Treffpunkt Deutsch 4 - Deutsch Sprachlehre, Leseheft

Reiseberichte 21 Plätzen vorüberkommt, in denen Handel und Gewerbe blühen und wo man viele Weingärten und wohl bebautes Land erblickt. Von hier werden Weintrauben in das Innere von Kataia gebracht, wo kein Wein wächst. Maulbeerbäume sind im Überfluss da, deren Blätter die Einwohner instand setzten, große Massen von Seide zu produzieren. Ein hoher Grad von Bildung herrscht unter allen Leuten dieses Landes infolge ihres häufigen Verkehrs mit den Städten, die zahlreich und nicht weit voneinander entfernt sind. Nach diesen kommen beständig die Kaufleute und bringen ihre Güter von einer Stadt zu anderen, wie gerade die Messen in denselben gehalten werden. Nachdem man fünf Tage über die zehn, die schon erwähnt wurden, weitergereist, soll man an eine Stadt kommen, die noch weit größer und schöner ist, namens Ach-baluch, bis wohin sich die Grenzen von den Jagdrevieren des Kaisers erstrecken und in denen niemand jagen darf außer die Prinzen seiner eigenen Familie und die, deren Namen in des Großfalkners Liste eingetragen sind; aber über diese Grenzen hinaus können alle Personen, die vermöge ihres Ranges dazu berechtigt sind, nach Lust das Wild verfolgen. Es ereignet sich jedoch selten, dass der Großkhan dem Jagdvergnügen in diesem Teil des Landes obliegt, und die Folge davon ist, dass das Wild, vorzüglich Hasen, in solcher Menge sich vermehren, dass sie wohl alle Saat in der Provinz zerstören. Als dieses zu den Ohren Sr. Majestät kam, begab er sich mit seinem ganzen Hof in dieses Land, und eine unzählige Menge dieser Tiere wurde getötet. NEUNUNDZWANZIGSTES KAPITEL Nach einer zehn Tage dauernden Reise von der Stadt Giogiu kommt man, wie schon gesagt, in das Königreich Ta-in-fu, dessen vorzüglichste Stadt, die Hauptstadt der Provinz, denselben Namen hat. Sie ist außerordentlich groß und sehr schön. Ein beträchtlicher Handel wird von hier getrieben und eine Menge verschiedener künstlicher Arbeiten verfertigt, vorzüglich Waffen und andere Kriegsvorräte, die hier bequem am Platze sind für Sr. Majestät Armeen. Viele Weinberge gibt es, von denen Weintrauben in großem Überfluss gesammelt werden. […] Quelle: Marco Polo: Die Beschreibung der Welt (2004) 64 66 68 70 72 74 76 78 80 82 84 86 88 90 92 94 96 98 100 102 104 106 108 110 112 Marco Polo (Stich von Felice Zuliani) Es gibt keine authentischen Bildnisse von Marco Polo. Vielleicht hat er so ausgesehen? Johann Wolfgang Goethe Italienische Reise Die „Italienische Reise“ ist ein Reisebericht, in dem Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) seinen Italienaufenthalt zwischen September 1786 und Mai 1788 beschreibt. Das zweiteilige Werk basiert auf seinen Reisetagebüchern, entstand jedoch erst wesentlich später, zwischen 1813 und 1817. Neben „Dichtung und Wahrheit“ und „Kampagne in Frankreich“ zählt es zu seinen autobiografischen Schriften. Auf dem Brenner, den 8. September, abends Hierher gekommen, gleichsam gezwungen, endlich an einen Ruhepunkt, an einen stillen Ort, wie ich ihn mir nur hätte wünschen können. Es war ein Tag, den man jahrelang in der Erinnerung genießen kann. Um sechs Uhr verließ ich Mittenwald, den klaren Himmel reinigte ein scharfer Wind vollkommen. 2 4 6 8 Lies den Ausschnitt aus „Italienische Reise“. Bereite ihn nach den Vorgaben von Seite 6 f. auf. Beantworte dabei folgende Frage: Welche Stimmung wird in dem Text vermittelt? Schreibe in dein Heft. 2 N Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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