viel|seitig 6, Schulbuch

111 2 SCHRIFTLICHE KOMPETENZ 1 MÜNDLICHE KOMPETENZ 3 TEXTKOMPETENZ 4 LITERARISCHE BILDUNG 6 SPRACHLABOR 5 MEDIALE BILDUNG VIEL | SEITIG 6 Schreibende Frauen Weibliche Figuren werden in der mittelalterlichen Literatur (von der hauptsächlich männlichen Autorenschaft) in verschiedenen Rollen stilisiert: Sie werden im Minnesang für ihre perfekte Schönheit gepriesen oder als idealtypische Mutter, aufopfernde Heldin oder gar bösartige Hexe beschrieben. Frauen waren aufgrund fehlender Bildung und Zeit selten schreibend tätig. Nur im Kloster gab es keine familiären Erwartungen an die Frauen, weshalb sie dort schreiben und lesen lernen konnten. Diesen Weg ging etwa die erste bekannte deutsche Dichterin Hrotsvit von Gandersheim. Ihr Werk besteht aus Verslegenden und -epen sowie Dramen in lateinischer Sprache. Religiöse Themen stehen im Mittelpunkt ihres Werkes. Ihre Lesedramen beschäftigen sich insbesondere mit dem Thema der Jungfräulichkeit. Ein besonderes Ausnahmetalent war Hildegard von Bingen. Sie hatte bereits als Kind Visionen, war Theologin, Gelehrte, Naturwissenschaftlerin, Vertraute von Königen und Schützling von Päpsten. Sie führte regen Briefverkehr mit mächtigen Personen und scheute sich nicht davor, Kritik an ihnen zu üben. Die religiösen Schriften von Mechthild von Magdeburg waren für die damalige Zeit skandalös. Sie war, wie Hildegard von Bingen, eine Mystikerin14. In ihrem Werk Das fließende Licht der Gottheit schildert sie auf intime Weise die innige Liebe zu Gott. Sie bedient sich dabei auch Elementen des höfischen Minnesangs. Nachdem Christine de Pizans literarische Stadt, errichtet aus zahlreichen Geschichten, fertig ist, endet das Buch. Offen bleibt, wie das Leben in dieser Stadt aussieht. Findet in Kleingruppen Regeln für das Zusammenleben in der Stadt der Frauen. a) Formuliert gemeinsam die drei wichtigsten Regeln und Gesetze, die für das Zusammenleben in der Stadt wichtig sind und diskutiert mögliche Schwierigkeiten und Probleme. b) Skizziert einen typischen Tag in der Stadt der Frauen für eine Persönlichkeit eurer Wahl. c) Präsentiert eure Ergebnisse. 4b Der Mensch im Fokus: Reformation und Humanismus Ergänze in der rechtsstehenden Silhouette deine Vorstellungen von einem „Narren“. a) Füge der Silhouette typisches Aussehen und charakteristische Kleidung eines Narren hinzu. b) Gib dein Buch deiner Sitznachbarin bzw. deinem Sitznachbarn. Diese oder dieser ergänzt einen oder mehrere klassische Gegenstände und Tiere, die den Narren begleiten. c) Vergleiche dein Bild mit einer Klassenkollegin oder einem Klassenkollegen, die oder der nicht deine Sitznachbarin bzw. dein Sitznachbar ist. 14 Person, die eine tiefe spirituelle Erfahrung und göttliche Verbindung sucht A 18 A 19 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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