viel|seitig 6, Schulbuch

133 2 SCHRIFTLICHE KOMPETENZ 1 MÜNDLICHE KOMPETENZ 3 TEXTKOMPETENZ 4 LITERARISCHE BILDUNG 6 SPRACHLABOR 5 MEDIALE BILDUNG VIEL | SEITIG 6 a) Versuche es selbst: Dreh bei dir zuhause alle Bücher um, die von Autoren stammen. Fotografiere anschließend das Bücherregal und teile es auf Social Media, einer digitalen Pinnwand oder mit der Klasse. Tipp Du kannst den Versuch aber auch in eurer Schulbibliothek machen. Oder frag in einer örtlichen, kleinen Buchhandlung nach, ob sie dein Projekt für ein paar Tage unterstützen würden. b) Besprecht die Fotos in der Klasse hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Reflektiere dein privates und schulisches Leseverhalten. a) Liste fünf Bücher auf, die du in den letzten Jahren gelesen hast und die dir besonders in Erinnerung geblieben sind. Markiere diejenigen, die von Frauen stammen. Achtung: Manchmal solltest du sicherheitshalber recherchieren, ob es sich nicht um ein Pseudonym26 handelt. b) Sammelt gemeinsam die Werke, die ihr als Klassenlektüre gelesen habt. Markiere diejenigen, die von Frauen stammen. c) Recherchiere im Internet nach einer Liste mit zehn deutschsprachigen Romanen, die man unbedingt gelesen haben muss. Alternativ kannst du eine KI danach befragen. Notiere davor eine Vermutung, wie viele davon von Autorinnen verfasst wurden. Überprüfe deine Annahme. d) Diskutiert die Ergebnisse in der Klasse. Der erste deutschsprachige Frauenroman Sophie von La Roche (1730–1807), deren Briefroman27 Geschichte des Fräulein von Sternheim als erster deutschsprachiger Frauenroman gilt, verbirgt sich zunächst ebenfalls hinter der Anonymität, weil es sich damals als Frau nicht schickt, Romane zu schreiben. Das Werk wird von ihrem Cousin und ehemaligen Verlobten zunächst einfach als Frauenroman herausgegeben. Am Anfang des Briefromans steht ein Brief, in dem der Herausgeber die scheinbaren Mängel des Werkes hervorhebt – wahrscheinlich, um den Kritikern schon im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen. Er schreibt auch, obwohl er das Werk hochschätzt und lobt, dass es sich selbstverständlich an Frauen richte und als Werk einer Frau qualitativ nicht dem Roman eines Mannes entsprechen könne. Der teils autobiographische Roman wird schnell erfolgreich. Insbesondere die spannende Handlung und die unterschiedlichen Erzählperspektiven durch die Briefe verschiedener Personen, tragen zum Erfolg bei. Sophie von la Roche trifft mit ihrem Roman den Zeitgeist der Empfindsamkeit28, indem sie aufgeklärten Wissensdrang und Frömmigkeit, Verstand und Seele geschickt miteinander verknüpft. A 54 26 Deckname Sophie von La Roche 27 Briefe durften von Frauen geschrieben werden. Es ist also wenig erstaunlich, dass der erste Frauenroman ein Briefroman ist. 28 literarische Tendenz der europäischen Aufklärung Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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