global 8. Geographie und Wirtschaftskunde, Schülerbuch

50 Marktwirtschaft verstehen Kompetenzorientiertes Lernziel unterschiedliche Wirtschafts- und Regierungsmodelle vergleichen Die Marktwirtschaft hat „Spielregeln“ bzw. Anforderungen, die man kennen sollte, wenn man ihre Funktionsweise verstehen will. Im Zusammenhang mit diesen grundlegenden Funktionsanforderungen müssen nachfolgende zentrale Fragen beantwortet bzw. Entscheidungen getroffen werden. Grundlegende Entscheidungen in Wirtschaftsordnungen Planungsproblem: Welche und wie viele Güter sollen für den zukünftigen Bedarf produziert werden? Eigentumsregeln und Entscheidungsstrukturen: Wer entscheidet über Produktion und Konsum und welche Rolle spielt der Staat in der Wirtschaft? Motivations- und Kontrollproblem: Wie werden gute und schlechte Leistungen in der Wirtschaft belohnt oder sanktioniert? Verteilungsproblem: Wer bekommt welche Güter und wie viel davon? Informationsproblem: Wie erhalten die Personen, die Entscheidungen treffen, die für die Entscheidungsfindung nowendigen Informationen? Lenkungsproblem Wer soll die nachgefragten Güter wie, wo und wann produzieren? M1 Warum braucht das wirtschaftliche Geschehen „Spielregeln“? Politische und ökonomische Systeme vergleichen Die Organisation der Wirtschaft Wie muss die Wirtschaft in einem Land organisiert sein, damit Unternehmen jene Güter und Dienstleistungen herstellen, die private und öffentliche Haushalte im In- und Ausland benötigen? Diese Frage wurde im letzten Jahrhundert sehr unterschiedlich beantwortet, wobei die globale Politik und Wirtschaft durch einen Konflikt zwischen „Westen“ und „Osten“ geprägt war. Seit dem Fall der „Berliner Mauer“ im Jahr 1989 ist dieser Wettbewerb entschieden. Heute sind von den knapp 200 Mitgliedsländern der UNO (fast) alle marktwirtschaftlich organisiert (M2). Selbst ein Land wie China, in dem die kommunistische Partei autoritär die wichtigsten politischen Entscheidungen trifft, akzeptiert auf wirtschaftlicher Ebene weitgehend die marktwirtschaftliche Ordnung. Anzumerken ist, dass es nicht „die eine“ Marktwirtschaft gibt, sondern viele Varianten. Die freie Marktwirtschaft stellt eine idealtypische Form dar, auf der die realen Marktwirtschaften aufbauen. Was sind die Grundannahmen der freien Marktwirtschaft? Das Ordnungsmodell Marktwirtschaft baut auf einer Gesellschaftsordnung des Individualismus auf, der seine geistigen Wurzeln im Liberalismus hat. Merkmale Marktwirtschaft Planung und Lenkung dezentrale Planung in den Unternehmen mit marktwirtschaftlicher Koordination Eigentumsverhältnisse Produktionsmittel gehören im Regelfall privaten Eigentümerinnen und Eigentümern Ziele von Unternehmen Erwirtschaftung eines Gewinns Preisbildung Preisbildung auf den Märkten durch Angebot und Nachfrage Entscheidungen Unternehmen treffen laufend Entscheidungen; freie Konsum-, Berufs- und Arbeitsplatzwahl Löhne und Gehälter Festsetzung durch Verhandlungen zwischen Arbeitgeberin und Arbeitgeber und Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer M2 Was sind charakteristische Merkmale der freien Marktwirtschaft? Online-Code b9c7sf Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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