einfach bio 4, Schulbuch

Vor über 10 000 Jahren wurden Schweine in Asien domestiziert. Von dort kamen sie nach Europa. In Niederösterreich wurden bei Ausgrabungen Schweineknochen gefunden, die etwa 6 500 Jahre alt sind. Derzeit gibt es in Österreich in rund 19 200 Betrieben etwa 2,5 Millionen Hausschweine. Pro Jahr werden bis zu 4,6 Millionen Schweine geschlachtet, daher wird ein Teil aus dem Ausland importiert. Schweine sind die wichtigsten Fleischlieferanten Österreichs. Eigenschaften des Hausschweins Das Hausschwein stammt vom Wildschwein ab. Von ihm hat es viele Eigenschaften und Verhaltensweisen. Innerhalb einer Schweineherde gibt es eine Rangordnung, bei der alte Tiere höhergestellt sind als junge. Schweine wühlen mit dem Rüssel (Schnauze) im Boden und suchen nach Nahrung. Sie haben mehr Riechzellen als Hunde. Schweine wälzen sich im Schlamm (suhlen). Getrockneter Schlamm schützt sie vor lästigen Insekten. Zum Kratzen reiben sie sich an einem senkrechten Gegenstand (z.B. einem Baum). Schweine bauen sich einen Schlafplatz (Schlafnest). Zum Ausscheiden suchen sie einen Platz auf, der vom Liegeplatz entfernt ist. Zur Kommunikation können Schweine nicht nur grunzen, sondern auch quietschen, brummen, bellen und sogar singen. Daneben können sie auch mit chemischen Duftstoffen (Pheromonen) kommunizieren. So bewirken z.B. Stoffe im Speichel von Ebern (Männchen), dass bei einer Jungsau der Beginn der Pubertät beschleunigt wird. Beobachtet man das Verhalten eines Schweins, so kann man Körpersignale (z.B. Haltung der Ohren oder des Schwanzes) erkennen. Fortpflanzung des Hausschweins Das weibliche Hausschwein (Sau) kann zu jeder Jahreszeit Junge (Ferkel) zur Welt bringen. Die Tragezeit beträgt etwa vier Monate. Die 10 bis 18 Ferkel eines Wurfs werden von der Sau einige Wochen lang gesäugt. Damit sie schnell zunehmen, werden die Jungtiere von der Bäuerin oder vom Bauern gut gefüttert (Mästung). Bei der Schlachtung nach rund sieben Monaten wiegen sie etwa 100 kg. Viele Teile des Hausschweins werden verwertet Neben dem Fleisch werden auch andere Teile des Hausschweins verwertet. Aus dem Fett kann Schweineschmalz gewonnen werden. Die Haut wird zu Leder für Schuhe oder Bekleidung verarbeitet. Die Borsten (Haare) können für Bürsten oder Pinsel verwendet werden. Aus den Knochen werden Leim oder Dünger erzeugt. A1 Bilde mit den Silben die Begriffe für Männchen, Weibchen und Junge bei Wild- und Hausschwein. ling ■ Fer ■ Ba ■ Kei ■ ber ■ ler ■ Frisch ■ kel ■ E Sau ■ che B1 Wildschwein v B2 Hausschwein v B3 Muttertier mit Jungen 124 Das Hausschwein – Österreichs wichtigster Fleischlieferant Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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