12 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 26–27 Ideologie der Unmenschlichkeit Das Euthanasie-Programm Es ist erwiesen, dass im Deutschen Reich mehr als 100 000 Menschen mit geistiger Behinderung getötet wurden. Die Nationalsozialisten bezeichneten alle Kinder, Frauen und Männer mit körperlicher oder geistiger Behinderung als „minderwertige Menschen“. Unter strenger Geheimhaltung stellten die Nationalsozialisten ihr sogenanntes „Euthanasie-Programm“ auf. Das Programm bedeutete: – Frauen und Männer wurden wegen angeblicher Erbkrankheiten zwangsweise unfruchtbar gemacht. – Hebammen und Ärzte wurden verpflichtet, alle neugeborenen Kinder zu melden, die Missbildungen hatten. Diese Mädchen und Jungen wurden in angebliche „Kinderfachabteilungen“ eingewiesen. Kurze Zeit später erhielten die Eltern eine Nachricht über den Tod ihres Kindes. – Menschen mit geistiger Behinderung wurden aus ihren Familien abgeholt. Den Familien wurde mitgeteilt, dass die Kranken in angeblichen Kliniken „besondere Pflege“ erhalten würden. Interpretiere das Plakat nach der Methode „Plakate analysieren“ auf Seite 130 im Schulbuch Bausteine 4. Analysiere die Quelle. Erkläre, was der Schüler T. Eisbrenner gemeint haben könnte, wenn er vom „Stoff zum Nachdenken“ schreibt. 1. 2. „Illustrierte Monatsschrift für deutsches Volkstum“ (Nationalsozialistisches Propagandaplakat von 1936) Quelle: Der Schüler T. Eisbrenner verfasste am 26. März 1996 einen Bericht für die „Märkische Allgemeine Zeitung“ (Auszug) „Die Opfer wurden in grauen Bussen mit nach außen und innen undurchsichtigen Fenstern transportiert. Die Menschen kamen fast alle aus Pflegeheimen und waren behindert. Die meisten starben in Brandenburg noch am Tage ihrer Ankunft. Man muss sich fragen, was Menschen dazu trieb, Pflegebedürftige zu töten. Es gab aber den Vormundschaftsrichter L. Kreyssig, der offen Widerstand leistete. Das gibt Stoff zum Nachdenken.“ Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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