viel|seitig 6, Schulbuch

33 2 SCHRIFTLICHE KOMPETENZ 1 MÜNDLICHE KOMPETENZ 3 TEXTKOMPETENZ 4 LITERARISCHE BILDUNG 6 SPRACHLABOR 5 MEDIALE BILDUNG VIEL | SEITIG 6 ob das namenlose Hendl oder Schweindl auf der Alm leben konnte. Oder ob es zusammengepfercht mit zig Artgenossen unter widrigsten Bedingungen krepiert ist. Seien wir ehrlich: Davon wollen wir eigentlich gar nichts wissen. Gleichzeitig verniedlichen wir unsere Hunde und Katzen mit Namen wie Bello oder Muzi, schätzen unsere Haustiere als Freunde und weinen, wenn sie uns eines Tages verlassen. Das ist ein krasser Widerspruch, der sich auch in unserem Umgang mit Wildtieren offenbart. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir uns Wölfe und Bären in unsere Wälder zurückgewünscht haben. Kaum sind sie wieder da, sind sie zu „Problemtieren“ mutiert, eine Gefahr für den Menschen, die es zu bekämpfen gilt. Die Politik macht es sich leicht: Der Bär heißt nicht mehr Bruno, und es löst – anders als etwa im Jahr 2006 – kaum noch Protest aus, wenn er erschossen wird. Die moderne Forschung zeigt, dass Tiere fühlen, leben, leiden. Nur ist das für uns nicht greifbar, vor allem dann nicht, wenn wir keinen direkten Zugang zu ihnen haben. Dann brauchen wir eine Geschichte, eine, in der wir ihre Gefühle mit den unseren gleichsetzen. Tiere zu vermenschlichen und ihnen Namen zu geben, gibt ihnen eine Persönlichkeit. Persönliche Bezüge schaffen Empathie5. Wenn etwas „menschelt“, löst das in uns Emotionen aus. Emotionen bewegen zu Handlungen. So funktionieren Tiere vielleicht nicht, aber so funktionieren Menschen. Und die gilt es, zum Tierschutz zu motivieren. Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Annahme des EU-Renaturierungsgesetzes im EU-Parlament: Der Natur wieder ihren Raum zu geben und sie wiederherzustellen ist nicht nur aus ethischer Sicht logisch. Wir brauchen ein intaktes Ökosystem, wir brauchen fruchtbare Böden, wir brauchen sauberes Trinkwasser und saubere Luft zum Atmen. Das ist die Lebensgrundlage. Von Menschen und Tieren. https://www.derstandard.at/story/3000000178675/ das-gl252ck-und-ungl252ck-der-tiere (abgerufen am 21.03.2025) Tipp Achtung! Im Rahmen der sRDP ist in den Textsortenkriterien festgelegt, dass keine Ich-Formulierungen verwendet werden dürfen – also auch keine anderen Varianten des Pronomens wie wir, unser, mein usw. Im journalistischen Bereich ist dies aber durchaus üblich. a) Analysiere den Aufbau des Textes. b) Untersuche die Sprache des Kommentars. c) Beschreibe das Verhältnis der Verfasserin zur Leserschaft. Der Kommentar ist eine argumentative, appellative Textsorte, die besonders meinungsbetont ist und stark durch die eigene Meinung der Verfasserin/des Verfassers geprägt ist. Es handelt sich dabei um eine journalistische Textsorte6. Ein Kommentar kann zu einem freien Thema verfasst werden, wird im Rahmen der sRDP aber immer als Reaktion auf einen Ausgangstext erstellt. Diese Textsorte ist so formuliert, dass die subjektive Meinung stets deutlich ist, die eigene Position wird begründet und sprachlich interessant dargelegt. Eine Wertung zu einem vorgegebenen Thema wird abgegeben. Dazu werden häufig rhetorische Stilmittel verwendet, um den Text lebendig und sprachlich ansprechend für die Leserschaft zu gestalten. 35 40 45 50 55 60 5 Einfühlungsvermögen 65 70 75 6 in Medien abgebildete Texte, wie etwa in Print- oder Online-Medien; verfasst von Journalistinnen und Journalisten (Ausnahme: Gastkommentare) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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