Christina Heinrich · Daniela Kronberger · Franz Pöschl Michael Tötzl · Karl Valent zielsicher Deutsch und Kommunikation
zielsicher Deutsch und Kommunikation, Schulbuch + E-Book Schulbuchnummer: 225360 zielsicher Deutsch und Kommunikation, Schulbuch E-Book Solo Schulbuchnummer: 225361 Mit Bescheid des Bundesministeriums für Bildung vom 23. Dezember 2025, Geschäftszahl: 2024-0.744.999, gemäß § 14 Abs. 2 und 5 des Schulunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 472/86, und gemäß den derzeit geltenden Lehrplänen als für den Unterrichtsgebrauch für Berufsschulen im Unterrichtsgegenstand Deutsch und Kommunikation geeignet erklärt. Dieses Werk wurde auf der Grundlage eines lernergebnis- und kompetenzorientierten Lehrplans mit Rahmencharakter verfasst. Konkretisierung, Gewichtung und Umsetzung der Inhalte erfolgen durch die Lehrerinnen und Lehrer. Liebe Schülerin, lieber Schüler, Sie bekommen dieses Schulbuch von der Republik Österreich für Ihre Ausbildung. Bücher helfen nicht nur beim Lernen, sondern sind auch Freunde fürs Leben. Kopierverbot Wir weisen darauf hin, dass das Kopieren zum Schulgebrauch aus diesem Buch verboten ist – § 42 Abs. 6 Urheberrechtsgesetz: „Die Befugnis zur Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch gilt nicht für Werke, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind.“ Coverfoto: ÖBV Wien, Janina Hofmann Illustrationen: Oliver Eger 1. Auflage (Druck 0001) © Österreichischer Bundesverlag Schulbuch GmbH & Co. KG, Wien 2026 www.oebv.at Alle Rechte vorbehalten. Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, gesetzlich verboten. Redaktion: Mag. Sonja Stopper, Wien Herstellung: Claudia Dießner, Wien Umschlaggestaltung: SOFAROBOTNIK, München und Augsburg Layout: SOFAROBOTNIK, München und Augsburg Satz: Arnold & Domnick, Leipzig Druck: Morawa Lesezirkel GmbH, Wien ISBN 978-3-209-13692-3 (zielsicher DuK SB + E-Book) ISBN 978-3-209-13696-1 (zielsicher DuK SB E-Book Solo) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
www.oebv.at Christina Heinrich Daniela Kronberger Franz Pöschl Michael Tötzl Karl Valent zielsicher Deutsch und Kommunikation Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Wie arbeite ich mit diesem Buch zielsicher – Deutsch und Kommunikation Für jedes Kapitel gibt es zwei Doppelseiten. Die erste Doppelseite dient zum Erwerb von grundlegenden Kompetenzen. Die letzte Doppelseite enthält den Kompetenzcheck und praktische Übungen (zielsicher anwenden). Differenzierung der Aufgaben Grundlegende Aufgaben – Fundamentum Aufgaben mit diesem Zeichen bilden die Grundlage. Diese Aufgaben sind etwas schwieriger und brauchen vielleicht etwas mehr Zeit. Vertiefende Aufgaben – Additum Diese Aufgaben sind anspruchsvoller und gehen über die Grundfertigkeiten hinaus. Manchmal benötigt man dafür auch Informationen und Hilfsmittel, die nicht im Buch enthalten sind. Erklärung der Symbole Partnerarbeit Gruppenarbeit Diskussion Recherche B 11. Argumentationstechniken – Elemente der Rhetorik Beim Argumentieren ist es wichtig, seine Aussage bekräftigen zu können. Sind Ihre Argumente belegbar und können Sie diese mit Beispielen untermauern, werden Sie Ihr Ziel im Gespräch leichter erreichen, als durch bloßes „Zureden“. Hohe Qualität einer Argumentation wird durch die Glaubwürdigkeit der vorgebrachten Argumente erreicht. Eine Argumentation setzt sich aus vier Teilen zusammen. Ergänzen Sie die Tabelle. Behauptung Begründung Beispiel Bezug Der Verkehr in der Stadt nimmt immer mehr zu. Alle möchten selbst ihr Fahrzeug steuern, statt auf die „Öffis“ zu warten. Zu den Stoßzeiten verursacht hohes Verkehrsaufkommen immer längere Staus. Die Förderung alternativer Verkehrskonzepte und der Ausbau der „Öffis“ reduziert den Verkehr. Rauchen und Nikotinersatzprodukte (z. B. Nikotinbeutel) sind für Jugendliche besonders schädlich. Jugendliche befinden sich mitten in der Entwicklung zum Erwachsenen. Zudem ist Nikotin gesundheitsschädlich. Lebenslanges Lernen ist für den beruflichen Werdegang wichtig. 125 FK Auch mit Fragen kann man ein Gespräch lenken. Wendet man die richtige Fragetechnik an, ist es leicht, ein Gespräch zu beleben, zu vertiefen oder abzubrechen. Ordnen Sie die angeführten Fragetechniken richtig zu. Offene Frage Diese Frage lenkt die Antwort in eine vorbestimmte Richtung. Geschlossene Frage Mit der Antwort auf diese Frage wird versucht, eine Information herauszulocken. Fangfrage Diese Art der Frage schafft Zeit zum Nach denken und gibt eigentlich keine Antwort. Gegenfrage Diese Frage kann nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. Unterstellungsfrage Diese Art der Frage enthält eine unterstellte Behauptung und ist unfair. Alternativfrage Die Frage wird so formuliert, dass man nicht mit „Ja“ oder „Nein“ antworten kann. Suggestivfrage Diese Frage gibt eigentlich nur zwei mögliche Antworten zur Auswahl (entweder … oder …). Wenn wir argumentieren, senden wir Botschaften an unser Gegenüber. Eine Botschaft ist eine Information, eine Meinung oder eine Idee, die wir mitteilen wollen. Sie wird verwendet, um Standpunkte zu vermitteln, Gefühle auszudrücken oder ein Verhalten zu beschreiben. Es gibt verschiedene Arten von Botschaften: Ich-Botschaften Du-Botschaften Man-Botschaften Hier vermittelt eine Person ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse, direkt und offen. Z. B.: „Ich fühle mich frustriert, wenn ich warten muss.“ Die sprechende Person legt den Fokus auf die andere Person. Oft sind es Aussagen über die Eigenschaften oder das Verhalten der anderen Person. Z. B.: „Du bist immer unpünktlich. Auf dich kann ich mich nicht verlassen.“ Werden die Worte „man” oder „wir” verwendet, wird die Aussage verallgemeinert. Solche Formulierungen verwendet man oft, um die eigene Meinung zu verbergen. Z. B.: „Man muss sich bemühen, pünktlich zu sein.“ Mosaik Entwirren Sie die Wortschlangen und finden Sie so Begriffe zum Thema „Argumentation“. S S N O I T A T N N H G A IMOR SARGUME I C E R K O M P K E T T E K E T F 126 FK Mündliche Kommunikation Raoul: „Mädels, ihr kommt doch heute Abend mit auf die Party?“ Lisa: „Nein, ich muss für die Matheprüfung morgen lernen.“ Maren: „Ja, ich muss auch für Mathe lernen.“ Raoul: „Dort sind die absolut coolen Leute, sag ich euch! Ihr werdet es bereuen, wenn ihr nicht mitkommt.“ Lisa: „Es tut mir leid, aber die Schule geht für mich vor.“ Maren: „Ja – zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ Raoul: „Lernen könnt ihr immer. Die Party ist nur heute!“ Kann Raoul seine Freundinnen überzeugen oder versucht er sie zu überreden? Argumentiert Raoul richtig? 46 zsdukgsb_13696_B_Kap11.indd 46 03.02.2026 12:23:28 Argumentationstechniken – Elemente der Rhetorik 11 47 zsdukgsb_13696_B_Kap11.indd 47 03.02.2026 12:23:28 B Mündliche Kommunikation Kompetenzcheck Aus welchen Teilen setzt sich eine Argumentation zusammen? Ordnen Sie die folgenden Texte den richtigen Teilen der Argumentation zu. Sie zerfallen in kleine Plastikteilchen, die sich in Flüssen ansammeln. Dort gefährden sie Tiere, die die Teile ➤ mit Nahrung verwechseln und dann verenden können. Plastiksackerl schaden der Umwelt. ➤ Man sollte den Verbrauch bewusst stark reduzieren, auch ohne gesetzliches Verbot. ➤ Im Mittelmeer treiben laut Studien jedes Jahr mehrere hunderttausend Tonnen Plastikmüll, darunter viele Sackerl. ➤ Nennen Sie mindestens fünf Fragetechniken. Wodurch unterscheidet sich die offene Frage von der geschlossenen? Welche Absicht verfolgt eine Suggestivfrage? Nennen Sie die unterschiedlichen Arten von Botschaften. Das habe ich gelernt! ● Ich kann die Teile nennen, aus welchen sich eine Argumentation zusammensetzt. ➤ 127 ● Ich kann die Teile der Argumentation richtig zuordnen. ➤ 128 ● Ich kann mindestens fünf Fragetechniken nennen. ➤ 129 ● Ich kann den Unterschied zwischen einer offenen und geschlossenen Frage angeben. ➤ 130 ● Ich kann die Absicht einer Suggestivfrage angeben. ➤ 131 ● Ich kann die Charakteristik einer Fangfrage anführen. ➤ 132 127 FK 128 FK 129 FK 130 FK 131 FK 132 FK 48 zsdukgsb_13696_B_Kap11.indd 48 03.02.2026 12:23:34 Argumentationstechniken – Elemente der Rhetorik 11 zielsicher anwenden In vielen Gesprächen, egal ob beruflich oder privat, gibt es Argumente „dafür“ und Argumente „dagegen“. Dabei spricht man von „pro“ und „kontra“. Bilden Sie Gruppen zu je drei Personen. Suchen Sie sich aus den angeführten Themen eines aus und führen Sie Argumente (pro und kontra) an. pro Themen kontra Kryptowährungen Tattoos vegan leben Online Wetten Soziale Netzwerke Rollenspiel zu Übung 133 Eine Person führt nun Pro Argumente an, die zweite Person Kontra Argumente zum gewählten Thema. Bereiten Sie sich fünf Minuten auf das Gespräch „pro & kontra“ vor. Die dritte Person fungiert als Beobachterin bzw. Beobachter und verfolgt das Gespräch nach den unten angeführten Kriterien. Das Gespräch soll nicht länger als fünf Minuten dauern. Anschließend gibt die Beobachterin bzw. der Beobachter Feedback zum Gespräch. Körpersprache Argumentation Gesprächsstrategie Mimik Gestik Blickkontakt Ich , Du, Man Botschaften Befehle Rechtfertigungen Drohungen Lob kommunikativ (Dialog) verteidigend verurteilend aktiv zuhörend zustimmend 133 SK Kryptowährungen digitale, virtuelle Währungen (z. B. Bitcoin), die von keiner Bank oder Regierung kontrolliert werden vegan leben Verzicht auf alle tierischen Produkte in der Ernährung, Kleidung, Kosmetik und anderen Lebensbereichen 134 SK Mimik Gesichtsausdruck von Empfindungen (nonverbale Kommunikation) Gestik Bewegungen von Händen, Armen und Kopf (nonverbale Kommunikation) 49 zsdukgsb_13696_B_Kap11.indd 49 03.02.2026 12:23:36 Angabe der Kompetenzen FK: Fachkompetenz Fähigkeit, Fachwissen anzuwenden MK: Methodenkompetenz Fähigkeit, Arbeitstechniken anzuwenden SK: Soziale Kompetenz Fähigkeit, mit anderen Menschen zu interagieren PK: Personale Kompetenz Sichtweise, die eine Person von sich selbst hat 2 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Wie arbeite ich mit diesem Buch Codes als Hinweis auf digitale Zusatzmaterialien Im Schulbuch eingedruckter Code. Webseite aufrufen. Geben Sie den Code im Suchfeld links oben ein. Zusatzmaterial als PDF zum kostenlosen Download Sprachexperiment pc45dk www.oebv.at Begriff / Online-Link / Code Der Kompetenzcheck dient zur selbständigen Überprüfung des Lernfortschrittes. Die Übungen dienen zum Festigen und Vertiefen von Lerninhalten. Jedes Kapitel beginnt mit einem interessanten Einstieg aus der Alltags- bzw. Berufswelt. Eine Mosaik-Aufgabe beendet die erste Doppelseite und ermöglicht einen spielerischen Zugang zum Thema. B Mündliche Kommunikation Kompetenzcheck Aus welchen Teilen setzt sich eine Argumentation zusammen? Ordnen Sie die folgenden Texte den richtigen Teilen der Argumentation zu. Sie zerfallen in kleine Plastikteilchen, die sich in Flüssen ansammeln. Dort gefährden sie Tiere, die die Teile ➤ mit Nahrung verwechseln und dann verenden können. Plastiksackerl schaden der Umwelt. ➤ Man sollte den Verbrauch bewusst stark reduzieren, auch ohne gesetzliches Verbot. ➤ Im Mittelmeer treiben laut Studien jedes Jahr mehrere hunderttausend Tonnen Plastikmüll, darunter viele Sackerl. ➤ Nennen Sie mindestens fünf Fragetechniken. Wodurch unterscheidet sich die offene Frage von der geschlossenen? Welche Absicht verfolgt eine Suggestivfrage? Nennen Sie die unterschiedlichen Arten von Botschaften. Das habe ich gelernt! ● Ich kann die Teile nennen, aus welchen sich eine Argumentation zusammensetzt. ➤ 127 ● Ich kann die Teile der Argumentation richtig zuordnen. ➤ 128 ● Ich kann mindestens fünf Fragetechniken nennen. ➤ 129 ● Ich kann den Unterschied zwischen einer offenen und geschlossenen Frage angeben. ➤ 130 ● Ich kann die Absicht einer Suggestivfrage angeben. ➤ 131 ● Ich kann die Charakteristik einer Fangfrage anführen. ➤ 132 127 FK 128 FK 129 FK 130 FK 131 FK 132 FK 48 zsdukgsb_13696_B_Kap11.indd 48 03.02.2026 12:23:34 Argumentationstechniken – Elemente der Rhetorik 11 zielsicher anwenden In vielen Gesprächen, egal ob beruflich oder privat, gibt es Argumente „dafür“ und Argumente „dagegen“. Dabei spricht man von „pro“ und „kontra“. Bilden Sie Gruppen zu je drei Personen. Suchen Sie sich aus den angeführten Themen eines aus und führen Sie Argumente (pro und kontra) an. pro Themen kontra Kryptowährungen Tattoos vegan leben Online Wetten Soziale Netzwerke Rollenspiel zu Übung 133 Eine Person führt nun Pro Argumente an, die zweite Person Kontra Argumente zum gewählten Thema. Bereiten Sie sich fünf Minuten auf das Gespräch „pro & kontra“ vor. Die dritte Person fungiert als Beobachterin bzw. Beobachter und verfolgt das Gespräch nach den unten angeführten Kriterien. Das Gespräch soll nicht länger als fünf Minuten dauern. Anschließend gibt die Beobachterin bzw. der Beobachter Feedback zum Gespräch. Körpersprache Argumentation Gesprächsstrategie Mimik Gestik Blickkontakt Ich , Du, Man Botschaften Befehle Rechtfertigungen Drohungen Lob kommunikativ (Dialog) verteidigend verurteilend aktiv zuhörend zustimmend 133 SK Kryptowährungen digitale, virtuelle Währungen (z. B. Bitcoin), die von keiner Bank oder Regierung kontrolliert werden vegan leben Verzicht auf alle tierischen Produkte in der Ernährung, Kleidung, Kosmetik und anderen Lebensbereichen 134 SK Mimik Gesichtsausdruck von Empfindungen (nonverbale Kommunikation) Gestik Bewegungen von Händen, Armen und Kopf (nonverbale Kommunikation) Kompetenzcheck Aus welchen Teilen setzt sich eine Argumentation zusammen? Ordnen Sie die folgenden Texte den richtigen Teilen der Argumentation zu. Sie zerfallen in kleine Plastikteilchen, die sich in Flüssen ansammeln. Dort gefährden sie Tiere, die die Teile ➤ mit Nahrung verwechseln und dann verenden können. Plastiksackerl schaden der Umwelt. ➤ Man sollte den Verbrauch bewusst stark reduzieren, auch ohne gesetzliches Verbot. ➤ Im Mittelmeer treiben laut Studien jedes Jahr mehrere hunderttausend Tonnen Plastikmüll, darunter viele Sackerl. ➤ Nennen Sie mindestens fünf Fragetechniken. Wodurch unterscheidet sich die offene Frage von der geschlossenen? Welche Absicht verfolgt eine Suggestivfrage? Nennen Sie die unterschiedlichen Arten von Botschaften. Das habe ich gelernt! ● Ich kann die Teile nennen, aus welchen sich eine Argumentation zusammensetzt. ➤ 127 ● Ich kann die Teile der Argumentation richtig zuordnen. ➤ 128 ● Ich kann mindestens fünf Fragetechniken nennen. ➤ 129 ● Ich kann den Unterschied zwischen einer offenen und geschlossenen Frage angeben. ➤ 130 ● Ich kann die Absicht einer Suggestivfrage angeben. ➤ 131 ● Ich kann die Charakteristik einer Fangfrage anführen. ➤ 132 127 FK 128 FK 129 FK 130 FK 131 FK 132 FK 49 zsdukgsb_13696_B_Kap11.indd 49 03.02.2026 12:23:36 Argumentationstechniken – Elemente der Rhetorik 11 Auch mit Fragen kann man ein Gespräch lenken. Wendet man die richtige Fragetechnik an, ist es leicht, ein Gespräch zu beleben, zu vertiefen oder abzubrechen. Ordnen Sie die angeführten Fragetechniken richtig zu. Offene Frage Diese Frage lenkt die Antwort in eine vorbestimmte Richtung. Geschlossene Frage Mit der Antwort auf diese Frage wird versucht, eine Information herauszulocken. Fangfrage Diese Art der Frage schafft Zeit zum Nach denken und gibt eigentlich keine Antwort. Gegenfrage Diese Frage kann nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. Unterstellungsfrage Diese Art der Frage enthält eine unterstellte Behauptung und ist unfair. Alternativfrage Die Frage wird so formuliert, dass man nicht mit „Ja“ oder „Nein“ antworten kann. Suggestivfrage Diese Frage gibt eigentlich nur zwei mögliche Antworten zur Auswahl (entweder … oder …). Wenn wir argumentieren, senden wir Botschaften an unser Gegenüber. Eine Botschaft ist eine Information, eine Meinung oder eine Idee, die wir mitteilen wollen. Sie wird verwendet, um Standpunkte zu vermitteln, Gefühle auszudrücken oder ein Verhalten zu beschreiben. Es gibt verschiedene Arten von Botschaften: Ich-Botschaften Du-Botschaften Man-Botschaften Hier vermittelt eine Person ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse, direkt und offen. Z. B.: „Ich fühle mich frustriert, wenn ich warten muss.“ Die sprechende Person legt den Fokus auf die andere Person. Oft sind es Aussagen über die Eigenschaften oder das Verhalten der anderen Person. Z. B.: „Du bist immer unpünktlich. Auf dich kann ich mich nicht verlassen.“ Werden die Worte „man” oder „wir” verwendet, wird die Aussage verallgemeinert. Solche Formulierungen verwendet man oft, um die eigene Meinung zu verbergen. Z. B.: „Man muss sich bemühen, pünktlich zu sein.“ Mosaik Entwirren Sie die Wortschlangen und finden Sie so Begriffe zum Thema „Argumentation“. S S N O I T A T N N H G A IMOR SARGUME I C E R K O M P K E T T E K E T F 126 FK 47 zsdukgsb_13696_B_Kap11.indd 47 03.02.2026 12:23:28 B 11. Argumentationstechniken – Elemente der Rhetorik Beim Argumentieren ist es wichtig, seine Aussage bekräftigen zu können. Sind Ihre Argumente belegbar und können Sie diese mit Beispielen untermauern, werden Sie Ihr Ziel im Gespräch leichter erreichen, als durch bloßes „Zureden“. Hohe Qualität einer Argumentation wird durch die Glaubwürdigkeit der vorgebrachten Argumente erreicht. Eine Argumentation setzt sich aus vier Teilen zusammen. Ergänzen Sie die Tabelle. Behauptung Begründung Beispiel Bezug Der Verkehr in der Stadt nimmt immer mehr zu. Alle möchten selbst ihr Fahrzeug steuern, statt auf die „Öffis“ zu warten. Zu den Stoßzeiten verursacht hohes Verkehrsaufkommen immer längere Staus. Die Förderung alternativer Verkehrskonzepte und der Ausbau der „Öffis“ reduziert den Verkehr. Rauchen und Nikotinersatzprodukte (z. B. Nikotinbeutel) sind für Jugendliche besonders schädlich. Jugendliche befinden sich mitten in der Entwicklung zum Erwachsenen. Zudem ist Nikotin gesundheitsschädlich. Lebenslanges Lernen ist für den beruflichen Werdegang wichtig. 125 FK Auch mit Fragen kann man ein Gespräch lenken. Wendet man die richtige Fragetechnik an, ist es leicht, ein Gespräch zu beleben, zu vertiefen oder abzubrechen. Ordnen Sie die angeführten Fragetechniken richtig zu. Offene Frage Diese Frage lenkt die Antwort in eine vorbestimmte Richtung. Geschlossene Frage Mit der Antwort auf diese Frage wird versucht, eine Information herauszulocken. Fangfrage Diese Art der Frage schafft Zeit zum Nach denken und gibt eigentlich keine Antwort. Gegenfrage Diese Frage kann nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. Unterstellungsfrage Diese Art der Frage enthält eine unterstellte Behauptung und ist unfair. Alternativfrage Die Frage wird so formuliert, dass man nicht mit „Ja“ oder „Nein“ antworten kann. Suggestivfrage Diese Frage gibt eigentlich nur zwei mögliche Antworten zur Auswahl (entweder … oder …). Wenn wir argumentieren, senden wir Botschaften an unser Gegenüber. Eine Botschaft ist eine Information, eine Meinung oder eine Idee, die wir mitteilen wollen. Sie wird verwendet, um Standpunkte zu vermitteln, Gefühle auszudrücken oder ein Verhalten zu beschreiben. Es gibt verschiedene Arten von Botschaften: Ich-Botschaften Du-Botschaften Man-Botschaften Hier vermittelt eine Person ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse, direkt und offen. Z. B.: „Ich fühle mich frustriert, wenn ich warten muss.“ Die sprechende Person legt den Fokus auf die andere Person. Oft sind es Aussagen über die Eigenschaften oder das Verhalten der anderen Person. Z. B.: „Du bist immer unpünktlich. Auf dich kann ich mich nicht verlassen.“ Werden die Worte „man” oder „wir” verwendet, wird die Aussage verallgemeinert. Solche Formulierungen verwendet man oft, um die eigene Meinung zu verbergen. Z. B.: „Man muss sich bemühen, pünktlich zu sein.“ Mosaik Entwirren Sie die Wortschlangen und finden Sie so Begriffe zum Thema „Argumentation“. S S N O I T A T N N H G A IMOR SARGUME I C E R K O M P K E T T E K E T F 126 FK Mündliche Kommunikation Raoul: „Mädels, ihr kommt doch heute Abend mit auf die Party?“ Lisa: „Nein, ich muss für die Matheprüfung morgen lernen.“ Maren: „Ja, ich muss auch für Mathe lernen.“ Raoul: „Dort sind die absolut coolen Leute, sag ich euch! Ihr werdet es bereuen, wenn ihr nicht mitkommt.“ Lisa: „Es tut mir leid, aber die Schule geht für mich vor.“ Maren: „Ja – zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ Raoul: „Lernen könnt ihr immer. Die Party ist nur heute!“ Kann Raoul seine Freundinnen überzeugen oder versucht er sie zu überreden? Argumentiert Raoul richtig? 46 zsdukgsb_13696_B_Kap11.indd 46 03.02.2026 12:23:28 3 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Inhaltsverzeichnis zielsicher – Deutsch und Kommunikation A Grundlagen der Kommunikation 1. Bedeutung und Nutzen der Kommunikation Seite 6 2. Einander kennen lernen – Interview Seite 10 3. Vielfalt der Kommunikationsmöglichkeiten Seite 14 4. Die vier Ebenen der Kommunikation Seite 18 5. Beziehung geht vor Sachebene Seite 22 6. Bessere Kommunikation als Erfolgsfaktor Seite 26 7. Störungen in der Kommunikation Seite 30 8. Einsatz von elektronischen Medien Seite 34 9. Künstliche Intelligenz Seite 38 B Mündliche Kommunikation 10. Gesprächsregeln Seite 42 11. Argumentationstechniken – Elemente der Rhetorik Seite 46 12. Kurzstatement Seite 50 13. Referat und Präsentation Seite 54 14. Feedback Seite 58 15. Diskussion Seite 62 16. Gekonntes Telefonieren Seite 66 C Fachgespräch 17. Fachwortschatz und Wortschatzerweiterung S eite 70 18. Definieren von Begriffen S eite 74 D Umgang mit herausfordernden Situationen 19. Mein Platz in der Gesellschaft S eite 78 20. Verhalten in Konfliktfällen Seite 84 21. Kommunikative Konfliktlösung Seite 88 22. Resilienz als Persönlichkeitsmerkmal Seite 92 E Gespräche im beruflichen Umfeld 23. Gespräche mit Vorgesetzten Seite 96 24. Vorbereitung auf ein Dienstgespräch Seite 100 25. Höflichkeitsregeln Seite 104 26. Umgang mit Reklamationen Seite 108 4 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Inhaltsverzeichnis F Bewerbung 27. Inserat Seite 112 28. Schriftliche Bewerbung S eite 116 29. Bewerbungsgespräch Seite 120 G Schriftliche Kommunikation 30. Gesprächsnotiz Seite 124 31. Protokoll Seite 128 32. Informationen schriftlich übermitteln Seite 132 33. Informationsbeschaffung Seite 136 34. Erstellen von Berichten Seite 140 H Interpretieren von Informationen 35. Lesetechniken gezielt einsetzen Seite 144 36. Analysieren von Texten Seite 148 37. Exzerpte Seite 152 38. Schreiben von Texten Seite 156 I Sprache richtig anwenden 39. Grammatik Seite 160 40. Angemessen kommunizieren Seite 166 41. Rechtschreibung Seite 170 Stichwortverzeichnis S eite 176 Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung ym9vx7 5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
A 1. Bedeutung und Nutzen der Kommunikation Welchen Nutzen kann gute Kommunikation für Sie in Ihrem Fachbereich haben? Welche Probleme entstehen durch schlechte Kommunikation? Welche Vorteile verschafft Ihnen eine bessere Kommunikation in Ihrem Privatbereich (Familie, Freunde, Verein usw.)? 001 FK 002 FK 003 FK Wenn Sie erfolgreich kommunizieren wollen, sollten Sie folgende Punkte beachten: • Klar und deutlich sprechen • Geduldig zuhören • Ausreden lassen • Augenkontakt halten • Vorurteile vermeiden • Wenn etwas unklar ist, nachfragen • Interesse zeigen Zu Abschnitt A: Leseverständnisübung d7r6aj Sprachexperiment pc45dk Grundlagen der Kommunikation Adin ist verärgert. Gerade als er konzentriert arbeitet, ruft sein Chef aus dem Nebenraum, dass er ihm die Rundzange bringen soll. Es läuft ein Radio auf voller Lautstärke. Als er die Kombizange bringt, wird er beschimpft, weil es die falsche Zange ist. „Was kann ich denn dafür!“, denkt sich Adin. „Dann soll er doch genau sagen, welche er haben will – Kombizange, Abisolierzange, Flachzange, Rundzange oder welche auch immer!“ Tatsächlich hat er aufgrund des Radiolärms nur das Wort „Zange“ wahrgenommen. Kennen Sie auch solche Situationen aus Ihrem Berufs- oder Privatleben? Wie haben Sie reagiert? 6 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Bedeutung und Nutzen der Kommunikation 1 Sender-Empfänger-Kommunikationsmodell Wie funktioniert grundsätzlich Kommunikation? Ein Kommunikationsschema stammt von Shannon und Weaver aus dem Bereich der Nachrichtentechnik, welches hier zur Erklärung für einfache Kommunikationsverläufe angepasst wurde. Auf der einen Seite gibt es einen „Sender“ (S), auf der anderen Seite einen „Empfänger“ (E). Der Sender schickt eine Nachricht „codiert“ an den Empfänger. Damit der Empfänger die Nachricht versteht, muss er sie decodieren können. Auf dem Weg zwischen Sender und Empfänger können aber unterschiedliche Störungen auftreten, die den Empfang erschweren, verfälschen oder sogar unmöglich machen. Im Einstiegsbeispiel von Seite 6 kommunizieren z. B. Chef und Lehrling: Der Übertragungskanal ist durch die räumliche Entfernung zwischen Chef und Lehrling und durch den Radiolärm gestört bzw. beeinträchtigt. Arten der Codierung • Verbale Kommunikation (z. B. Fachwörter, Dialekte) • Nonverbale Kommunikation (z. B. Mimik, Gestik) • Paraverbale Kommunikation (z. B. Stimmhöhe, Lautstärke) Im Bereich der Technik finden Sie: • Technische Codierungen (z. B. ASCII-Code, Morse Code, Strichcode, QR-Code) • Symbolische Codierungen (z. B. Schaltsymbole, Schaltzeichen) Arten der Störung • Technische Störungen (z. B. kein Empfang, Akku leer, Gerät zu heiß) • Sprachliche Barrieren (z. B. Sprache bzw. Wörter werden nicht verstanden) • Kulturelle Unterschiede (z. B. Begrüßungsrituale) • Psychologische Faktoren (z. B. Stress, Vorurteile, Desinteresse) • Akustische Störungen (Umgebungsgeräusche, z. B. Baustellenlärm, Radio) Mosaik Welche konkreten Probleme hinsichtlich einer Störung im Übertragungskanal und der Codierung können für das Bringen der falschen Zange verantwortlich sein? Welche Lösungen fallen Ihnen dazu ein? Übertragungskanal Chef S Codierung Lehrling Decodierung E Nachricht „Bring mir die Zange.“ Störung „Radiolärm“ verbal mit Worten nonverbal ohne Worte paraverbal Art und Weise des Sprechens (Sprechtempo, Betonung, Lautstärke usw.) akustisch das Gehör betreffend, klanglich ASCII-Code American Standard Code for Information Interchange Morse Code Code zur telegrafischen Übermittlung von Buchstaben, Ziffern und Zeichen 7 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
A Grundlagen der Kommunikation Kompetenzcheck Welche Punkte sollten Sie bei einer erfolgreichen Kommunikation beachten? Geben Sie mindestens vier Punkte an. Erklären Sie das Sender-Empfänger-Kommunikationsmodell. Welche Arten der Codierung gibt es? Führen Sie mindestens drei Arten an. Welche Störungsarten können im Übertragungskanal auftreten? Geben Sie drei Arten an. Das habe ich gelernt! ● Ich kann wesentliche Punkte einer gelungenen verbalen Kommunikation nennen. ➤ 004 ● Ich kann das Sender-Empfänger-Kommunikationsmodell erklären. ➤ 005 ● Ich kann Codierungs-Arten aufzählen. ➤ 006 ● Ich kann Störungsarten im Übertragungskanal nennen. ➤ 007 004 FK 005 FK FK 006 007 FK 8 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Bedeutung und Nutzen der Kommunikation 1 zielsicher anwenden Welche fünf Fachwörter gibt es in Ihrem Lehrberuf, die von Außenstehenden nur schwer oder gar nicht verstanden werden? Wie können folgende Störquellen beseitigt oder abgeschwächt werden? a) Straßenlärm dringt durch das offene Fenster. Die hinteren Sitzreihen hören den Vortrag nur schlecht. Welcher Störung (siehe Seite 7) entspricht das? b) Das projizierte Bild ist bei einer Präsentation aufgrund der Sonneneinstrahlung auf der Projektionsfläche schwer lesbar. c) Nennen Sie zwei konkrete Beispiele für sprachliche Barrieren. d) Nennen Sie zwei konkrete Beispiele für kulturelle Unterschiede. e) Nennen Sie zwei konkrete Beispiele für psychologische Faktoren. Eine Lebensgeschichte Herbert ist in einer kleinen Gemeinde in Österreich aufgewachsen. Er hatte mehrere Geschwister und seine Kindheit war nicht besonders leicht. Zeitweise wurde er mehr von seiner Schwester als von seiner Mutter aufgezogen. Nach der Volksschule kam er in die Sonderschule. Mit schlechten Erfahrungen im Schulalltag und auch schlechten Schulleistungen kam er in die Berufsschule. Der Direktor dieser Schule unterstützte ihn und gab ihm Bücher, die seinem Interesse entsprachen, zu lesen. Herbert begann immer mehr Bücher zu lesen. Seine dadurch erworbene Lese- und Redekompetenz machte ihn zu einem äußerst gefragten Arbeiter bei seinen Kunden. Durch einen Arbeitsunfall verlor er beinahe die gesamte Sehkraft an einem Auge. Mit 19 Jahren startete er erneut eine Lehre. Auch in diesem neuen Beruf (Elektrotechnik) verlangten die Kundinnen und Kunden immer wieder nach ihm. Danach absolvierte der ehemalige Sonderschüler die Werkmeisterschule. Heute führt er ein großes Unternehmen, beschäftigt viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist Euro-Millionär. Woran könnte es liegen, dass Herbert so erfolgreich ist? 008 FK 009 FK 010 FK 9 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
A 2. Einander kennen lernen – Interview Um einander kennen zu lernen, wird jeder gebeten, sich in der Klasse vorzustellen. Dabei kann ein Fragebogen hilfreich sein. Jeder von uns wird im Laufe seines Lebens mit Befragungen (von Firmen oder Privatpersonen) konfrontiert. Diese Interviews können direkt (face to face), am Telefon (telefonische Umfragen), im Internet oder mittels zugesendeter Fragebögen erfolgen. Alle diese Varianten haben eine Gemeinsamkeit: Sie enthalten geschlossene, offene oder Suggestivfragen. Geschlossene Fragen Bei geschlossenen Fragen kann oft nur mit einem Wort, einer Zahl oder mit „Ja“ oder „Nein“ geantwortet werden. Z. B.: „Wie alt bist du?“, „Hast du schon den Autoführerschein?“ Man unterscheidet zusätzlich zwischen Entscheidungsfragen (ja, nein) und Alternativfragen (z. B.: „Gehst du lieber ins Kino oder ins Theater?“). All diesen Fragen ist gemeinsam, dass: • das „Gespräch“ rasch beendet ist (dient nicht der Kommunikation). • diese Daten gut verwertbar und vergleichbar sind. So kann man beispielsweise genau herausfinden, was bevorzugt oder abgelehnt wird. Grundsätzlich sollte man mit der Beantwortung dieser Fragen im Internet (Anmeldung bei Plattformen usw.) vorsichtig sein, da die unterschiedlichsten Daten gesammelt und verkauft werden. Mit diesen Daten werden Profile erstellt, welche auf vielfältige Weise von Unternehmen oder Privatpersonen genutzt werden können. So könnte z. B. das Einkaufsverhalten von Personen analysiert und danach gezielt Werbung (Smartphone, E-Mail) zugesendet werden. 011 SK Name: Alter: Größe: Wohnort: Lehrbetrieb: Lieblingsessen, Hobbys, Mitglied in Vereinen, Geschwister, Alter der Geschwister, Sternzeichen usw. suggestiv darauf abzielend, beeinflussend Grundlagen der Kommunikation Thomas ist mit seinen Gedanken nicht bei der Arbeit. Er ist aufgeregt, weil er heute Abend die Eltern seiner Freundin kennen lernen soll. In seinem Kopf schwirren viele Fragen: Werden sie mich als Freund ihrer Tochter akzeptieren? Worüber soll ich mit ihnen reden? Ich habe ihren Vater „gegoogelt“. Weiß er eventuell durchs Internet auch etwas über mich? Komme ich in den sozialen Netzwerken irgendwo blöd rüber? Haben Sie eine ähnliche Situation schon erlebt? Wie haben Sie reagiert? Welche Tipps würden Sie Thomas geben? 10 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Einander kennen lernen – Interview 2 Offene Fragen Bei offenen Fragen ist die Antwortmöglichkeit vollkommen offen. Solche Fragen laden zum Reden ein. Z. B. „Was hast du in deinem letzten Urlaub alles gemacht?“ Diesen Fragen ist gemeinsam, dass: a) das „Gespräch“ leichter und länger fortgesetzt werden kann. b) man viele unterschiedliche Dinge erfahren kann. c) diese Daten statistisch „qualitativ“ verwertbar sind. Suggestivfragen Dieser Fragetyp versucht, die Gesprächspartnerin bzw. den Gesprächspartner in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen. Diese Aussagen hören sich meist wie Fragen an, sind jedoch eher Feststellungen. Z. B.: „Sie sind sicher auch der Meinung, dass Hr. XY mit seinem Verhalten nicht länger tragbar ist?“ Lernen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen besser kennen. Schreiben Sie eine offene, eine geschlossene und eine Suggestivfrage auf jeweils einen Zettel (pro Zettel nur eine Frage). Geben Sie nicht an, um welchen Fragetyp es sich handelt. Die Zettel werden nun alle eingesammelt und jede Schülerin bzw. jeder Schüler zieht nun verdeckt drei Zettel. Lesen Sie nun jeweils eine gezogene Frage vor und geben Sie dann an, um welchen Fragetyp es sich handelt. Kennen Sie Ihre eigenen Stärken und Schwächen? Bei Bewerbungsgesprächen wird man oft nach den eigenen Stärken und Schwächen befragt. Notieren Sie drei Fähigkeiten, die Sie gut beherrschen. Notieren Sie drei Fähigkeiten, die Sie zu wenig oder schlecht beherrschen. Interview: Suchen Sie sich jemanden in der Klasse, den Sie noch nicht so gut kennen. Überlegen Sie sich zuerst, zu welchem Thema Sie die Kollegin bzw. den Kollegen befragen möchten. Versuchen Sie mindestens fünf Informationen zu sammeln. Präsentieren Sie anschließend die Person im Klassenplenum. Mosaik Erklären Sie den Unterschied zwischen einer qualitativen und einer quantitativen Datenerhebung. Ordnen Sie danach die Fragen richtig zu. qualitative Daten Daten, die nicht in Form von Zahlen oder Maßen vorliegen, sondern z. B. als Texte, Bilder, Audios oder Videos. SK 012 quantitativ Menge, Anzahl, Häufigkeit 013 PK 014 SK Wie viele Schuhe besitzt du? qualitativ Worauf achtest du beim Kauf von Schuhen? quantitativ 11 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
A Grundlagen der Kommunikation Kompetenzcheck Welche Fragen könnten auf Ihrem vorbereiteten Fragebogen stehen, wenn Sie eine Kollegin bzw. einen Kollegen vorstellen sollen? Nennen Sie drei Möglichkeiten, um Interviews durchzuführen. Welche Fragetypen kennen Sie? Ordnen Sie richtig zu. Hast du schon Pläne für das Wochenende? Verstehst du diesen Zeitungsartikel? Entscheidungsfrage Sollen wir uns einen Film ansehen oder doch einen Spaziergang machen? Alternativfrage Kannst du mir bei dieser Arbeit helfen? Welche Vorteile haben „offene Fragen“? Kreuzen Sie die richtigen Antworten an. ● Die Ergebnisse können leicht quantitativ verglichen werden. ● Offene Frage halten das Gespräch eher am Laufen. ● Man erhält Informationen, die man bei geschlossenen Fragen eventuell nicht erfahren würde. ● Die Fragen können nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. ● Die Daten können nur schwer miteinander verglichen werden. Das habe ich gelernt! ● Ich kann Personen mit Hilfe eines Fragebogens vorstellen. ➤ 015 ● Ich kann Möglichkeiten, um Interviews durchzuführen, angeben. ➤ 016 ● Ich kann unterschiedliche Fragetypen nennen. ➤ 017 ● Ich kann zwischen einer Entscheidungs- und einer Alternativfrage unterscheiden. ➤ 018 ● Ich kann Vor- und Nachteile von offenen Fragen anführen. ➤ 019 015 FK 016 FK 017 FK 018 FK 019 FK 12 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Einander kennen lernen – Interview 2 zielsicher anwenden Selbsteinschätzung Beschreiben Sie sich zuerst selbst und führen Sie dann die Selbsteinschätzung durch. Kreuzen Sie dafür das zutreffende Kästchen an. Besprechen Sie danach diese Fragen mit einer anderen Person, mit der Sie bereits zusammengearbeitet haben. Überlegen Sie zum Abschluss, was Sie noch verbessern könnten. Ich kann … Selbsteinschätzung Fremdeinschätzung Eventuelle Änderungsvorschläge mich beschreiben. etwas über meine Berufswahl sagen. meine Lehrerin bzw. meinen Lehrer gut beschreiben. mich gut in ein Team einbringen. „Speed Dating“ – Sammeln Sie in kurzer Zeit so viele Informationen wie möglich! Die Schülerinnen und Schüler werden in zwei Gruppen geteilt. Die Gruppen nehmen gegenüber Platz, sodass jede bzw. jeder ein Gegenüber hat, das sie bzw. er befragen kann. Verwenden Sie Papier und Stift und machen Sie so viele Notizen wie möglich. Vergessen Sie nicht den Namen Ihres Gegenübers zu notieren. Nach einer Minute ist die „Unterhaltung“ zu Ende. Danach rückt eine Reihe um jeweils einen Platz weiter. Mit der nächsten Person unterhalten Sie sich zum gleichen Thema oder Sie bekommen von Ihrer Lehrerin bzw. Ihrem Lehrer ein neues Thema genannt. PK 020 021 SK Mögliche Themen: • Hobbys, Freizeitaktivitäten • Sportarten, die ich ausübe bzw. gern ausüben würde • Lieblingsessen, -tier, -film, -interpret, -farbe • Zukunft: Vorstellungen, Wünsche, Ziele • Liebe ist für mich … • Mich ärgert … Abschlussvarianten: Nach Beendigung der „Interviews“ können die gesammelten Informationen in Gruppen ausgetauscht werden. Einzelne Personen können auch in der Klasse vorgestellt werden, sofern sie sich damit einverstanden erklären. 13 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
A 3. Vielfalt der Kommunikationsmöglichkeiten Wir kommunizieren verbal und nonverbal. Unter verbaler Kommunikation versteht man die sprachliche Verständigung in mündlicher und schriftlicher Form. Ein Sonderfall ist die Gebärdensprache, denn eine Gebärde entspricht (im Gegensatz zu einer Geste) einem Wort, das festen Regeln und einer Grammatik folgt. Unter nonverbaler Kommunikation versteht man die Körpersprache sowie die Kommunikation über Bilder und (Hand-)Zeichen. Ausgenommen ist der Bereich, in dem Zeichen als auch Bild bereits eine Schrift darstellen, wie z. B. in Japan. Was versteht man unter Mimik und Gestik? Mimik: Gestik: Stellen Sie die folgenden Botschaften mittels Mimik oder Gestik dar. Ihr Gegenüber soll Ihnen mitteilen, was Sie ihm sagen wollten. Psst, sei leise! Komm her! Halt, bleib stehen! Mir ist schlecht! Womit wird neben Gestik und Mimik noch kommuniziert? Welche Aussagen, Botschaften oder Gefühlszustände würden Sie folgenden Bilder zuordnen? Angst Freude STOPP! Platzverweis Ekel „Man kann nicht nicht kommunizieren!“ Was hat der österreichische Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick damit gemeint? 022 FK 023 SK 024 FK 025 FK 026 FK Grundlagen der Kommunikation Anna sitzt allein in einem Zugabteil. Sie macht es sich bequem und träumt vom letzten Urlaub am Meer. Während der Fahrt öffnet jemand die Tür und setzt sich ihr gegenüber. Anna sagt nichts, rollt aber mit den Augen, dreht sich weg und steckt sich die In-Ear-Kopfhörer ihres Smartphones in die Ohren. Obwohl Anna nicht spricht, sendet sie Botschaften aus. Was wollte Anna dem Mitreisenden durch ihr Verhalten mitteilen? 14 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Vielfalt der Kommunikationsmöglichkeiten 3 Einweg- und Zweiwegkommunikation Kerstin ist mit dem Fahrrad gestürzt. Ein Mann, der den Unfall beobachtet hat, spricht Kerstin an und merkt, dass sie unter Schock steht. Er reagiert sofort und ruft einem Passanten zu: „Sie, im grünen T-Shirt, rufen Sie die Rettung 144 oder den Euro-Notruf 112!“ Einem stehen gebliebenen Autofahrer schreit er entgegen: „Sichern Sie die Fahrbahn!“ In welchen Situationen ist es notwendig, klare und eindeutige Befehle zu erteilen? Einwegkommunikation (nach Walter Simon) ➤ Die Information wird nur in eine Richtung gesendet. Rückfragen sind nicht möglich. Beispiele dafür sind die Befehlsausgaben bei Militär, Feuerwehr, Polizei, Rettung usw. In diesen Fällen ist schnelles Entscheiden und Handeln erforderlich und oft lebensrettend. Für Diskussionen bleibt keine Zeit, die Anweisungen müssen daher klar und eindeutig sein. Welche Nachteile ergeben sich aus der Einwegkommunikation? Denken Sie z. B. an TV-Berichte oder an Filme im Kino. Kreuzen Sie jene Aussagen an, die einer Einwegkommunikation entsprechen. ● „Der Dachstuhl brennt. Wer übernimmt die Löschung?“ ● „Löschzug A zum Dachstuhl!“ ● „Paul ist verletzt. Wer kann sich um ihn kümmern?“ Zweiwegkommunikation (nach Walter Simon) ➤ Im Alltag verläuft die Kommunikation in beiden Richtungen und man kann Rückfragen stellen. Der Informationsaustausch kann auch versetzt erfolgen. Bei schriftlichen Informationen oder Mitteilungen wird zeitlich versetzt geantwortet oder nachgefragt. Überlegen Sie, in welchen Fällen die Zweigwegkommunikation misslingt. Mosaik Kommunikation Bilden Sie drei Gruppen: Gruppe „Piercing“, Gruppe „Tattoo“ und Gruppe „Lippen- bzw. Wangenaufspritzen“. Jede Gruppe recherchiert Hintergrundinformationen (Sinn bzw. Zweck) und gibt an, welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen damit verbunden sind. Analysieren Sie das Thema kritisch. Nach 15 Minuten präsentiert jede Gruppe ihr Ergebnis. 027 FK 028 FK 029 FK 030 FK 15 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
A Grundlagen der Kommunikation Kompetenzcheck Erklären Sie den Unterschied zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation. Was versteht man unter Einwegkommunikation? In welchen Situationen ist die Einwegkommunikation von Vorteil? Wie müssen die Anweisungen einer Einwegkommunikation formuliert sein? Was versteht man unter Zweiwegkommunikation? In welchen Berufsfeldern könnten Tattoos oder Piercings … a) von Vorteil sein? b) von Nachteil sein? c) keine Rolle spielen? Das habe ich gelernt! ● Ich kann den Unterschied zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation angeben und Beispiele dafür nennen. ➤ 031 ● Ich kann erklären, was man unter Einwegkommunikation versteht. ➤ 032 ● Ich kann Situationen beschreiben, in denen die Einwegkommunikation von Vorteil ist. ➤ 033 ● Ich kann Anweisungen in Form der Einwegkommunikation formulieren. ➤ 034 ● Ich kann erklären, was man unter Zweiwegkommunikation versteht. ➤ 035 ● Ich kann eventuelle Vorteile/Nachteile von Tattoos und Piercings nennen. ➤ 036 031 FK 032 FK 033 FK 034 FK 035 FK 036 FK 16 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Vielfalt der Kommunikationsmöglichkeiten 3 zielsicher anwenden Beschreiben Sie, wie man durch Frisuren, Kleidung, Schmuck, Fahrzeuge, körperliche Nähe oder Distanz, Körperhaltung (ab- oder zugewandt) nonverbal kommunizieren kann. Nennen Sie jeweils zwei Beispiele. Herausforderungen der Einwegkommunikation. Überlegen Sie sich ein Bild (kombiniert aus zwei oder drei einfachen geometrischen Figuren). Zeichnen Sie dieses Bild auf ein Blatt Papier, aber so, dass niemand es sehen kann. Danach wählt die Lehrerin bzw. der Lehrer eine Person aus, die den anderen Anweisungen gibt, wie Ihr Bild nachgezeichnet werden soll. Rückfragen sind nicht erlaubt. Es darf weder vorgezeigt noch nachgesehen werden. Das Bild muss allein durch mündliche Vorgaben entstehen. Ziel ist es, so nah wie möglich an das Original heranzukommen. Tipp: Geben Sie den Zuhörenden zunächst einen Überblick, bevor Sie Details erklären. Wie viele Personen haben ein Bild gezeichnet, das dem Original in Aussehen, Größe, Anordnung am Blatt usw. entspricht? Auch im Berufsleben müssen Anweisungen klar und eindeutig sein. Dadurch können Missverständnisse vermieden sowie Zeit und Geld gespart werden. Überlegen Sie, welche Situationen das sein könnten. Einwegkommunikation – „Ein Sesselkunstwerk“ Zwei Personen verlassen die Klasse. Die verbliebenen Schülerinnen und Schüler bauen aus ihren Sesseln ein nicht zu kompliziertes Gebilde. Danach wird eine Person wieder hereingeholt. Diese darf sich das Sesselkunstwerk für eine Minute ansehen, bevor die Sessel wieder auseinandergestellt werden. Dann wird die zweite Person hereingebeten. Die erste Person, die das Kunstwerk betrachten durfte, stellt sich nun mit dem Gesicht zur Wand, sodass sie nicht sehen kann, wie die zweite Person arbeitet. Jetzt gibt die erste Person der zweiten Anweisungen, um das Sesselkunstwerk nachzubauen. Die zweite Person darf allerdings keine Rückfragen stellen. Während das Kunstwerk von zwei Personen nachgebaut wird, können sich die anderen Schülerinnen und Schüler überlegen, wie man die Anweisungen verbessern könnte. Entspricht das Ergebnis dem Original? Welche Schwierigkeiten haben Sie beobachtet? 037 FK 038 SK Nehmt ein Blatt Papier, A4, Hochformat, jetzt zeichnet … 039 FK FK 040 17 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
A 4. Die vier Ebenen der Kommunikation Mit der einfachen Aussage: „Da vorne ist rot!“, werden gleichzeitig unterschiedliche Botschaften gesendet. Der bekannte Kommunikationsforscher, Friedemann Schulz von Thun, hat festgestellt, dass Kommunikation auf vier unterschiedlichen Ebenen verläuft. Die Aussage des Senders kann demnach auf vier verschiedene Arten verstanden werden. Wer das Vier-Ohren-Modell versteht, erlebt Kommunikation so spannend wie einen Kinobesuch. Kommunikationsmodell: „Vier-Ohren-Modell“ Beziehung ➤ Was ich von dir halte und wie wir zueinander stehen. Hier wird deutlich, in welcher Beziehung die Gesprächspartnerinnen und -partner zueinander stehen (z. B.: fürsorgliche Mutter – nach Selbständigkeit strebendes Kind; fordernder Chef – nachlässiger Lehrling). In unserem Beispiel: besorgter Vater – Tochter Sachinhalt ➤ Die Sachebene bezieht sich ausschließlich auf die Aussage. In unserem Beispiel: „Da vorne ist rot!“ Selbstkundgabe ➤ Was ich von mir selbst kundgebe. Sie drückt aus, was die Gesprächspartnerin bzw. der Gesprächspartner über sich selbst mitteilt. In unserem Beispiel: „Ich habe Angst, dass wir über eine rote Ampel fahren und einen Unfall verursachen.“ Appell ➤ Wozu ich dich veranlassen möchte. Auf der Appellebene wird etwas mitgeteilt, wozu die Gesprächspartnerin bzw. der Gesprächspartner veranlasst werden soll, ohne es ausdrücklich zu sagen. In unserm Beispiel: „Bremse, bleib stehen!“ Beziehungsebene, Beziehungsohr Selbstkundgabeebene, Selbstkundgabeohr Sachebene, Sachohr Appellebene, Apellohr Grundlagen der Kommunikation Francesca hat seit zwei Wochen ein neues Auto. Voller Freude lädt sie ihren Vater zu einer Ausfahrt ein. Als sie ungebremst auf eine rote Ampel zufährt, drückt ihr Vater mit seinem Fuß fest auf die Bodenplatte, so als ob er bremsen wollte, und schreit: „Da vorne ist rot!“ Was glauben Sie? Was will der Vater durch sein Verhalten Francesca sagen? Wozu will er sie veranlassen? Was denkt er vermutlich über die Fahrkünste seiner Tochter? 18 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Die vier Ebenen der Kommunikation 4 Überlegen Sie sich folgende Situation: Ein junger Mann steht mit seiner Freundin kurz vor ihrem Geburtstag vor einer Auslage. Sie sieht einen Fahrradhelm und sagt zu ihm: „Wow, ist der super!“ a) Was möchte das Mädchen ihrem Freund am Appellohr mitteilen? b) Ordnen Sie die Aussagen den richtigen Ebenen zu. Kennen Sie folgende Situation? Ihre Mutter sagt am Morgen, bevor Sie das Haus verlassen: „Heute ist es aber kalt!“ Möchte Ihre Mutter Ihnen wirklich nur mitteilen, dass es kalt ist oder beabsichtigt sie etwas anderes? Auf welchem Ohr will Ihre Mutter Sie erreichen? Nennen Sie zwei Beispiele für Botschaften an das Appelohr aus Ihrem persönlichen Umfeld. Nach dem Vier-Ohren-Modell hat jede Person einen anderen Schwerpunkt bei der Kommunikation. Ein Test kann helfen, Ihren persönlichen Schwerpunkt zu erkennen. Den Test finden Sie auf der Verlagshomepage www.oebv.at. Mosaik Wie gut ist Ihr Appelohr geschult? Wählen Sie jeweils ein Geschenk, das sich folgende Person vermutlich wünscht. a) Freundin b) Freund c) Mutter d) Vater 041 FK 042 FK 043 SK 044 FK Kommunikationstest wm5nd8 partnerschaftliche Beziehung Ich hätte diesen Helm gerne. Der Fahrradhelm ist super. Beziehungsebene Sachebene Selbstkundgabeebene 19 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
A Grundlagen der Kommunikation Kompetenzcheck Welches Kommunikationsmodell hat der bekannte Kommunikationsforscher Schulz von Thun entwickelt? Nennen Sie die vier Ebenen bzw. Ohren dieses Kommunikationsmodells. Ordnen Sie richtig zu. Ein Kind kommt von der Schule nach Hause und sagt zur Mutter: „Die anderen Kinder bekommen mehr Taschengeld als ich.“ Selbstkundgabeebene Zahl mir mehr Taschengeld. Appellebene Die anderen Kinder bekommen mehr Taschengeld als ich. Beziehungsebene Ich fühle mich benachteiligt. Ich möchte mehr Taschengeld. Sachebene Kind – Mutter, familiäre Struktur Beantworten Sie die folgenden Fragen. a) Was versteht man unter der Appellebene? b) Erklären Sie die Selbstkundgabeebene. c) Beschreiben Sie die Sachebene. d) Beschreiben Sie die Beziehungsebene. Das habe ich gelernt! ● Ich weiß, welches Kommunikationsmodell von Schulz von Thun entwickelt wurde. ➤ 045 ● Ich kann die vier Ebenen des Kommunikationsmodells nennen. ➤ 046 ● Ich kann die vier Ebenen des Kommunikationsmodells zuordnen. ➤ 047 ● Ich kann die vier Ebenen des Kommunikationsmodells erklären. ➤ 048 045 FK 046 FK 047 FK 048 FK 20 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
Die vier Ebenen der Kommunikation 4 zielsicher anwenden Versuchen Sie die folgende Aussage nach dem „Vier-Ohren-Modell“ zu zerlegen. Der Ausbildner arbeitet und sein Lehrling steht mit den Händen in der Tasche daneben. Daraufhin sagt der Ausbildner: „Soll ich dir einen Liegestuhl bringen?“ Sachaussage Appell Selbstkundgabe Beziehung Zerlegen Sie die folgende Aussage nach dem „Vier-Ohren-Modell“. Ein Arbeitsteam fährt jeden Tag um 07:20 Uhr zur Baustelle. Ein Lehrling kommt schon zum zweiten Mal um 10 Minuten zu spät. Daraufhin sagt der Partieführer: „Hast du keine Uhr?“ Sachaussage Appell Selbstkundgabe Beziehung Überlegen Sie, welchen Appell die sprechende Person senden möchte. 049 FK 050 FK 051 FK a) Die Lehrerin kommt in die Klasse und sagt: „So ein Lärm!“ ● Ich halte den Lärm nicht aus. ● Es ist zu laut, um unterrichten zu können. ● Seid endlich ruhig. b) Ein Ehepaar sieht fern. Die Frau sagt zum Mann: „Der Wein ist aus.“ ● Ich bin noch durstig. ● Es ist kein Wein mehr da. ● Hol eine neue Flasche. 21 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
A 5. Beziehung geht vor Sachebene Manchmal genügt es nicht, fachlich alles bestens zu machen. Es gibt Fälle, in denen eine negative Stimmung zwischen Personen dazu führt, dass sie einander nicht zuhören können. Das kann auf Antipathie oder Vorurteilen beruhen und beeinträchtigt die Kommunikation. Für ein gutes Arbeitsklima ist es wichtig, die Gründe für die Ablehnung herauszufinden und zu beseitigen. Denken Sie an eine Situation, in der Sie bei einem Gespräch erfolglos blieben. Beschreiben Sie dieses Gespräch. • Was wollten Sie erreichen? • Was könnten die Absichten Ihrer Gesprächspartnerin bzw. Ihres Gesprächspartners gewesen sein? • Wie war die Situation? • Wo lagen die Probleme im Gespräch? Eine vereinfachte Darstellung, wie Kommunikation stattfindet, zeigt das „Eisbergmodell“. Das Eisbergmodell Grundregel: Gespräche verlaufen dann erfolgreich, wenn die beteiligten Personen durch positive Emotionen verbunden sind. Achten Sie bei jedem wichtigen Gespräch darauf, dass von Beginn an eine positive Stimmung herrscht! 052 PK sachliche Botschaft Beziehung, die zugrunde liegt (Wünsche, Ängste, Bedürfnisse, Vorurteile, Impulse, Erbanlagen, Erfahrungen usw.) Jedes Gespräch findet auf zwei Ebenen statt. Der Sachebene ist klar und messbar. Die Beziehungsebene aber liegt unter der Oberfläche und macht wie bei einem Eisberg den überwiegenden Teil aus. Sie ist entscheidend für den Verlauf und den Erfolg des Gesprächs. Grundlagen der Kommunikation Saidi ist sehr fleißig und will immer alles bestens machen. Die Kundinnen und Kunden mögen ihn. Dennoch wird er von seiner Ausbildnerin häufig kritisiert. Sie meint, er sei zu bereitwillig und habe zu wenig Haltung. Was könnte die Vorgesetzte damit meinen? 22 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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