Bausteine Geschichte 4, Arbeitsheft

33 DIE ZWEITE REPUBLIK zu Bausteine 4: Seiten 68–69 Erinnerungspolitik Kurt Waldheim Kurt Waldheim war ein österreichischer Diplomat und parteiloser Politiker. Von 1968 bis 1970 war er österreichischer Außenminister, von 1972 bis 1981 Generalsekretär der Vereinten Nationen. Seine Nominierung für die Wahl des Bundespräsidenten durch die ÖVP führte zu Fragen von Journalistinnen und Journalisten über seine Zeit bei der deutschen Wehrmacht. Diese beantwortete er kaum. Seine freiwillige Mitgliedschaft bei der SA bestritt er anfangs. International erregte die „Waldheim-Affäre“ großes Aufsehen. Die USA setzen ihn im April 1986 auf die „Watchlist“ für unerwünschte Personen. Deshalb konnte er nicht mehr in die USA reisen. Im Juni 1986 wurde er österreichischer Bundespräsident. Kein westlicher Staat lud ihn mehr ein. Dass er ziemlich sicher sowohl von schweren Kriegsverbrechen als auch von Deportationen wusste, war 1988 für eine unabhängige Kommission bereits erwiesen. „Waldheim-Pferd“ (Skulptur: Pferd nach einer Skizze von Alfred Hrdlicka, Kappe nach einer Zeichnung von Manfred Deix, Foto, Haus der Geschichte, Wien, 2018; Standort 2024: Wien Museum) Quelle: Zitat Fred Sinowatz (Bundeskanzler der SPÖ, ORF Mittagsjournal, 11. März 1986) Waldheim leugnete beharrlich, bei einer SA-Reiterstandarte gewesen zu sein. Er sei nur ab und zu mitgeritten. Sinowatz hoffte, durch Angriffe auf Waldheim den SPÖ-Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl voranzubringen. „Wir nehmen zur Kenntnis, dass Waldheim nicht bei der SA war, sondern nur sein Pferd bei der SA gewesen ist.“ Nimm Stellung zu: – der Darstellung des Pferdes mit SA-Kappe. – dem Zitat von Fred Sinowatz. – dem Ergebnis der Bundespräsidentenwahl 1986. 1. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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