global 4. Geographie und wirtschaftliche Bildung, Schülerbuch

Malawis Nahrungsmittelkrise: Hunger für immer? Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler waren lange der Ansicht, dass die Erde nur eine begrenzte Anzahl von Menschen ernähren könne (S. 70). Ab einer gewissen Bevölkerungszahl würde nicht mehr genug Nahrung zur Verfügung stehen. Doch diese Annahme ist falsch. Die Weltbevölkerung kann mit den Ressourcen der Erde ernährt werden. Trotzdem gibt es Hunger, und viele Menschen leiden an Unterernährung (M1). Im Fallbeispiel Malawi hat die Nahrungsmittelkrise vielfältige Gründe. Klimatische Gründe für den Hunger in Malawi Im März 2023 traf der Zyklon „Freddy“ mehrfach auf das südostafrikanische Festland. Er bewegte sich von der australischen Küste über 8.000 km über den gesamten Indischen Ozean nach Westen vor die Küste Afrikas. Der Tropensturm dauerte 36 Tage lang, ein Rekord. (M2, M3) Ein Jahr später rief der damalige Präsident Malawis, Lazarus Chakwera, erneut den Katastrophenzustand aus: Im Süden des Landes gab es eine Dürre. Im Norden gab es wegen starker Regenfälle Überschwemmungen. Die Maisernte wurde vernichtet und Malawi musste Grundnahrungsmittel (Mais, Kartoffeln, Getreide) zu höheren Preisen importieren. Diese klimatischen Ereignisse werden immer häufiger. Sie können auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Wirtschaftliche Gründe für den Hunger in Malawi Im Jahr 2023 waren rund 46% der Exporte Malawis Tabak (WKO 2025). Davon wurden die größten Anteile nach Belgien, China und Deutschland exportiert. Als Malawi noch eine britische Kolonie war, war das Land für seinen Tabak bekannt. Auch nach dem Ende der Kolonialherrschaft blieben riesige Plantagen mit Monokulturen bestehen. Diese gehörten nur einigen wenigen Familien. Neben Tabak exportiert Malawi auch Baumwolle, Soja, Kaffee und Tee. die Unterernährung: Menschen nehmen nicht genug Energie in Form von Nahrung zu sich und verlieren an Gewicht. Der Kalorienbedarf unterernährter Menschen ist nicht gedeckt. M1 19,9 % der 20 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Malawis sind unterernährt. Eine mögliche Lösung gegen die Nahrungsmittelkrise ist Permakultur. Permakultur ist eine nachhaltigere Form der Landwirtschaft. Unterschiedliche Pflanzen sollen nebeneinander wachsen. Die Vielfalt macht die Pflanzen stärker und schützt den Boden (Quelle: bpb 2025; globalhungerindex 2025). M3 Satellitenbild: Zyklon Freddy M2 Auswirkungen des Zyklons in Malawi: Viele Ackerflächen waren zerstört. die Kolonie: Gebiet, das samt der Bevölkerung und den Ressourcen von einem anderen Staat in Anspruch genommen wird; die Bevölkerung wird oft gewaltsam unterworfen. Europäische Staaten begannen in den 1880er-Jahren einen „Wettlauf um Afrika“. Erst 1960 konnten viele afrikanische Staaten ihre Unabhängigkeit wieder erlangen. 102 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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