54 VIEL | SEITIG 6 dass sie sich davon sexuell belästigt fühlen, so wie ich das auf Facebook geschrieben habe. Diesbezüglich musste ich erfahren, dass eine solche Empfindung offenbar nur Frauen vorbehalten ist. Ist das aufgeklärt und emanzipiert? Als Auftrag unserer Gesellschaft sehe ich neben der Arbeit mit Burschen daher auch, junge Frauen zur Reflexion anzuleiten. Von Bildungseinrichtungen wird weiter nach wie vor erwartet, Arbeitshaltungen wie Fleiß, Ordentlichkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Genauigkeit und vieles mehr zu lehren, um die Arbeitnehmer für morgen jobtauglich zu machen. Nun wird aber in vielen Berufen das äußere Erscheinungsbild als Teil der Arbeitshaltung betrachtet – für alle Geschlechter geltend, wohlgemerkt. Eine Polizistin, die zwei Knöpfe offenlässt, um ihr Dekolleté zu betonen, ist ebenso undenkbar wie ein Rechtsanwaltsanwärter im eng anliegenden ärmellosen T-Shirt mit Oberarmtattoos. Hierzu möchte ich gerne zwei Möglichkeiten zur Diskussion stellen, nämlich staatlich verordnete Regelungen einerseits, am Schulstandort partizipativ entwickelte andererseits. Dresscode für Bildungseinrichtungen Es wäre grundlegend ein Leichtes für den Gesetzgeber, Regelungen für den Schulbetrieb festzulegen, was ein reiner Dresscode sein könnte, wie er in den USA immer öfter zu finden ist, oder die Einführung von Schuluniformen, wie sie weltweit verbreitet ist: Großbritannien, Australien und Russland haben ebenso Uniformen wie weite Teile Lateinamerikas, Afrikas und Asiens – darunter Indien, Japan, China und Südkorea. Themen wie „Kleidung als Statussymbol“ und „Mobbing wegen Kleidung“ würden hier ad acta gelegt werden, auch ist diese Regelung letztlich sogar entscheidend billiger für die Familien. Lieber als staatliche Vorgaben hätte ich persönlich aber gerne ein anderes Modell diskutiert: Warum das Thema nicht der Schulautonomie überlassen und einfordern, dass diese Regelungen zusammen mit den Heranwachsenden entwickelt werden? Das gäbe Lehrer(inne)n wie Schüler(inne)n gleichermaßen die Möglichkeit, eigene Bedürfnisse und eigene Gefühle – wie etwa Unbehagen – zur Sprache zu bringen und miteinander eine gute Lösung für die gesamte Schulgemeinschaft zu erarbeiten und zu verantworten. https://www.furche.at/gesellschaft/bauchfrei-debatte-kleidung-ist-teil-von-koerpersprache-11343480 (abgerufen am 21.03.2025) Schreibauftrag: Verfasse einen Leserbrief. Thema: Klimaaktivismus Situation: Die Klimakrise ist in aller Munde und du als interessierter Mensch liest dazu regelmäßig Beiträge in Zeitungen. Da du dir mittlerweile eine fundierte eigene Meinung zum Thema gebildet hast, beschließt du, auf den Bericht, den du heute bei deinen Online-Recherchen gefunden hast, zu reagieren und deine Meinung dazu zu äußern. Lies den Bericht „Klimaaktivisten betonieren Löcher auf spanischen Golfplätzen zu“ (Textbeilage) vom 3. Juli 2023 aus der Online-Ausgabe der Tageszeitung Kleine Zeitung. Verfasse nun einen Leserbrief und bearbeite dabei die folgenden Arbeitsaufträge: • Fasse die im Bericht angesprochene Problematik kurz zusammen. • Diskutiere die Berechtigung von Protestaktionen im Kontext des Klimaschutzes. • Nimm Stellung zum aktuellen Klimaaktivismus und zu weiteren Aktionen dieser Art. Schreibe zwischen 270 und 330 Wörter. Markiere Absätze mittels Leerzeilen. 80 85 90 95 100 105 110 115 120 125 A 20 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==