123 2 SCHRIFTLICHE KOMPETENZ 1 MÜNDLICHE KOMPETENZ 3 TEXTKOMPETENZ 4 LITERARISCHE BILDUNG 6 SPRACHLABOR 5 MEDIALE BILDUNG VIEL | SEITIG 6 Kadenz: Als Kadenz wird das Ende des Verses bezeichnet. • weiblich: Der Vers endet auf einer unbetonten Silbe. • männlich: Der Vers endet auf einer betonten Silbe. Beispiel: Der Alexandriner oben endet auf einer betonten Silbe. Die Kadenz ist männlich. Lies den Einzeiler von Andreas Gryphius. Ich bin nicht der ich war die Kräfte sind verschwunden. Gryphius, Andreas: Thränen in schwerer Kranckheit. In: Meid, Volker (Hrsg., 2014): Gedichte des Barock. Stuttgart: Reclam, S. 124. a) Zeichne in den folgenden Vers die Silben (/), die Betonungen (´) und die Zäsur (|) ein. b) Die Kadenz ist … weiblich männlich Lies das Gedicht Es ist alles Eitel von Andreas Gryphius, um mehr über die idealtypische Form eines Sonetts herauszufinden. DU sihst wohin du sihst nur Eitelkeit auff Erden. Was diser heute baut reist jener morgen ein: Wo itzund20 Städte stehn wird eine Wisen seyn Auff der ein Schäfers-Kind wird spilen mit den Herden: Was itzund prächtig blüht sol bald zutretten werden. Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein Nichts ist das ewig sei kein Ertz kein Marmorstein. Itzt lacht das Glück uns an bald donnern die Beschwerden. Der hohen Thaten Ruhm muß wie ein Traum vergehn. Soll denn das Spil der Zeit der leichte Mensch bestehn? Ach! was ist alles diß was wir vor köstlich achten Als schlechte Nichtigkeit als Schatten Staub und Wind; Als eine Wisen-Blum die man nicht wider find’t. Noch wil was Ewig ist kein Mensch betrachten. Gryphius, Andreas: Es ist alles Eitel. In: Meid, Volker (Hrsg., 2014): Gedichte des Barock. Stuttgart: Reclam, S. 124. a) Bringe das Gedicht in die typische Form des Sonetts. • Teile die Verse in vier Strophen (zwei Quartette und zwei Terzette) ein. • Zeichne die Zäsur (|) an der passenden Stelle in den Versen der ersten Strophe ein. • Kennzeichne in der ersten Strophe des Gedichts die betonten Silben. • Schreibe dazu, ob es sich um eine weibliche oder männliche Kadenz handelt. • Bestimme das Reimschema der Strophen. b) Im Gedicht kommen einige rhetorische Stilmittel vor. Markiere jeweils: • Anapher(n) • Antithese(n) • Hyperbel(n) A 39 A 40 1 20 jetzt 5 10 S. 35f. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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