zielsicher. Politische Bildung, Schulbuch

Das Wahlrecht und seine Auswirkungen 30 Es gibt auch noch eine Reihe anderer Wahlen. Überlegen Sie, bei welchen Wahlen Sie schon mitwählen durften. Das österreichische Wahlrecht ist … … allgemein. Jede Österreicherin bzw. jeder Österreicher mit mindestens 16 Jahren ist wahlberechtigt. … gleich. Jede abgegebene Stimme zählt gleich viel. … persönlich. Alle müssen ihre Stimme persönlich abgeben. … geheim. Niemand kann gezwungen werden zu sagen, was sie bzw. er gewählt hat. Man kann am Stimmzettel nicht erkennen, wer ihn ausgefüllt hat (unterschriebene Stimmzettel sind ungültig). … frei. Die Entscheidung, wen die Wählerin bzw. der Wähler wählt, muss ohne Zwang und Druck erfolgen. … unmittelbar. Es werden keine Wahlmänner dazwischengeschaltet, wie bei der Präsidentenwahl in den USA. Zwei unterschiedliche Wahlsysteme Verhältniswahlrecht In Österreich wurde mit der Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts auch das Verhältniswahlsystem für die Zusammensetzung von Nationalrat, Landtagen und Gemeindevertretung festgelegt. Beim Verhältniswahlrecht werden die Mandate gemäß der Verteilung der Wählerstimmen vergeben. Je mehr Stimmen eine Partei bekommt, desto mehr Mandate erreicht sie (Wahlgerechtigkeit). Durch dieses Wahlsystem haben auch kleinere Parteien Chancen, Mandate zu bekommen. Um ihre Ziele durchsetzen zu können, müssen sich die Parteien meist zusammenschließen (Koalition). Sperrklausel: Diese Klausel verhindert, dass Kleinstparteien in parlamentarischen Einrichtungen vertreten sind. Damit eine Partei vertreten ist, muss ein bestimmter Prozentsatz an Stimmen erreicht werden. Bei den Wahlen zum Nationalrat gibt es eine Vier-Prozent-Hürde. Bei den Landtagswahlen gelten unterschiedliche Sperrklauseln. Mehrheitswahlrecht Beim Mehrheitswahlrecht wird in jedem Wahlkreis nur ein Mandat vergeben und zwar an jene Person, die die meisten Stimmen bekommen hat. Eine relative Mehrheit genügt. So kann eine Partei, die im gesamten Land nur rund 30 % Zustimmung hat, unter Umständen, eine absolute Mehrheit von 50 % erlangen. Vorteile dieses Systems sind, dass Entscheidungen leichter getroffen werden können, da keine Koalitionen gebildet werden müssen und dass die Wählerinnen und Wähler ihre Abgeordneten besser kennen. Dieses System wird vor allem in Großbritannien und in einigen Staaten der USA angewandt. Der Nachteil dieses Systems ist, dass fast nur die großen Parteien die Chance auf ein Mandat haben. Diskutieren Sie die Vor- und Nachteile dieser beiden Wahlsysteme. Erstellen Sie anschließend ein Plakat, auf dem sie die Wahlsysteme gegenüberstellen. 413 PK Mandate Sitze im Parlament SK 414 157 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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