einfach bio 4, Schulbuch

Getreidesorten sind unsere wichtigsten Nutzpflanzen. Schon vor etwa 10 000 Jahren wurden sie aus Wildgräsern gezüchtet. Man nennt sie deshalb auch Kulturpflanzen. Alle Getreidearten gehören, so wie die wichtigsten Futtergräser (z. B. Wiesenrispe, Wiesen-Knäuelgras), zu den Süßgräsern. Seggen und Binsen gehören zu den Sauergräsern und wachsen häufig an Gewässern. Bau der Getreidepflanze Süßgräser besitzen, wie alle Blütenpflanzen, Wurzeln, Halm (Sprossachse), Blätter und Blüten. Die Struktur des Halms passt perfekt zu seiner Funktion. Er ist hohl, rund und durch Knoten gegliedert. Dadurch ist er sehr stabil. Nach diesem Röhrenprinzip sind z.B. auch die Knochen von Wirbeltieren oder der Schaft von Federn gebaut. Aus jedem Knoten wächst ein langes, schmales Blatt. Der unterste Teil des Blattes, die Blattscheide, umgibt den Halm. Sie gibt ihm zusätzliche Festigkeit. Über den Knoten liegt bei Getreidepflanzen eine Wachstumszone. Durch sie bleiben die Pflanzen beweglich und biegsam. Geknickte Halme können sich wieder aufrichten. Man kann Süßgräser und Sauergräser gut am Bau der Sprossachse unterscheiden. Im Gegensatz zu den Süßgräsern ist bei Seggen der Stängel dreikantig, nicht hohl und ohne Knoten. Auch der runde Stängel der Binsen ist nicht hohl und ohne Knoten. Die Blütenstände von Getreidesorten sind entweder Ähren oder Rispen (B2). Bei einer Ähre befinden sich alle Einzelblüten an einer Achse (z. B. Weizen). Bei einer Rispe ist der Blütenstand verzweigt (z. B. Hafer). Jeder Blütenstand besteht aus kleinen, einzelnen Ährchen, die sich aus zwei oder mehr Blüten zusammensetzen. Die Blüten wachsen hinter Deckblättern, den Spelzen. Von außen nach innen unterscheidet man Hüllspelzen, Deckspelzen und Vorspelzen. Bei einigen Getreidesorten sind die Deckspelzen zu Grannen (B1) verlängert. Die Blüten sind meistens Zwitterblüten (der Mais hat als Ausnahme getrennt geschlechtige Blüten). Zwitterblüten haben sowohl männliche Geschlechtsorgane (Staubblätter) als auch weibliche Geschlechtsorgane (Fruchtknoten mit Narbe). Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Bau eines Getreidekorns Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich ein Getreidekorn (B4). Im Inneren befindet sich der Mehlkörper. Dieser enthält Stärke (Kohlenhydrate). Im Keimling findet man vor allem Fett, Mineralsalze und Vitamine. Die Kleberschicht beinhaltet Eiweiß, das einen Teig beim Backen zusammenhält. Die Fruchthülle (Kleie) enthält viele Ballaststoffe. Wegen der vielfältigen Zusammensetzung ist Getreide ein wertvolles Nahrungsmittel. A1 Beschrifte die Roggenpflanze mit den Begriffen aus dem Kasten. Knoten ■ Blattscheide ■ Blatt Blütenstand ■ Halm ■ Wurzeln B1 Bau einer Roggenpflanze 1 2 3 4 5 6 B2 Ähre und Rispe im Vergleich 1 2 3 4 5 6 Ährchen Ähre Rispe 108 Getreidepflanzen sind Süßgräser Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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