BioTOP 2, Schulbuch

88 Der Lebensraum Wald Arbeitsheftseite 44 Wälder bestehen aus Bäumen. Bäume können sehr groß und sehr alt werden. Sie haben viele Blätter und können daher viel Kohlenstoffdioxid aufnehmen und mithilfe des Sonnenlichts Sauerstoff herstellen. Ein Wald ist ein Lebensraum für viele verschiedene Pflanzen und Tiere, die eine Lebensgemeinschaft bilden. Er beeinflusst das örtliche Klima. Unbelebte und belebte Faktoren prägen ihn. Unbelebte Faktoren sind zum Beispiel die Bodenart, die Höhenlage, das Licht, die Temperatur und die Feuchtigkeit. Zu den belebten Faktoren zählen Bakterien, Pilze, Pflanzen, Tiere und der Mensch. Die belebten Faktoren beeinflussen den Lebensraum durch die Nutzung der Fläche und durch die Nahrungsaufnahme. Was ist ein Urwald? Urwälder sind „natürliche“ Wälder. Die Pflanzen können wachsen und sterben, ohne dass der Mensch eingreift ( B 1). Tote Bäume werden nicht gefällt oder entfernt und können verrotten. Etwa 13 000 heimische Arten von Bakterien, Pilzen, Flechten, Moosen, Gliederfüßern und Schnecken leben in und von totem Holz. Durch das Zerfallen des Holzes werden Mineralsalze für andere Pflanzen frei. In heimischen Urwäldern können viele seltene Pflanzenarten und Pilze wachsen – manche kommen nur dort vor. Sie und die toten Bäume bieten vielen verschiedenen Tierarten Lebensraum und Nahrung. In Österreich gibt es nur noch zehn Urwälder, zB den Rothwald im Wildnisgebiet Dürrenstein und den Rauriser Urwald im Nationalpark Hohe Tauern. Dabei handelt es sich um meist kleine, aber weitgehend unberührte Waldgebiete. Bäume bestimmen die Waldart Die Art des Bodens, die Höhenlage, die Lichtverhältnisse und die Menge der Niederschläge bestimmen die Art des Waldes. Im Flachland und im Hügelland gibt es vorwiegend Laubwälder. Hier wachsen nur Laubbäume, wie Rotbuchen, Ahorne, Hainbuchen oder Eichen ( B 2). Die Äste bieten gute Verstecke für die Waldtiere. Die Früchte und Samen der Bäume sind Nahrung für viele Tiere. Der Laubwald ist im Winter ohne Blätter. Im Sommer halten die Blätter die Luft kühl und ein wenig feucht. Im Herbst färben sich die Blätter bunt, bevor sie abfallen. Viele heimische Wälder sind Mischwälder, die aus verschiedenen Laub- und Nadelbäumen bestehen. Mischwald wächst im Übergangsbereich von Laub- zu Nadelwald. Natürlicher Mischwald hat einen interessanten Stockwerkbau (siehe Seite 94). In einem Nadelwald wachsen nur Nadelbäume wie Fichten, Tannen, Lärchen oder Rot-Föhren ( B 3). Die Luft riecht nach Harz. Nadelwälder gibt es in trockenen Gegenden (Föhrenwälder) und im Gebirge. B 1 In einem Urwald können die Pflanzen wachsen und sterben, ohne dass der Mensch eingreift. B 2 In einem Laubwald wachsen nur Laubbäume. B 3 Ein Nadelwald (Rot-Föhren) Zusatzmaterial 2b5i8i Rundum-Blick 2c9y4m Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy ODE3MDE=