehr sein als ein Ort zum Bücher ausleihen. Sie soll eine Art Wohnzimmer in der Stadt sein: ähnlich vertraut wie zu Hause und dazu noch Treffpunkt, Lernort, Marktplatz und sozialer Kommunikationsraum. Die Menschen wünschen sich ein vielfältiges Angebot, um Dinge einfach auszuprobieren. Sie wollen Playstation spielen, T-Shirts drucken, 3D-­ Drucker testen, im Musikstudio Songs aufnehmen, eine E-Gitarre leihen, Kochkurse besuchen, kleine Besprechungsräume mieten, nähen, stricken, Schach spielen, ein Fotostudio mieten oder einfach nur rumhängen. Und all das ist heute im Oodi möglich. Dass das Modell funktioniert, zeigt der rege Zuspruch: 7.000 Besucher und Besucherinnen kommen pro Tag ins Oodi. Roboter als Bibliotheksmitarbeiter Und die Bibliothekare und Bibliothekarinnen – was wünschten die sie sich? Sie wollten vor allem für die Menschen vor Ort da sein und weniger Bücher aus-, um- oder einsortieren. So überlegten alle gemeinsam: Welche Arbeit kann eine Maschine übernehmen? Wo braucht es Menschen? Die Buchsortieranlage im Untergeschoss wird A 21 Die Oodi Bibliothek ist auch von außen besonders. 1 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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