41 1945 BIS HEUTE zu Bausteine 4: Seiten 82–83 Friedlich oder gewaltsam … Interpretiere: Was könnte Gandhis Haltung beim Verhandlungspartner ausgelöst haben? Wie könnte dieser darauf reagiert haben? 1. Gewaltfreier Widerstand Mahatma Gandhi (Gemälde im Sabarmati-Ashram, Wohnhaus von Gandhi von 1918–1930) Laut Gandhi ist für den gewaltfreien Widerstand eine Grundhaltung nötig, die er „Satyagraha“ (= beharrlich an der Wahrheit festhalten) nennt. Die eigene Gewaltlosigkeit und die Bereitschaft, Schmerz, Leid, Haftstrafen oder sogar den Tod auf sich zu nehmen, sollen beim Gegner dessen Vernunft und dessen Gewissen ansprechen. Die Gewaltspirale (Gewalt erzeugt immer Gegengewalt) soll so unterbrochen werden. Der Gegner soll zum Verbündeten und Freund werden. Gandhi sah „Satyagraha“ als eine Waffe der geistig Stärksten. Verschiedene Methoden sollen zum Ziel führen: • Schriftliche Petitionen (= Anträge) und mündliche Verhandlungen mit Ankündigung: „Wenn Sie uns unsere Forderung nicht zugestehen, sollten wir nicht länger Ihre Petitionssteller bleiben. Sie können uns nur so lange regieren, als wir die Regierten bleiben; wir sollten dann nicht länger irgendwelche Abmachungen mit Ihnen haben oder halten.“ • Nichtzusammenarbeit • Fasten • „Ziviler Ungehorsam“ (Nichtzahlen von Steuern, Nichthalten an ungerechte Gesetze …) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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