Begegnungen mit der Natur 3, Schulbuch

Landwirtschaft in Österreich Die Lebensgemeinschaft des Ackers braucht die Randbiotope Betrachten wir ein Nahrungsnetz im Lebensraum Acker ( Abb. 93), können wir erkennen, dass es kaum eine Nahrungskette gibt, deren Glieder ausschließlich Ackerbewohner sind. Feldraine und Hecken sind vielfältig mit der Lebensgemeinschaft des Ackers verbunden. Die Randbiotope sind nicht nur Rückzugsgebiet für Pflanzen, die die Landwirtin bzw. der Landwirt auf ihrem bzw. seinem Acker nicht duldet, sondern auch Rückzugsgebiet für Tiere. Der Acker und seine Randgebiete beherbergen viele Tierarten Der Mäusebussard findet in der Hecke seinen Stützpunkt für die Jagd, dem Fuchs bietet sie Deckung. Rebhühner ( Abb. 84) sind Hühnervögel, die ihre Nester in Ackerrandbiotopen in Bodenmulden bauen. Rebhühner ernähren sich bevorzugt von Ackerwildkrautsamen. Rebhuhnkücken fressen fast ausschließlich Insekten und deren Larven, darunter auch Schädlinge. Die kleinen Rebhühner leisten damit einen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Unter biologischer Schädlingsbekämpfung versteht man den Einsatz von natürlichen Feinden zur Bekämpfung von Schädlingen. Die Feldspitzmaus ( Abb. 85) lebt tagsüber im Schutz von Gebüschen und Hecken. Nachts zieht der nützliche Insektenfresser zur Beutejagd auf die Ackerflächen. Zu seinem Nahrungsspektrum gehören u.a. Insekten und deren Larven, Spinnen, Weberknechte, Tausendfüßer und Schnecken. Feldmäuse ( Abb. 86) leben gesellig in weitverzweigten Gangsystemen im Ackerboden. Sie fressen bevorzugt Getreidekörner. Ein Feldmausweibchen kann pro Jahr vier bis sechs Würfe mit fünf bis zehn Jungen haben. Normalerweise sorgen Füchse, Greifvögel, Wiesel und Katzen dafür, dass die kleinen Nagetiere nicht zu häufig werden. Trotzdem kann es in Jahren mit günstigen Lebensbedingungen zur Massenvermehrung kommen (nicht zu strenger Winter, trockenes Frühjahr, warmer Sommer mit ausreichendem Nahrungsangebot). Es lässt sich beobachten, dass dies hauptsächlich auf sehr großen Feldflächen ohne ausgeprägte Randbiotope auftritt. In Tieflandgebieten Ostösterreichs lebt der Feldhamster ( Abb. 87), auch ein Nagetier. Er ist ein Einzelgänger. In seinen Backentaschen sammelt er Getreidekörner, die er in den Vorratskammern seines unterirdischen Gangsystems lagert. Sie dienen als Nahrung für den Winter. Feldhamster halten einen Winterschlaf, den sie manchmal zum Fressen unterbrechen. Der Maulwurf ( Abb. 88) ist ein eifriger Vertilger von Insekten. Sein Nahrungsbedarf entspricht pro Tag etwa dem eigenen Körpergewicht. Beutetiere, die nicht sofort gefressen werden, lähmt der Insektenfresser durch einen Biss und bringt sie in eine Vorratskammer in seinem unterirdischen Gangsystem. Maulwürfe sind auch im Winter aktiv. Sie ernähren sich in dieser Zeit von den Vorräten, die sie im Herbst angelegt haben. Schädlinge Lebewesen, die für den Menschen Nahrungskonkurrenten bzw. schädlich sind; das sind zB verschiedenste Tiere, die Feldfrüchte auf dem Acker oder in den Vorratskammern fressen, oder Pilzkrankheiten, die ganze Pflanzenbestände vernichten. 84 Rebhuhn 85 Feldspitzmaus 86 Feldmaus 87 Feldhamster 88 Maulwurf 70 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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