zielsicher. Deutsch und Kommunikation, Schulbuch

D 20. Verhalten in Konfliktfällen Konflikte Konflikte treten ständig auf, sie sind völlig normal. Es ist daher sehr wichtig zu lernen, mit Konflikten umzugehen und sie im besten Fall positiv zu bewältigen. Können wir sie lösen, können wir uns oft auch weiterentwickeln. Gelingt das nicht, entstehen negative Emotionen. Werden diese negativen Emotionen nicht gelöst, können sie z. B. Stress, Frustration, körperliche Beschwerden verursachen und zu Vertrauensverlust führen. Zu den häufigsten Konflikten zählen: Ziel-, Verteilungs-, Rollen-, Sach- und Beziehungskonflikte sowie kulturelle Konflikte. Konflikte lösen in uns heftige Gefühle aus. Schreiben Sie auf, welche Gefühle Sie mit den oben genannten oder selbst erlebten Konfliktsituationen verbinden. Sprechen Sie anschließend über diese Gefühle in der Klasse und was Sie in Ihnen bewirken. Konflikttypen Verhaltensweisen in Konfliktsituationen lassen sich in verschiedene Typen einteilen: Durchsetzer/in – Kämpfer/in ➤ Wenn ich mich über jemanden ärgere, dann schreie ich die Person auch an. Ich verschaffe mir Luft, indem ich meiner Wut freien Lauf lasse. Harmonisierer/in ➤ Wenn ich mich ärgern muss, dann habe ich ein Problem, es der betreffenden Person zu sagen. Ich versuche, mich und meine Bedürfnisse zurückzunehmen und gebe lieber der anderen Person recht. Oder ich verhalte mich still und ertrage es. Flüchter/in ➤ Ich meide jeden Konflikt. Sage ich, was mir nicht passt, wird die betreffende Person zornig auf mich. Sage ich nichts, bleibt mir selbst der Ärger. Wenn es wirklich „dicke Luft“ gibt, dann mache ich mich lieber aus dem Staub. Ich vergesse den Konflikt auch nicht. Taktiker/in ➤ Wenn ich mich ärgere, sage ich nichts, aber ich lasse es die Person spüren. Dann muss sie mich fragen, was mich ärgert oder ich suche mir Verbündete. Konfliktlöser/in ➤ Streit ist für mich ganz normal. Wenn ich mich ärgern muss, dann sage ich, was mich an der Person stört. Aber ich frage die Person auch, wie sie es sieht und wie es ihr geht. Fast immer finden wir dabei einen Weg, der beide zufriedenstellt. 233 SK Umgang mit herausfordernden Situationen „Adem und ich gehen in dieselbe Berufsschule. Gestern habe ich mich sehr über ihn geärgert. Als die Lehrerin alle aufgefordert hat aufzuräumen, hat Adem mir befohlen, unseren gemeinsamen Arbeitsplatz aufzuräumen, während er mit Sofia plauderte. Als ich mich weigerte, ist er zur Lehrerin gegangen und hat die Situation so dargestellt, dass ich zu faul zum Aufräumen wäre. Darüber ärgere ich mich so, dass ich vor Wut platzen könnte!“ Was würden Sie in dieser Situation tun? 84 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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