Bausteine Geschichte · Politische Bildung Arbeitsheft 4
Bausteine Geschichte 4, Arbeitsheft + E-Book Schulbuchnummer: 225280 Mit Bescheid des Bundesministeriums für Bildung vom 12. Jänner 2026 2018, GZ: 2024-0.737.843, gemäß § 14 Abs. 2 und 5 des Schulunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 472/86, und gemäß den derzeit geltenden Lehrplänen als für den Unterrichtsgebrauch für die 4. Klasse an Mittelschulen im Unterrichtsgegenstand Geschichte und Politische Bildung (Lehrplan 2023) und für die 4. Klasse an allgemein bildenden höheren Schulen – Unterstufen im Unterrichtsgegenstand Geschichte und Politische Bildung (Lehrplan 2023) geeignet erklärt. Dieses Werk wurde auf der Grundlage eines zielorientierten Lehrplans verfasst. Konkretisierung, Gewichtung und Umsetzung der Inhalte erfolgen durch die Lehrerinnen und Lehrer. Liebe Schülerin, lieber Schüler, du bekommst dieses Schulbuch von der Republik Österreich für deine Ausbildung. Bücher helfen nicht nur beim Lernen, sondern sind auch Freunde fürs Leben. Kopierverbot Wir weisen darauf hin, dass das Kopieren zum Schulgebrauch aus diesem Buch verboten ist – § 42 Abs. 6 Urheberrechtsgesetz: „Die Befugnis zur Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch gilt nicht für Werke, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind.“ Data-Mining-Verbot Die Nutzung der Inhalte dieses Werkes für Text- und Data-Mining im Sinne des § 42h Abs. 6 UrhG ist ausdrücklich vorbehalten und daher verboten. Die Inhalte dieses Werkes dürfen auch nicht zur Entwicklung, zum Training und/oder zur Anreicherung von KI-Systemen, insbesondere von generativen KI-Systemen, verwendet werden. Umschlagbild: Rüdiger Moegelin, Berlin, Baustelle Fasanenstraße mit Blick auf Gedächtniskirche, 1993 (Original 180 x 200cm) Illustrationen & Karten: öbv, Wien: Seite: 16.1; Matthias Pflügner, Berlin: Seite: 46.1; Adam Silye, Wien : Seiten: 9.1;9.2;26.1;30.1;48.1; 1. Auflage (Druck 0001) © Österreichischer Bundesverlag Schulbuch GmbH & Co. KG, Wien 2026 www.oebv.at Alle Rechte vorbehalten. Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, gesetzlich verboten. Schulbuchvergütung/Bildrechte © Bildrecht GmbH/Wien Redaktion: öbv, Wien Herstellung: Oliver Stolz, Wien Umschlaggestaltung: Visuelle Lebensfreude, Bodem + Sötebier GbR, Hannover Layout: Power-Design Thing GmbH, Berlin; Arnold & Domnick GbR, Leipzig Satz: Adam Silye, Wien Druck: Wograndl Druck GmbH, Mattersburg ISBN 978-3-209-12202-5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
www.oebv.at Michael Bachlechner Conny Benedik Franz Graf Franz Niedertscheider Michael Senfter Geschichte · Politische Bildung Arbeitsheft Bausteine 4 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
2 DIE ERSTE REPUBLIK Kein Kaiser mehr in Österreich 4 8–9 Ende und Anfang 5 10–11 Alltagsleben … 6 12–13 Die Wirtschaftsmacht USA … 7 14–15 1918–1934: Der Weg in den Bürgerkrieg 8 16–17 Das kann ich! 9 8–17 DER ZWEITE WELTKRIEG Autoritäre Systeme … 10 22–23 Der totalitäre Staat 11 24–25 Ideologie der Unmenschlichkeit 12 26–27 Eine Diktatur wird errichtet 13 28–29 Von Österreich zur Ostmark … 14 30–31 Alltag im Deutschen Reich 15 32–33 Jugend … 16 34–35 Der Zweite Weltkrieg … 17 36–37 Propaganda und Vernichtungskrieg 18 38–39 Kriegsende 19 40–41 Das Gesicht des Krieges … 20 42–43 Ausgrenzen … 21 44–45 Verfolgen … 22 46–47 Vernichten … 23 48–49 Widerstehen und handeln … 24 50–51 Genozide … 25 52–53 Das kann ich! 26 22–37 Das kann ich! 27 38–53 DIE ZWEITE REPUBLIK Österreich nach dem Krieg 28 58–59 Parteienvielfalt und Verfassung 29 60–61 Sozial und sicher? 30 62–63 Ungleichheit in der Gesellschaft 31 64–65 Erinnerungskultur 32 66–67 Erinnerungspolitik 33 68–69 Erinnerungen … 34 70–71 Das kann ich! 35 58–63 Das kann ich! 36 64–65 Das kann ich! 37 66–71 Zu Bausteine 4 Inhalt Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
3 1945 BIS HEUTE Die Welt nach dem Krieg 38 76–77 Der Kalte Krieg … 39 78–79 Entkolonialisierung 40 80–81 Friedlich oder gewaltsam … 41 82–83 Frieden! 42 84–85 Globalisierung … 43 86–87 Globale Herausforderungen … 44 88–89 China und Indien … 45 90–91 Die EU 46 92–93 Österreichs Beitritt zur EU 47 94–95 Die Sowjetunion 48 96–97 Österreichs Nachbarn … 49 98–99 Jugendkulturen 50 100–101 Das wollen wir (nicht)! 51 102–103 Gefahren für die Demokratie 52 104–105 Arbeiten global … 53 106–107 Das kann ich! 54 76–91 Das kann ich! 55 92–99 Das kann ich! 56 100–107 POLITISCHE BILDUNG Grundrechte 57 112–113 Räume für Demokratie 58 114–115 Demokratie leben 59 116–117 Wie funktioniert Österreich? 60 118–119 Medien und Politik 61 120–121 Medien machen Meinungen 62 122–123 Medien … 63 124–125 Das kann ich! 64 112–125 Quellenverzeichnis 65 Zu Bausteine 4 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
4 DIE ERSTE REPUBLIK zu Bausteine 4: Seiten 8–9 Kein Kaiser mehr in Österreich Ermittle in den Sätzen zur Abstimmung in Kärnten die falschen Wörter und streiche sie durch: 1. Das Plakat zur Abstimmung informiert/wirbt. 2. An der Abstimmung dürfen alle ab dem 20. Lebensjahr/nur Männer teilnehmen. 3. Abgestimmt wird in drei/zwei Zonen. 4. Die Abstimmung wird in ganz/in Teilen von Kärnten durchgeführt. Am 10. Oktober 1920 wurde in der Zone A abgestimmt. 59 Prozent der Bevölkerung stimmten dafür, bei Österreich zu bleiben. Begründe, warum in der Zone B auf die Abstimmung verzichtet wurde. Stelle in den folgenden Sätzen zur Abstimmung in Sopron/Ödenburg die falschen Wörter fest: 1. Das Plakat informiert/wirbt. 2. Das Plakat stammt von der für Ungarn/für Österreich werbenden Gruppe. 3. Die Figur mit dem Totenkopf spielt Geige, weil dieses Instrument besonders bei Begräbnissen gespielt wurde/weil sie Symbol für Ungarn und seine Musik ist. 4. Die Schriftart stammt aus ungarischer/deutscher Tradition. 1. 2. 3. Propagandapostkarte von Ernst Kutzner (Farbdruck, 1921) Volksabstimmungen 1920 fand eine Volksabstimmung in Kärnten statt. Die Bevölkerung sollte entscheiden, ob der Südosten Kärntens bei Österreich bleiben oder zum neuen SHS-Staat (= Srba/Serbien – Hrvata/ Kroatien – Slovenaca/Slowenien; später: Jugoslawien) gehören sollte. 1921 wurde in Sopron/ Ödenburg abgestimmt, ob die Stadt mit dem restlichen Burgenland zu Österreich kommen sollte. Sie blieb nach einem umstrittenen Ergebnis bei Ungarn. Diese Abstimmungen sollten dem Recht auf Selbstbestimmung der Völker entsprechen. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
5 DIE ERSTE REPUBLIK zu Bausteine 4: Seiten 10–11 Ende und Anfang Untersuche, ob die Darstellung in der „Hunger-Grafik“ zu dem Speiseplan passt. Was fällt dir im Vergleich zu deinem Speiseplan auf? 1. Formuliere kurz, wie du dich in der Situation auf dem Bild fühlen würdest. 2. „Hunger-Grafik“ (1922 oder 1924, Gesellschaftskritik) So nannte George Grosz seine Zeichnung aus den 1920er Jahren. Quelle: Speiseplan einer Familie von Arbeitslosen. Ein Beispiel (Marie Jahoda et al.: Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch. Edition Suhrkamp. S. 46 f.) „Montag: Frühstück: Kaffee* und Brot Mittag: Erbswurstsuppe, Grießschmarrn Nachtmahl: Kaffee und Schmalzbrot Dienstag: Frühstück: Kaffee und Brot Mittag: Kohl und Erdäpfel Nachtmahl: Kohl Mittwoch: Frühstück: Kaffee und Brot Mittag: Erdäpfelsuppe und Krautfleckerl Nachtmahl: Kaffee und Brot Donnerstag: Frühstück: Kaffee und Brot Mittag: Erdäpfelgulasch Nachtmahl: Erdäpfelgulasch Freitag: Frühstück: Kaffee und Brot Mittag: Suppe und Erdäpfel, Nudeln Nachtmahl: Kaffee und Brot Samstag: Frühstück: Kaffee und Brot Mittag: Erdäpfelsuppe und Bohnen Nachtmahl: Kaffee und Brot Sonntag: Frühstück: Kaffee und Weißbrot Mittag: Suppe und Mohnnudeln Nachtmahl: Kaffee und Weißbrot *Kaffee ist hier Ersatzkaffee. Er wird mit gerösteten Getreidekörnern oder aus anderen Pflanzen gemacht.“ Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
6 DIE ERSTE REPUBLIK zu Bausteine 4: Seiten 12–13 Alltagsleben … Geschichtsforscherinnen und Geschichtsforscher rekonstruieren Ereignisse aus den ihnen zur Verfügung stehenden Quellen. Analysiere die Zeitungsausschnitte. Arbeite heraus, um welches Thema es geht. Vergleiche sie miteinander. Welche Bewertungen kannst du erkennen? 1. Beschreibe, welche Probleme 14-Jährige in der Zwischenkriegszeit hatten, wenn die Schulpflicht erledigt war. Wie sieht das heute für 15-Jährige bei der Suche nach einem Arbeitsplatz aus? Wo kannst du für die Arbeitssuche Hilfe bekommen? 2. Quelle: Neuigkeits-Welt-Blatt, 11. Juli 1926 „Tragödie der Jugend. […] 8000 junge Menschen verlassen eben die Mittelschulen und die Lehranstalten für Handels- und Gewerbeausbildung. Rund 20 000 zählt die Schar, die aus den Bürgerschulen kommt. Und diesem Riesenangebot frischer, bestausgebildeter Arbeitskräfte steht eine erschreckend niedrige Nachfrage gegenüber.“ Quelle: Kronen Zeitung, 6. Juni 1920 – Inserat „Es ist keine Frage, wo man Gold, Silber, Platin, Brillanten, Zähne, Münzen, Uhren am günstigsten verkauft. Nur XV., Herklotzgasse 7. Kein Gassenladen, keine Regie*, dadurch allerhöchste Preise.“ Quelle: Neues Wiener Tagblatt, 10. Jänner 1919 „Zirka 100 000 Arbeitslose in Wien. […] Ein Großindustrieller, der kürzlich im Annoncenweg einen Reisenden suchte, erhielt gegen 1200 Offerten*, darunter zum größten Teile solche von ehemaligen Offizieren. […]“ Quelle: Neuigkeits-Welt-Blatt, 15. Oktober 1925 „Österreichische Auswanderungsprojekte. […] Die Verhandlungen mit einer englischen Gesellschaft, welche 1000 österreichische Industriearbeiter für die ‚Light and Power Comp.‘ nach Brasilien bringen will, sollen in nächster Zeit aufgenommen werden […]“ Quelle: Österreichische Grenzwacht, 13. Februar 1927 „Die Einwanderung nach den Vereinigten Staaten. Die nordamerikanische Regierung gewährt von nun ab jährlich 785 Personen aus Österreich die Einwanderung.“ Quelle: Neues Wiener Tagblatt, 1. Juli 1923 – Inserat „29-jähr., abgebauter* Beamter, kath. [olisch], heiratet jene Dame, die ihm zu lebensfähiger Existenz verhilft. Alter u. event.[uelle] körperl.[iche] Fehler kein Hindernis. Unter ‚Abstinent* und Nichtraucher 82939‘ Exp.[ress]“ Lexikon abgebaut entlassen abstinent trinkt keinen Alkohol Offerten Angebote Regie Spesen, Kosten Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
7 DIE ERSTE REPUBLIK zu Bausteine 4: Seiten 14–15 Beschreibe die Entwicklung des Wiener ATX. Arbeite heraus, wie sich die unten stehenden politischen Ereignisse auf den ATX ausgewirkt haben. Steigen die Kurse, setze ein „+“ in das Kästchen ein. Sinken die Kurse, schreibe ein „–“ in das Kästchen. September 2001 Terroranschlag auf das World Trade Center* in New York Frühjahr 2002 Einführung des Euro Juli 2007 In den USA verlieren Immobilien* an Wert. September 2008 US-amerikanische Großbanken sind überschuldet und zahlungsunfähig. Frühjahr 2020 Ausbruch der Corona-Pandemie 1. Die Wirtschaftsmacht USA … ATX – Kursstand am Jahresende Bis heute beeinflusst die Wirtschaftsmacht USA die Börsenbewegungen weltweit, auch den ATX * in Österreich. 500 1000 1500 2000 2500 3000 3500 4000 4500 5000 0 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Formuliere Vermutungen, warum diese Ereignisse den ATX so beeinflusst haben. 2. Lexikon Immobilien sind unbewegliche Sachgüter wie Grundstücke und Gebäude, Häuser, Wohnungen und Fabriken. Wiener Aktienindex (ATX) ist die Darstellung der Kursentwicklung der wichtigsten Aktien an der Wiener Börse. World Trade Center ist ein Gebäudekomplex in New York, der ursprünglich aus sieben Gebäuden bestand. Darunter waren die berühmten Zwillingstürme, die am 11. September 2001 bei Terroranschlägen zerstört wurden. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
8 DIE ERSTE REPUBLIK zu Bausteine 4: Seiten 16–17 1918–1934: Der Weg in den Bürgerkrieg Interpretiere den Brief nach der Methode „Schriftliche Quellen auswerten“ auf Seite 129 im Schulbuch Bausteine 4. 1. Lexikon Spanische Reiter Straßensperren aus Eisen und Stacheldraht Quelle: Franziska Böhm schreibt an ihre Schwester (Privatbesitz, 1934) In diesem Brief vom 16. Februar 1934 berichtet Frau Franziska Böhm ihrer Schwester Maria über das Ende der bewaffneten Kämpfe vom 12. bis zum 15. Februar in Wien. Der Brief stammt aus dem Privatbesitz des Autors Franz Graf. „[…] Ich will deine Nerven bis morgen Mittag nicht zu sehr gespannt wissen und berichte dir Folgendes: Papa geht seit Dienstag ins Geschäft. Um 8 Uhr wird täglich schon geschlossen und gegen 9 Uhr ist er schon zu Hause. Es ist möglich, dass heute schon länger offen bleiben darf. Ich blieb Dienstag den ganzen Tag zu Hause. Mittwoch war ich über Mittag im Büro und ging um 4 Uhr weg und gestern um 5 Uhr. Bin gestern mit dem 5er-Wagen gefahren, weils anders nicht möglich war. Aber trotzdem mit der Streckenkarte. Ab heute verkehrt die Straßenbahn schon überall. In der Früh beim Vorbeifahren sah ich noch, wie die Spanischen Reiter* usw. weggeschafft wurden. Ich weiß nicht, ob du Zeitungen gelesen hast und vor allem nicht, welche. Im Radio und in den Zeitungen wurde verkündet, dass überall Ruhe ist, als man noch ganz deutlich die Maschinengewehre und Kanonenschüsse hörte. Aber gestern scheint wirklich der letzte Kampftag gewesen zu sein. Es gibt furchtbar viele Tote. Alker ist auch durch einen Bauchschuss verwundet, lebt aber […] Sämtliche sozialdemokratischen Vereine, Turnverein, Schwimmverein, Naturfreunde, alle Gewerkschaften etc. sind aufgelöst. Gestern erging ein Appell an die deutschen Turner, sie sollen Freiwillige stellen […] Man hört von allen Seiten so schreckliche Schaudergeschichten. Selbstverständlich ist Erdichtetes auch dabei […] Also hoffe ich, dass ich dich wenigstens teilweise zufriedengestellt habe, denn ob z. B. Riebl oder Hans Baart noch unter den Lebenden weilen, weiß ich nicht und begrüße dich herzlichst, Franzi“ Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
9 zu Bausteine 4: Seiten 8–17 DIE ERSTE REPUBLIK Vergleiche die Kleidung aus der Zeit um 1900 mit der aus der Zwischenkriegszeit. Welche Unterschiede fallen dir auf? 1. Ordne mithilfe der Informationen auf den Seiten 6–17 im Schulbuch Bausteine 4 folgende Ereignisse in der Zeitleiste ein: 12. November 1918 16. Februar 1919 1. Oktober 1920 15. Juli 1927 25. Oktober 1929 7. Dezember 1929 4. März 1933 12. –15. Februar 1934 2. Börsenkrach in New York – Justizpalastbrand – erste allgemeine Wahlen in Österreich – Bundesverfassungsgesetz der Republik – Bürgerkrieg – Regierung ohne Parlament – Verfassung: Bundespräsident erhält mehr Rechte – Ausrufung der Ersten Republik Das kann ich! Demokratie in der Zwischenkriegszeit Kleidung um 1900 Kleidung der Zwischenkriegszeit Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
10 zu Bausteine 4: Seiten 22–23 DER ZWEITE WELTKRIEG Rutenbündel Der Begriff stammt von einer 1919 in Italien gegründeten Bewegung. Diese wählte sich ein Symbol aus dem Römischen Reich der Antike. „Fasces“ bedeutet Rutenbündel. Das sind Bündel aus Stäben oder Ruten und einem Beil. Sie sind mit Lederbändern umwickelt. Sie wurden im antiken Rom von Leibwächtern hochgehalten und getragen. Jeder konnte so erkennen, dass eine wichtige Person durch Rom ging. Autoritäre Systeme … Faschismus Der Begriff „Faschismus“ hat heute nicht nur eine Bedeutung. Folgendes kann gemeint sein: • Der italienische Faschismus in Italien unter Benito Mussolini zwischen 1925 und 1943. • Faschismus als Überbegriff für nationalistische politische Bewegungen in diversen anderen Staaten, zum Beispiel Österreich 1933–1938, Spanien 1939–1975, Portugal 1924–1974. • Neo-Faschismus: Bezeichnung für heutige rechtsextreme politische Bewegungen, die in Österreich verboten sind. Kruckenkreuz Bei der Trabrennplatzrede von Engelbert Dollfuß wurde am 11. September 1933 erstmals das Kruckenkreuz als Symbol für die Vaterländische Front gezeigt. Es erlangte vor allem in der Zeit der Kreuzzüge Bedeutung. Es wurde zum christlichen Symbol der Kreuzritter und zum Zeichen des Königtums Jerusalem. Der Kontrast zum Hakenkreuz sollte deutlich werden. Nenne die Ursprünge von Rutenbündel und Kruckenkreuz. Begründe, warum Mussolini und Dollfuß sich für diese Symbole entschieden haben könnten. Vergleiche das Auftreten der beiden Politiker. Begründe, was sie mit ihrer Kleidung vermutlich ausdrücken wollten. Wie wirken sie auf dich? 1. 2. 3. Dollfuß und Mussolini (Foto, 1933, Riccione, Italien) Dollfuß (Mitte) versuchte, von Mussolini (rechts) Unterstützung gegen das nationalsozialistische Deutsche Reich unter Hitler zu erhalten. Österreich sollte ein eigener Staat bleiben und nicht an das Deutsche Reiche angeschlossen werden. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
11 zu Bausteine 4: Seiten 24–25 DER ZWEITE WELTKRIEG Der totalitäre Staat Mann mit Schirmkappe und Besen 1 Könige mit Kronen und Hermelinmänteln Sturz der Monarchien 2 Mann mit Geldsack und Zylinder Entmachtung reicher Bürger 3 Lenin Entmachtung der orthodoxen Kirche 4 Pope (= Priester) mit schwarzem Talar Interpretiere die Karikatur nach der Methode „Karikaturen verstehen“ auf Seite 130 im Schulbuch Bausteine 4. Erörtere, ob man von einer Diktatur der Armen sprechen kann, und begründe dein Urteil. 2. Ordne die Begriffe den Beschreibungen der Karikatur zu. 1. Propagandaplakat (von Wiktor Nikolajewitsch Deni, 1920) Die Übersetzung des Textes lautet: „Genosse Lenin säubert die Welt von Unrat.“ Wladimir Iljitsch Lenin hieß eigentlich Wladimir Iljitsch Uljanow. Er war ein russischer Revolutionär, Politiker und Theoretiker der kommunistischen Ideologie, die auch Leninismus genannt wird. Lenin leitete eine Fraktion in der Sozialdemokratischen Partei Russlands, die Bolschewiki. Ab 1917 führte er eine diktatorische Regierung. In dieser Diktatur wurden alle politisch anders Denkenden als Verräterinnen und Verräter verurteilt. Man war überzeugt, dass sie gegen „die Revolution des Volkes“ waren. Gegen Lenin oder die Partei zu sein, war sehr gefährlich. Wiktor Nikolajewitsch Deni (1893–1946) entwarf zahlreiche berühmte Plakate für die sowjetische Propaganda. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
12 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 26–27 Ideologie der Unmenschlichkeit Das Euthanasie-Programm Es ist erwiesen, dass im Deutschen Reich mehr als 100 000 Menschen mit geistiger Behinderung getötet wurden. Die Nationalsozialisten bezeichneten alle Kinder, Frauen und Männer mit körperlicher oder geistiger Behinderung als „minderwertige Menschen“. Unter strenger Geheimhaltung stellten die Nationalsozialisten ihr sogenanntes „Euthanasie-Programm“ auf. Das Programm bedeutete: – Frauen und Männer wurden wegen angeblicher Erbkrankheiten zwangsweise unfruchtbar gemacht. – Hebammen und Ärzte wurden verpflichtet, alle neugeborenen Kinder zu melden, die Missbildungen hatten. Diese Mädchen und Jungen wurden in angebliche „Kinderfachabteilungen“ eingewiesen. Kurze Zeit später erhielten die Eltern eine Nachricht über den Tod ihres Kindes. – Menschen mit geistiger Behinderung wurden aus ihren Familien abgeholt. Den Familien wurde mitgeteilt, dass die Kranken in angeblichen Kliniken „besondere Pflege“ erhalten würden. Interpretiere das Plakat nach der Methode „Plakate analysieren“ auf Seite 130 im Schulbuch Bausteine 4. Analysiere die Quelle. Erkläre, was der Schüler T. Eisbrenner gemeint haben könnte, wenn er vom „Stoff zum Nachdenken“ schreibt. 1. 2. „Illustrierte Monatsschrift für deutsches Volkstum“ (Nationalsozialistisches Propagandaplakat von 1936) Quelle: Der Schüler T. Eisbrenner verfasste am 26. März 1996 einen Bericht für die „Märkische Allgemeine Zeitung“ (Auszug) „Die Opfer wurden in grauen Bussen mit nach außen und innen undurchsichtigen Fenstern transportiert. Die Menschen kamen fast alle aus Pflegeheimen und waren behindert. Die meisten starben in Brandenburg noch am Tage ihrer Ankunft. Man muss sich fragen, was Menschen dazu trieb, Pflegebedürftige zu töten. Es gab aber den Vormundschaftsrichter L. Kreyssig, der offen Widerstand leistete. Das gibt Stoff zum Nachdenken.“ Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
13 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 28–29 Eine Diktatur wird errichtet Wähle eines der drei Fotos aus und erkläre, woran du den „Führerkult“ erkennen kannst. Begründe deine Meinung. Stell dir vor, du lebst 1939 und alle Wohnungen und Häuser deiner Straße sind mit Hakenkreuzfahnen geschmückt. Hättest du dein Haus ebenfalls geschmückt? Begründe deine Entscheidung. 1. 2. Das Propagandaplakat wurde am Tag vor der Abstimmung in Österreich 1938 am Dr.-Karl-LuegerPlatz in Wien angebracht (Foto, 1938) Poststempel zu Ehren von Hitlers Geburtstag (Postkarte, 1938) Hitler beim Erntedankfest auf dem Bückeberg (Propagandafoto, 1937) Der Führerkult Wenn man eine Person übertrieben, nahezu religiös verehrt, spricht man von einem Kult. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der „Führer“ Adolf Hitler kultisch verehrt. Man spricht daher vom „Führerkult“. Hitlers Geburtstag, die Reichsparteitage, Aufmärsche und Ansprachen boten den Nationalsozialisten immer wieder Gelegenheiten, Hitler als allgegenwärtig, geliebt und fehlerlos darzustellen. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
14 Flugblatt (Scan, Gemeindearchiv, Mayrhofen) DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 30–31 Von Österreich zur Ostmark … 1933 wurde die Tausend-Mark-Sperre von Hitler verordnet, um Österreich wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Alle deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die nach Österreich reisen wollten, mussten 1 000 Reichsmark bezahlen. Dieser Betrag wurde vom Staat einbehalten. Interpretiere das Flugblatt nach der Methode „Schriftliche Quellen auswerten“ auf Seite 129 im Schulbuch Bausteine 4. 1. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
15 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 32–33 Alltag im Deutschen Reich Betrachte die Bilder und stelle fest, zu welchem Zweck sie gemacht wurden. 1. Vergleiche den aus verschiedenen Quellen zusammengestellten Text zum Schulalltag mit deinem eigenen Schulalltag. 2. Arbeite aus dem Text die Antworten auf folgende Fragen heraus: Was hatten die Unterrichtsgegenstände gemeinsam? Was wurde am Vormittag, was am Nachmittag gelernt/geübt? Welche Aktivitäten waren am Nachmittag und am Abend vorgeschrieben? Wofür könnte die Prügelstrafe verhängt worden sein? 3. Schulalltag im Deutschen Reich Die Schule beginnt an sechs Tagen in der Woche um 7 Uhr 45 mit Frühsport. Dann wird geschrieben, zum Beispiel in Deutsch ein Aufsatz zum Thema „Ich möchte bei der Luftwaffe dienen“. In Mathematik rechneten wir aus, wie viele Bomben man braucht, um Paris zu zerstören. In Zeichnen durften wir eine Ahnentafel [Stammbaum] malen. Ich kenne gar nicht alle Verwandten. In Musik lernen wir Lieder für den Führer. Wir bekommen auf alle Aufgaben Noten. Zweimal die Woche ist am Nachmittag Unterricht, meistens Leibeserziehung. Die Prügelstrafe ist normal. Auch 16-Jährige werden noch geschlagen. Jeden Dienstag ist Heimatabend. Da erzählt der Gruppenführer Geschichten von tapferen Hitlerjungen. Die Gliederung der Hitlerjugend müssen wir auswendig lernen. Marschlieder werden geübt. Jeden Freitag gibt es Geländeübungen – Zelte werden aufgestellt, zwei Gruppen kämpfen gegeneinander. Nicht jeder besitzt ein Zelt – es hat ja nicht einmal jeder die vorschriftsmäßige schwarze Uniform. „Kraft durch Freude“, „Gesunde Kinder, frohe Mütter – Kinderturnen“, „Stark für Arbeit und Sieg“ (Plakate, 1930er Jahre) Mithilfe der Organisation „Kraft durch Freude“ (KDF) versuchten die Nationalsozialisten ab 1933, die Freizeit der Menschen zu beeinflussen. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
16 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 34–35 Jugend … Stelle fest, in welcher Organisation du gewesen wärst. In welcher wären deine Freundinnen, Freunde und Verwandten freiwillig oder unfreiwillig gewesen? 1. Quelle: Propaganda-Rede Hitlers vor HJ-Angehörigen in Reichenberg, Dezember 1938 (gekürzt) „Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn nun diese Knaben, diese Mädchen mit ihren zehn Jahren in unsere Organisationen hineinkommen und dort so oft zum ersten Mal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitler-Jugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre, […] dann nehmen wir sie sofort in die Partei oder in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, […] und so weiter. Und wenn sie dort zwei und anderthalb Jahre sind und noch nicht ganz Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs oder sieben Monate geschliffen, alle mit einem Symbol: dem deutschen Spaten (Beifall). Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewusstsein […] da oder dort noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre (Beifall), und wenn sie dann nach zwei oder drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben (Beifall), und sie sind glücklich dabei.“ Diskutiert zu zweit, wie diese Rede auf euch wirkt. Erkläre, warum Hitler deiner Meinung nach so viel Beifall erhielt. 2. 3. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
17 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 36–37 Der Zweite Weltkrieg … Stelle fest, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. Schreibe die falschen Aussagen richtig auf. 1. Ab 1931 begann Japan, durch Kriege seinen Machtbereich in Südostasien auszudehnen. Richtig Falsch: Richtig ist: 2. Die deutsche Wehrmacht überfiel 1938 Polen. Richtig Falsch: Richtig ist: 3. In einem Luftkrieg wollte Deutschland auch Großbritannien besiegen. Richtig Falsch: Richtig ist: 4. 1941 traten die USA in den Krieg ein. Richtig Falsch: Richtig ist: 5. Der Zweite Weltkrieg endete mit den Atombombenabwürfen auf Berlin und Wien. Richtig Falsch: Richtig ist: 1. Recherchiere das Originalfoto und vergleiche die beiden Bilder. Interpretiere das Foto von Joe Rosenthal nach der Methode „Bilder lesen“ auf Seite 128 im Schulbuch Bausteine 4. 2. 3. Amerikanische Soldaten hissen die US-Flagge auf der Insel Iwo Jima (nachgestelltes Propagandafoto, 23. Februar 1945) Informationen zum Bild: Amerikanische Soldaten eroberten nach verlustreichen Kämpfen die japanische Vulkaninsel Iwo Jima im Pazifik. Auf dem Vulkankrater befestigten sie zuerst eine kleine Flagge, die kaum sichtbar war. Als der Kriegsfotograf Joe Rosenthal (1911–2006) auf der Insel ankam, befahl ein Offizier, die Szene mit einer größeren Fahne nachzustellen. Das sollte die Kampfmoral der Soldaten stärken. Das Foto wurde zum wohl bekanntesten Kriegsfoto der USA. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
18 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 38–39 Propaganda und Vernichtungskrieg Lies den folgenden Brief und ergänze eine passende Überschrift. 1. Stelle fest, warum sich der Offizier schämt, ein Deutscher zu sein. Schildere die Wirkung, die diese Karikatur auf dich hat. Schreibe deine Eindrücke nieder. Beschreibe die Karikatur in allen Einzelheiten. Erkläre, wer wie dargestellt wird. Nenne das Ereignis, das dargestellt wird, die Zeit und den Ort, wo es stattfand. Prüfe, was mit dieser Karikatur erreicht werden sollte. 2. 3. 4. 5. 6. 7. Quelle: Brief des deutschen Offiziers Hellmuth Stieff an seine Frau Cäcile Stieff über die Zustände in Polen (21. November 1939, Warschau) „Die blühendste Phantasie einer Gräuelpropaganda ist arm gegen die Dinge, die eine organisierte Mörder-, Räuber- und Plündererbande unter angeblich höchster Duldung dort verbricht […] Diese Ausrottung ganzer Geschlechter mit Frauen und Kindern ist nur von einem Untermenschentum möglich, das den Namen Deutsch nicht mehr verdient. Ich schäme mich, ein Deutscher zu sein! Diese Minderheit, die durch Morden, Plündern […] den deutschen Namen besudelt, wird das Unglück des ganzen deutschen Volkes werden […]“ Titelblatt der Zeitschrift „Collier’s“ (1942, USA) Der Pole Arthur Szyk fertigte nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor diese Karikatur an. Japan, das Deutsche Reich und seine Verbündeten schufen sich mit der Kriegserklärung an die USA einen mächtigen Gegner. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
19 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 40–41 Kriegsende Ordne den Lücken im Text die passenden Begriffe aus dem Kasten zu. Der Zweite Weltkrieg begann in . dehnte in Kriegen vor allem gegen China seinen Machtbereich aus. griff das Deutsche Reich an. und erklärten darauf dem Deutschen Reich den Krieg. In sogenannten „ “ eroberte die deutsche Wehrmacht große Teile Europas. Der gegen Großbritannien hinterließ große Zerstörung in britischen Städten und viele Menschen wurden getötet. Japan griff den amerikanischen Flottenstützpunkt auf Hawaii an. Die griffen nun auch zu den Waffen. Der Krieg war zum geworden. Wendepunkte im Krieg waren die Schlacht um im Osten, die Schlacht um in Nordafrika und um im Pazifik. Wenige Tage nach Stalingrad wurden die Deutschen zum „ “ aufgerufen. Die NS-Führung sprach immer noch vom „Endsieg“. Doch die Überlegenheit der zeigte sich bald. Im Juni landeten alliierte Truppen in der (Frankreich). Im Osten rückte die immer näher. Am 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht. Der Krieg in war damit beendet. In dauerten die Kämpfe an. Nach dem Abwurf der Atombomben auf die japanischen Städte und gab auch Japan auf. Der Zweite Weltkrieg endete in Asien am . Erzähle über einen aktuellen Krieg und schreibe auf, was er für die Betroffenen bedeutet. Beurteile mithilfe der Methode „Internet-Recherche“ auf Seite 128 im Schulbuch Bausteine 4. 1. 1939 – 1944 – 7. und 8. Mai – 2. September 1945 – Alliierten – Asien – Asien – Blitzkriegen – El Alamein – Europa – Frankreich – Großbritannien – Guadalcanal – Hiroshima – Japan – Luftkrieg – Nagasaki – Normandie – Pearl Harbor – Polen – sowjetische Armee – Stalingrad – Totalen Krieg – USA – Weltkrieg 2. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
20 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 42–43 Das Gesicht des Krieges … Das Gesicht des Krieges (Salvador Dalí, 1941, 100 x 79 cm, Ausschnitt, Foto, Ausstellung im Centre Pompidou, 2012) Betrachte das Bild. Stelle fest, wie es auf dich wirkt. Welche Gefühle ruft es bei dir hervor? Schreibe deine Gedanken und Fragen auf. Beschreibe das Bild in allen Einzelheiten. Formuliere deine eigenen Gedanken zur Aussage des Bildes. Stelle fest, wie das Bild entstanden ist. Was wollte der Künstler mit diesem Kunstwerk zum Ausdruck bringen? Vergleiche mit deinen Gedanken aus Aufgabe 1. Prüfe nach der Methode „Internet-Recherche“ auf Seite 128 im Schulbuch Bausteine 4. Gestalte selbst ein Bild zum Thema „Das Gesicht des Krieges“. 1. 2. 3. 4. 5. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
21 Quelle: Fritz Grünfeld erinnerte sich (gekürzt und vereinfacht nach dem Original) Der „Stürmer“ war eine antijüdische Wochenzeitung, die auf großen öffentlichen Plätzen Schaukästen aufgestellt hatte, damit jedermann darin lesen konnte. „Der ‚Stürmer‘ hetzte gegen uns. Kunden begannen, Waren zurückzusenden. Unser Personal wurde unter Druck gesetzt, nicht mehr bei Juden zu arbeiten. Das Telefon wurde abgehört, die Post durchsucht, und wir wurden immer wieder zum Verhör bestellt. Zeitungen lehnten ab, unsere Werbung zu drucken. Lieferanten belieferten uns nicht mehr mit Stoffen und Garnen. Die Steuern wurden erhöht, die Büroräume wurden durchsucht. Unsere Bank war arisiert worden und kündigte uns den Kredit. Ohne Kredit konnten wir nicht arbeiten. Unser Konkurrent kaufte die Firma weit unter ihrem Wert. Das Schild am Geschäft wurde geändert in: Grünfeld, nun unter deutscher Leitung!“ „Arisierung“ – Verfolgung per Gesetz von 1933 bis 1945 Eine Methode, Jüdinnen und Juden einzuschüchtern, zu verfolgen und aus Handel, Gewerbe und Wissenschaft zu verdrängen, nannten die Nationalsozialisten „Arisierung“. Ganz im Sinne der Nürnberger Gesetze verstanden sie darunter die Enteignung von jüdischem Besitz, die meist als Verkauf inszeniert wurde. Unternehmen, Wohnungen oder Landbesitz wurde von den Nationalsozialisten an „Arier“ kostenlos abgegeben oder enorm billig verkauft. Zwischen 1933 und 1945 kam es im Deutschen Reich sowie in angeschlossenen und besetzten Ländern zu „Arisierungen“. Geschäft der Firma Grünfeld mit von Nationalsozialisten eingeschlagenen Schaufenstern (Foto, Berlin, 1930) Die Firma Grünfeld, Hersteller von Bettwäsche und Bekleidung, war bis 1938 in jüdischem Besitz. Sie existierte 75 Jahre lang, hatte das Deutsche Reich auf der Weltausstellung in Paris 1936 vertreten und einen Preis der deutschen Wirtschaft erhalten. Zwei Geschäfte in Berlin und eines in Köln belieferten auch hochrangige Nationalsozialisten. Trotzdem kam es bereits 1930 zu gewaltsamen Vorfällen. DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 44–45 Ausgrenzen … Analysiere, was man unter „meist als Verkauf inszeniert wurde“ verstehen kann. Wie stellst du dir das vor? Interpretiere die Erinnerungen von Fritz Grünfeld nach der Methode „Schriftliche Quellen auswerten“ auf Seite 129 im Schulbuch Bausteine 4. Diskutiert, wer in diesem Beispiel Opfer, Täterin, Täter, Mitläuferin oder Mitläufer war. Als Mitläuferinnen oder Mitläufer könnten jene Personen in Frage kommen, die im Umfeld der Firma Grünfeld von der Arisierung wussten. Begründet eure Meinung. Wende dein Wissen an und überlege, welche Gefühle und Gedanken die Opfer, die Täterinnen und Täter sowie Mitläuferinnen und Mitläufer gehabt haben könnten. Schreibe sie auf. 1. 2. 3. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
22 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 46–47 Verfolgen … Quelle: Der kleine Schmuggler von Henryka Lazawart (Dichterin, in Treblinka ermordet) „Vorbei an Mauern, vorbei an Wachen, Unverschämt, hungrig, hartnäckig, Schlüpfe ich vorbei, ich renne wie eine Katze, Am Abend, in der Nacht, in der Dämmerung, Bei stürmischem Wetter, bei Gewitter, in der Hitze der Sonne, Hunderte Male riskiere ich mein Leben, Riskiere ich meinen kindlichen Nacken. Unter meinem Arm einen Leinensack, Auf meinem Rücken einen zerrissenen Lumpen, Meine jungen Füße sind flink, In meinem Herzen herrscht dauernd Angst, Aber all das muss ausgehalten werden, All das muss befördert werden, Damit ihr, meine Damen und Herren, morgen euer Brot bekommt. Durch Mauern, durch Löcher, durch Ziegel, In der Nacht, in der Dämmerung, am Tag, Unverschämt hungrig, schlau, Ich bewege mich leise wie ein Schatten. Wenn mich plötzlich die Hand des Schicksals In diesem Spiel packt, dann hat mir das Leben eine seiner üblichen Fallen gestellt. Du, Mutter, warte nicht mehr länger auf mich. Ich werde nicht zu dir zurückkommen. Meine Stimme wird nicht so weit reichen. Der Staub der Straße wird das Schicksal des verlorenen Kindes bedecken. Nur eine grimmige Frage hat das stille Gesicht noch: Mami, wer wird dir morgen Brot bringen?“ Das Warschauer Ghetto Ein Schritt auf dem Weg zur Vernichtung der Jüdinnen und Juden bestand in der Errichtung von Ghettos. Für Warschau bedeutete das, dass knapp 380 000 jüdische Menschen und somit etwa ein Drittel der Stadtbevölkerung im November 1940 auf 2,4 % der Stadtfläche zusammengetrieben wurden. Die Mauer um das Ghetto mussten sie selbst bauen. Durch Transporte aus anderen Städten erhöhte sich die Zahl auf eine halbe Million Menschen. Die jüdische Gemeinde versuchte, das Leben zu organisieren. Es wurde illegal gearbeitet, unterrichtet und gehofft, dass es nicht mehr schlimmer kommen möge. Tausende starben an Krankheiten oder verhungerten. Suppenküchen wurden eingerichtet. Kinder und Jugendliche schmuggelten Lebensmittel ins Ghetto. Oft waren diese die einzige Nahrung für die Familien. Schmuggler auf der Ghettomauer (Foto, um 1942, Warschau) Arbeite aus dem Gedicht die Antworten auf folgende Fragen heraus: Welchen Gefahren setzten sich die jungen Schmugglerinnen und Schmuggler aus? Worüber machten sie sich Sorgen? Wie oft mussten sie ihr Leben riskieren? Welche Personengruppen kommen in dem Gedicht vor? 1. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
23 Ankunft im Vernichtungslager („Die Suche“, 2006) „Die Suche“ ist ein Comic zum Thema Shoah. Er entstand 2006 in den Niederlanden. Verantwortlich dafür waren unter anderem das Autorenteam Eric Heuvel, Lies Schipper und Ruud van der Rol sowie das „Anne-Frank-Haus“ in Amsterdam. Dargestellt wird eine erfundene Familiengeschichte, die auf tatsächlichen Ereignissen und Schicksalen beruht. Erzählt wird sie von Esther Hecht, die sich mit ihrem Enkel Daniel auf die Spuren ihrer Kindheit als verfolgtes jüdisches Mädchen begibt. Esthers Eltern kamen im KZ Auschwitz ums Leben. Beschreibe, was in den Einzelbildern dargestellt wird (Handlung, Personen, Gegenstände). Nenne das historische Ereignis, das dargestellt wird, und stelle fest, aus wessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Analysiere, wie die Bilder auf dich wirken. Erörtere, ob sich etwas über die Haltung des Comic-Autorenteams zum dargestellten Ereignis sagen lässt. Wird vielleicht eine bestimmte Absicht verfolgt? 1. 2. 3. DER ZWEITE WELTKRIEG Vernichten … zu Bausteine 4: Seiten 48–49 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
24 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 50–51 Wähle eines der Beispiele aus und schreibe auf, wie du wahrscheinlich reagieren würdest. Denke über deine mögliche Reaktion nach. Niemand, der die Situation beobachtet, reagiert. Wie verhältst du dich, wenn … a) … du im Bus sitzt und ein Bursche zuerst mit einem Mädchen schreit und schließlich zuschlägt? b) … du an einer roten Ampel bemerkst, dass eine Hundebesitzerin ihren Hund tritt? c) … jemand in der vollen U-Bahn seine Füße auf den einzigen freien Platz gelegt hat? Eine alte Frau steigt ein und traut sich nicht, die Person anzusprechen und um den Platz zu bitten. d) … eine Mitschülerin oder ein Mitschüler schon wieder über die Unsportlichkeit/ Ungeschicklichkeit eines anderen Kindes in der Klasse lacht? e) … drei ältere Jugendliche einen jüngeren bedrängen und ihm seine Sachen wegnehmen? f) … eine Mitschülerin schon wieder wegen ihrer nicht sehr modischen Frisur und Kleidung gehänselt wird? 1. Widerstehen und handeln … Hinsehen statt weggehen – fünf praktische Regeln für kritische Situationen 1. Hilf, ohne dich selbst in Gefahr zu bringen. 2. Fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf. 3. Beobachte genau und präge dir Merkmale der Täterin oder des Täters ein. 4. Organisiere Hilfe unter Notruf 133. 5. Kümmere dich um die Opfer. Nimm Stellung zur Aussage von Peter Petersen. Was spricht dafür, sein Handeln als Widerstand zu sehen, was dagegen? 2. Quelle: Interview mit Peter Petersen (18. April 2015) In einem Interview am 18. April 2015 erzählte Peter Petersen aus Hamburg, warum er sich als 22-Jähriger 1945 entschieden hatte zu desertieren. „[…] Wer wird denn wohl 14 Tage vor Kriegsende, oder was auch immer oder 10 Tage, noch sein Leben aufs Spiel setzen und zu den Fallschirmjägern […] gehen und dort sollte ich hinter den Fronten der russischen Linien absteigen, also mit einem Fallschirm, und den Russen von hinten […] das ist doch ein Himmelfahrtskommando […] da war der Tod sicher […]“ Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
25 DER ZWEITE WELTKRIEG zu Bausteine 4: Seiten 52–53 Genozide … Ich fühle mich verloren! (Zeichnung, Alfred Kröll, 1998) In vielen Staaten der Welt werden Menschen grausam verfolgt. Sie verlassen ihre Heimat häufig, um nicht Opfer von Verfolgung oder einem Völkermord zu werden. Arbeite heraus, welche Gefühle diese Flüchtlingsfrau haben könnte. Lies die unten aufgezählten Gedanken, die ihr durch den Kopf gehen könnten. Wähle einige aus und begründe, warum du glaubst, dass das ihre Gedanken sind (JA). Worüber dachte sie wahrscheinlich nicht nach (NEIN)? Begründe deine Auswahl. 1. 1. Endlich kann ich einmal richtig ausspannen! 2. Ich weiß nicht, wohin ich gehen soll! 3. I ch habe Angst, weil ich die Menschen hier nicht verstehe! 4. Als Erstes werde ich mir neue Kleider kaufen! 5. Eigentlich ist es zu Hause doch am schönsten! 6. Ich habe Hunger! 7. Ich sehe sehr zuversichtlich in meine Zukunft! 8. I ch muss weg, weil ich in meiner Heimat verfolgt werde! 9. I ch bin mir sicher, bald eine gute Arbeit zu bekommen! 10. Morgen sieht die Welt schon wieder besser aus! 11. Ich fühle mich verloren! 12. In meiner Heimat hätte ich nie wieder eine Arbeit bekommen! 13. Dieses Land gefällt mir gar nicht so schlecht! 14. Ich habe hier bis jetzt nur hilfsbereite Menschen getroffen! 15. Das wird das Land, wo ich mir eine neue Existenz aufbauen will! 16. Ich bin voller Tatendrang! 17. Ich möchte zurück in meine Heimat! 18. Ich bin am Ende meiner Kräfte! 19. Zu Hause wäre ich gestorben! Meine Auswahl: JA NEIN Meine Begründungen: Diskutiert über eure unterschiedlichen Ansichten aus Aufgabe 1. 2. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
26 zu Bausteine 4: Seiten 22–37 DER ZWEITE WELTKRIEG Stelle mithilfe der Geschichtskarte fest, in welchen europäischen Staaten es in den 1930er Jahren Demokratien und in welchen es Diktaturen gab. Begründe, warum gerade in dieser Zeit so viele Diktaturen errichtet werden konnten. Oft ist es im Nachhinein schwer festzustellen, ob jemand „nur“ Mitläuferin, Mitläufer oder auch Täterin oder Täter war. Begründe, welche Tätigkeiten dafür sprechen, dass der ReichsbahnOberinspektor zu den Tätern oder zu den Mitläufern zu zählen ist. 1. 2. Das kann ich! Faschismus – Nationalsozialismus – Kommunismus SPANIEN PORTUGAL ANDORRA Madrid 1938 Lissabon Paris London Rom Belgrad Budapest Warschau Wien Prag Berlin Kopenhagen Stockholm Helsinki Oslo Bukarest Sofia Athen MONACO S. MARINO ITALIEN SCHWEIZ FRANKREICH ÖSTERREICH UNGARN JUGOSLAWIEN BULGARIEN RUMÄNIEN ALBANIEN GRIECHENLAND TÜRKEI BELGIEN NIEDERLANDE DÄNEMARK DANZIG POLEN SOWJETUNION LITAUEN LETTLAND ESTLAND FINNLAND SCHWEDEN NORWEGEN IRLAND GROSSBRITANNIEN LI. = LIECHTENSTEIN L = LUXEMBURG L DEUTSCHES REICH (D.R.) D.R. TSCHECHOSLOWAKEI LI. 1933 1933 1938 1934 1936 1936 1934 1934 ATLANTISCHER MITTELMEER NORDSEE OSTSEE OZEAN Demokratien vor 1932 seit 1933 mit Jahresangabe autoritäre Regime (Diktaturen) 0 500 km 250 Diktaturen und Demokratien 1933–1939 (Geschichtskarte) „Als Kontrolleur war ich für den guten Zustand der Strecke, besonders für die Flüssigkeit der Strecke verantwortlich. […] Ich möchte bemerken, daß mir eines Tages der wirkliche Sinn des Lagers Belzec offenbar wurde. Ich sah nämlich hinter unserem Lokschuppen Berge von Bekleidungsstücken aller Art. Es befanden sich auch große Mengen von Schuhen dort, ferner Schmuck und andere Wertsachen. Diese Dinge hatte die SS dort gestapelt.“ Quelle: Originalbericht eines Reichsbahn-Oberinspektors der Reichsbahndirektion Lublin (gekürzt, 1942) Im Vernichtungslager Belzec in Ostpolen wurde im März 1942 mit Massenvergasungen begonnen. Der abgelegene Ort verfügt über Anschlüsse ans Bahnnetz, und das ermöglichte, dass viele Menschen ohne großes Aufsehen transportiert werden konnten. Bis das Lager im Dezember 1942 wegen Überfüllung der Massengräber den Betrieb einstellen musste, waren 434 508 Menschen ermordet worden. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
27 zu Bausteine 4: Seiten 38–53 DER ZWEITE WELTKRIEG Das kann ich! Holocaust/Shoah und Genozid Nach den Pogromen 1938 konnten bis zum 1. September 1939 mehr als 10 000 jüdische Kinder nach Großbritannien ins Exil gerettet werden. Bereits am 21. November hatte das englische Unterhaus beschlossen, die Einreise für verfolgte Kinder möglichst unbürokratisch zu gestalten. Es gab keine Quote. Die finanziellen Kosten mussten jedoch durch Privatpersonen oder Organisationen gesichert sein. Oft lagen nur 24 Stunden zwischen Benachrichtigung und Abfahrt. Die Kinder wurden mit Zügen und Schiffen nach Großbritannien gebracht. Meist sahen sie ihre Eltern nie wieder. Oft waren sie die Einzigen, die aus ihren Familien den Holocaust überlebten. Kindertransporte nach Großbritannien Emigration jüdischer Kinder (Foto jüdischer Heimkinder vor der Abreise entweder nach England oder Palästina, 1938) Interpretiere das Bild nach der Methode „Bilder lesen“ auf Seite 128 im Schulbuch Bausteine 4. 1. Die Sekretärinnen von Hitler und Goebbels wurden Jahrzehnte nach Ende des Deutschen Reiches interviewt. Stelle die beiden Zitate einander gegenüber. Was sagen sie über die Haltung der Personen aus? 2. Quelle: Brunhilde Pomsel spricht im Alter von 106 Jahren über ihre Zeit als Joseph Goebbels, Sekretärin (Zitat aus der Dokumentation „Ein deutsches Leben“, Kurier, 31. März 2017) „Ist es denn wirklich so schlimm, wenn man für sich selbst versucht, das Beste herauszuholen?“ Quelle: Traude Junge spricht über ihre Zeit als Adolf Hitlers Sekretärin (Zitat aus der Doku „Im toten Winkel – Hitlers Sekretärin“ von André Heller und Othmar Schmiderer, ca. 4:20 – 4:29) „Das Gefühl, dass ich da so unbedenklich gelebt hab und so unbefangen, das überhaupt nicht bemerkt und beachtet hab, das hat mich mehr und mehr bedrückt.“ Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
28 DIE ZWEITE REPUBLIK zu Bausteine 4: Seiten 58–59 Interpretiere die Statistik nach der Methode „Statistiken auswerten“ auf Seite 131 im Schulbuch Bausteine 4. Wahlwerber Stimmen Anteil Mandate 1949 ±1945 1949 ± 1945 Österreichische Volkspartei (ÖVP) 1 846 581 44,0 % –5,8 % 77 –8 Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ) 1 623 524 38,7 % –5,9 % 67 –9 Wahlpartei der Unabhängigen (WdU) 489 273 11,7 % n. k.* 16 +16 Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) und Linkssozialisten (Linksblock) 213 066 5,1 % –0,3 % 5 +1 *nicht kandidiert Interpretiere die Quelle nach der Methode „Schriftliche Quellen auswerten“ auf Seite 129 im Schulbuch Bausteine 4. Unterstreiche im Text jene Stellen, die die Lebenssituation der Familie beschreiben. Wie gelang es der Mutter, zusätzlich Geld für die Familie zu verdienen? 1. 2. Österreich nach dem Krieg Die Nationalratswahlen von 1949 Nach den Wahlen 1945 kam es zu einer Konzentrationsregierung. Alle im Parlament vertretenen Parteien bildeten die Regierung. Das Wahlergebnis 1949 ermöglichte eine gemeinsame Regierung von ÖVP und SPÖ. Sie regierten gemeinsam bis 1966. Die Österreichische Volkspartei gilt als Nachfolgepartei der Christlichsozialen Partei. Aus der Sozialistischen Partei Österreichs wurde später die Sozialdemokratische Partei Österreichs. Die Wahlpartei der Unabhängigen sah sich als politische Vertretung ehemaliger NSDAP-Mitglieder, Heimatvertriebener und Heimkehrer. Aus ihr entsteht später die Freiheitliche Partei Österreichs. Alle drei Parteien nahmen ehemalige Nationalsozialisten auf, da Mitglieder und Funktionäre gebraucht wurden. Quelle: Otto Bachlechner aus Innsbruck (geboren 1942) erinnert sich an die Zeit nach dem Krieg (Zeitzeugengespräch mit seinem Sohn Michael Bachlechner, 2009) „Viele Häuser in unserer Straße (Maximilianstraße) wurden durch die Bombenangriffe zerstört. Unser Haus blieb verschont. Ein Gasthaus wurde zur Hälfte weggerissen. Im hinteren Teil haben die Menschen notdürftig gelebt. Zu essen gab es nicht viel. Nach dem Krieg kamen oft ausländische Schmuggler. Bei einem kaufte meine Mutter verschiedene Fischsorten in Dosen. Wir wohnten in einer kleinen Wohnung. Um aber über die Runden zu kommen, vermietete meine Mutter immer wieder ein Zimmer. Dann schliefen meine Eltern in der Küche. In unserem Haus wurde ein französischer Offizier mit seiner Familie einquartiert. Meine Mutter hat dann einige kleine Aufgaben für ihn übernommen und dafür oft Kohlen bekommen. An meine erste Banane kann ich mich noch gut erinnern. Ich bekam sie in einem Lebensmittelgeschäft in der Andreas-Hofer-Straße. Meine Mutter hat gemeint, dass sie mir nicht schmeckt, und hat dann einfach die Hälfte gegessen.“ Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
29 DIE ZWEITE REPUBLIK zu Bausteine 4: Seiten 60–61 Parteienvielfalt und Verfassung Ermittle, ob die folgenden Aussagen „richtig“ oder „falsch“ sind: 1. richtig falsch Das Neutralitätsgesetz wurde im Jahr 1955 vom Bundesrat beschlossen. Der 26. Oktober ist seit 1967 ein gesetzlicher Feiertag. Die immerwährende Neutralität Österreichs erlaubt dem Land, sich an militärischen Konflikten zu beteiligen. Durch die Neutralität hat Österreich die Möglichkeit, in internationalen Konflikten als neutraler Vermittler aufzutreten. Österreich verpflichtet sich, seine Grenzen und seine Unabhängigkeit militärisch zu verteidigen. Der Bundespräsident muss das Neutralitätsgesetz umsetzen. Der 26. Oktober ist in Österreich ein besonderer Staatsfeiertag: • 1955 wurde an diesem Tag das Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität Österreichs vom Nationalrat beschlossen. • 1955 war es der erste Tag seit dem Kriegsende 1945, an dem sich offiziell keine Besatzungssoldaten mehr auf österreichischem Boden aufhielten. • 1956 wurde er zum „Tag der Fahne“, um jährlich den Beschluss des Neutralitätsgesetzes und den Abzug der Besatzung zu feiern. • 1965 wurde er in Nationalfeiertag umbenannt und seit 1967 ist an diesem Tag auch schul- und arbeitsfrei. Die Neutralität hat bis heute eine große Bedeutung für die österreichische Innen- und Außenpolitik. Österreich gehört zu keinem militärischen Bündnis. Es unterstützt keine aggressiven militärischen Handlungen. Diese Position erlaubt es Österreich, als Vermittler in Konflikten aufzutreten. Gestalte mithilfe der Methode „Eine digitale Präsentation erstellen“ auf Seite 130 im Schulbuch Bausteine 4 einen Überblick über die Geschichte des österreichischen Nationalfeiertags seit der Habsburgermonarchie. 2. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
30 DIE ZWEITE REPUBLIK zu Bausteine 4: Seiten 62–63 Sozial und sicher? Interpretiere die Grafik „Die Verkürzung der Arbeitszeit“ nach der Methode „Statistiken auswerten“ auf Seite 131 im Schulbuch Bausteine 4. Ermittle die richtigen Antworten. a) Was bedeutet „umfassende Landesverteidigung Österreichs?“ Einsatz des österreichischen Bundesheeres Gesamtheit aller zivilen und militärischen Vorsorgen und Maßnahmen, um Bedrohungen zu begegnen Verknappung von wirtschaftlichen Gütern verhindern b) Welche Organisation ist in Österreich für die militärische Landesverteidigung zuständig? Polizei Rettung Österreichisches Bundesheer c) Was ist ein wichtiger Bestandteil der zivilen Landesverteidigung in Österreich? militärische Ausbildung Katastrophenschutz, Warn- und Alarmdienst Arbeitsplätze sichern d) Was ist ein wichtiger Bestandteil der geistigen Landesverteidigung? Bewusstsein für demokratiegefährdende Entwicklungen schaffen Cyberangriffe abwehren Treibstoffversorgung sichern Formuliert eine eigene Definition, was eine „umfassende Landesverteidigung“ ist. Vergleicht eure Ergebnisse. 1. 2. 3. Verbesserungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Der jährliche Urlaubsanspruch stieg von zwei Wochen im Jahr 1965 auf mindestens fünf Wochen seit 1986. Seit 1990 können Frauen und Männer nach der Geburt eines Kindes Karenzzeiten in Anspruch nehmen. Auch die Wochenarbeitszeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wurde schrittweise verkürzt. Die Verkürzung der Arbeitszeit – Wochenarbeitszeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Stunden 1820 50 75 82 68 65 60 57 42 50 48 45 42 40 38,5 20 32 41 50 60 70 82 90 1900 1900: Gewerkschaften erreichen 10-Stunden-Tag 1920: 8-Stunden-Tag gesetzlich eingeführt ab 1950: Übergang zur 5-Tage-Woche Weltwirtschaftskrise 40-Stunden-Woche 38,5-Stunden-Woche Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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