Begegnungen mit der Natur 3, Schulbuch

Die Erde Bodenversiegelung beeinflusst den Wasserhaushalt Durch den Bau von Straßen, Siedlungen, Industrieanlagen und verschieden Sport- und Freizeiteinrichtungen gehen große Bodenflächen und damit die Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere verloren. In Österreich werden täglich durchschnittlich 15 Hektar Fläche (entspricht etwa der Fläche von 20 bis 25 Fußballfeldern) verbaut. Wie die Bodenverdichtung beeinträchtigt auch diese so genannte Bodenversiegelung den Wasserhaushalt. Die Grundwasserreserven werden verringert. Die Überflutungsgefahr bei starken Niederschlägen steigt, da das Wasser weniger gut bzw. rasch versickern kann. Trockenlegen von Böden führt zur Verarmung der Landschaft Von Natur aus wasserreiche Böden werden immer noch durch die Ableitung von überschüssigem Wasser trockengelegt, um sie für die Landwirtschaft nutzbar zu machen ( S. 30). Dadurch wird der Lebensraum der für diese wasserreichen Standorte typischen Pflanzen- und Tierwelt zerstört. Da jedes Lebewesen ein bestimmtes Glied in der Nahrungskette darstellt, sind durch den Verlust einer Art indirekt auch viele andere gefährdet. Durch gedankenlose Bodennutzung und fortschreitende Bodenzerstörung berauben wir uns selbst unserer Lebensgrundlage. Wir müssen den Boden schützen. Bodenverluste dürfen deshalb nur nach eingehender Prüfung der Notwendigkeit zugelassen werden. So sollten fruchtbare Böden nicht verbaut werden, sondern einer umweltgerechten landwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten bleiben (Flächenwidmung). Flächenwidmung In jeder Gemeinde gibt es einen Flächenwidmungsplan, in dem festgelegt ist, wie jedes Grundstück genutzt werden darf (Ackerland, Bauland, Grünland, Verkehrsfläche usw.). Umwidmungen, beispielsweise von Grünland in Bauland, sind nur nach eingehender Prüfung möglich 106 Überflutung bei starken Niederschlägen 107 Feuchtwiese mit Narzissen Im Folgenden findest du drei Versuche zum Thema Verdichtung des Bodens und deren Folgen. Führe die Experimente durch und fertige jeweils ein Versuchsprotokoll ( Begegnungen mit der Natur, Band 2) an. 1. Bodenverdichtung 1: Wähle als Versuchsstandorte drei verschiedene Orte mit unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit aus (zB Acker, Trampelpfad, Wiese). Als Messwerkzeug zur Bodenverdichtung bereite einen Holzpflock vor, auf dem du eine Markierung anbringst. Schlage nun den Pflock an den drei verschiedenen Orten mit nicht allzu starken, gleichmäßigen Schlägen mit einem Hammer bis zur Markierung ein. Protokolliere, wie viele Hammerschläge du jeweils benötigst. Vergleiche die Ergebnisse und diskutiere die Unterschiede. 2. Bodenverdichtung 2: Befülle zwei gleich große Blumentöpfe, die unten Löcher haben, mit Erde. Die Erde des einen Topfes presst du ganz fest zusammen, die des anderen belässt du, so wie sie ist. Stelle beide Töpfe in eine größere Schale. Stelle zunächst eine Hypothese auf, was geschehen wird, wenn du vorsichtig Wasser in beide Töpfe hineingießt. Dann prüfe deine Vermutung, notiere deine Beobachtungen und diskutiere die Ergebnisse. 3. Filterwirkung des Bodens: Für den Versuch brauchst du etwas Erde, trockenen Sand, zwei Kaffeefilter, einen Trichter, eine Flasche zum Auffangen des Wassers und mit Wasserfarbe gefärbtes Wasser. Den ersten Trichter befüllst du mit Erde, die du etwas andrückst. Begieße die Erde langsam mit dem Farbwasser. Protokolliere die Farbe, die die unten heraustropfende Flüssigkeit hat. Führe anschließend den gleichen Versuch mit Sand und einem neuen Filter durch. Notiere auch hier deine Beobachtung und vergleiche die Ergebnisse. Diskutiere mögliche Unterschiede. Du bist dran! 42 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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