20 VIEL | SEITIG 6 Was nützt es, wenn ich ehrlich bin? Das macht doch die Welt nicht ehrlich. Und wenn ich kein Fleisch mehr kaufe, sind die Tiere trotzdem tot. Was nützt es, wenn ich gütig bin? Das ändert nicht die bösen Menschen. Und teile ich, was ich nicht brauche, fehlt den anderen trotzdem Brot. Was nützt es, wenn ich Müll sortiere? Die Erde bleibt ja doch verschmutzt. Was soll ich Fremdes reparieren? So vieles bleibt ja doch kaputt. […] Du bist einer von fast acht Milliarden. Worauf willst du noch warten? Was, wenn ich jetzt sage, dass wir alle einen Einfluss haben? In: Engelmann, Julia (2016): Jetzt, Baby. Neue Poetry-Slam-Texte. München: Goldmann, S. 84–88. a) Lies den Auszug laut vor und ändere deinen Vortragsstil. Stell dir vor, dein Publikum wären Jugendliche. b) Sprich, als wären Politikerinnen und Politiker im Parlament dein Publikum. c) Trage den Auszug laut vor. Dieses Mal vor Kindern unter zehn Jahren. Nun gehört die Bühne ganz dir! Werde zur Poetin oder zum Poeten und verfasse deinen eigenen Slam-Text. Beachte dafür folgende Vorgaben: • Dauer: ca. drei Minuten • selbstständig verfasster Text • Der Text kann sich reimen, muss er aber nicht. • Der Text sollte auswendig oder mit wenig Hilfe vorgetragen werden können. a) Einigt euch im Klassenverband auf ein gemeinsames Überthema für euren KlassenPoetry-Slam, z.B.: Herkunft, Heimat, Erstsprache, meine Heldin/mein Held oder Klima. b) Verfasse einen kurzen Slam-Text zum Thema deiner Klasse. c) Lies deinen Text mehrmals durch und überarbeite ihn gegebenenfalls. d) Probe deinen Text (vor dem Spiegel, vor einem Familienmitglied etc.). e) Trage deinen Text der Klasse vor. 10 15 20 25 Das Mikro ist an! A 23 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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