zielsicher. Politische Bildung, Schulbuch

Das Wahlrecht und seine Auswirkungen 30 Wahlkarten / Briefwahl Kann die wahlberechtigte Person am Wahltag nicht im zuständigen Wahllokal wählen (z. B. weil sie nicht vor Ort ist, aus gesundheitlichen Gründen verhindert oder weil sie im Ausland ist), kann sie entweder mit einer Wahlkarte in einem beliebigen Wahllokal in Österreich oder mittels Briefwahl im In- und Ausland wählen. Wurde eine Wahlkarte beantragt, muss diese bei der Stimmabgabe in einem Wahllokal mitgenommen werden, sonst darf nicht gewählt werden. Die Briefwahlstimme muss bis zum Wahltag bei der Wahlkommission eintreffen. Freies Mandat In einer parlamentarischen Demokratie wählt das Volk Vertreter verschiedener Parteien in das Parlament, die dann anstelle des Volkes Entscheidungen treffen. Die Bundesverfassung gesteht den Abgeordneten ein freies Mandat zu. Das bedeutet, dass die Abgeordneten nicht an die Vorgaben oder Wahlversprechen der Partei oder des parlamentarischen Klubs gebunden sind. Geschichte des Wahlrechts in Österreich Heute ist jede bei einer Wahl abgegebene Stimme gleich viel wert. Das war aber nicht immer so. Die Geschichte des Wahlrechts in Österreich beginnt 1848. Bis dahin hatte der Kaiser uneingeschränkte Macht. Erst 1848 wurde eine Beteiligung des Volkes durch Bürgerproteste erkämpft. In einer indirekten Wahl durften die Wahlberechtigten ihre Stimme für Wahlmänner abgeben, die dann die Abgeordneten wählten. Frauen, Arbeiter und Dienstleute durften damals nicht wählen. Durch dieses Zensuswahlrecht wurde ein ungleiches Wahlrecht eingeführt. Die Stimmen der Reichen (Grundbesitz, Vermögen, Steueraufkommen) zählten mehr. 1873 wurde die direkte Wahl eingeführt, wobei der Zensus bestehen blieb. Auch beim Kurienwahlrecht zählten die Stimmen der Reichen nach wie vor mehr. Bei diesem Wahlrecht wurden die Männer aufgrund von Beruf, Stand, Wohnort und Einkommen in vier Gruppen eingeteilt. Erst 1907 wurde die Ungerechtigkeit des Zensus- und Kuriensystems durch die Einführung des gleichen und allgemeinen Wahlrechts für Männer ausgeglichen. Wann wurde das allgemeine und gleiche Frauenwahlrecht in Österreich eingeführt? Wer die Wahl hat, hat die Qual! Denn sich eine eigene Meinung zu bilden, ist gar nicht so leicht. Die Parteien nutzen den Wahlkampf, um auf sich aufmerksam zu machen und die jeweilige Programme und Ziele vorzustellen. Warum spielen die Medien im Wahlkampf eine besondere Rolle? Diskutieren Sie in der Gruppe. Mosaik „Wer nicht mitbestimmt, über den wird bestimmt!“ Bei welchen Punkten ist Ihnen persönlich eine Mitbestimmung besonders wichtig? 417 FK 418 SK 159 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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