31 DIE ZWEITE REPUBLIK zu Bausteine 4: Seiten 64–65 Ungleichheit in der Gesellschaft Die Folgen langer Arbeitslosigkeit – die Arbeitslosen von Marienthal In Marienthal in der Nähe von Wien schlossen als Folge der Weltwirtschaftskrise zwischen 1929 und 1931 alle Textilfabriken. In der ganzen Arbeitersiedlung herrschte Arbeitslosigkeit. Zum ersten Mal untersuchte eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, welche Folgen das für die Betroffenen hatte. Fasse in eigenen Worten zusammen, wie sich lange Arbeitslosigkeit auf das Verhalten der Menschen auswirken kann. 1. Wie Menschen auf lange Arbeitslosigkeit reagieren (Marie Jahoda et al.: Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Vergleich, Edition Suhrkamp. S. 70 f.) • Die Resignierten „[…] Das gleichmütig erwartungslose Dahinleben, die Einstellung: Man kann ja doch nichts gegen die Arbeitslosigkeit machen, […] Verzicht auf eine Zukunft, die nicht einmal mehr in der Phantasie als Plan eine Rolle spielt […]“ • Die Ungebrochenen „Aufrechterhalten des Haushaltes, Pflege der Kinder, Pläne und Hoffnungen für die Zukunft […]“ • Die Verzweifelten „[…] Diese Menschen sind völlig verzweifelt, […] Haushalt noch in Ordnung […] Hoffnungslosigkeit, […] keine Arbeitssuche mehr.“ • Die Apathischen „[…] lässt man den Dingen ihren Lauf, ohne den Versuch zu machen, etwas vor dem Verfall zu retten. […] tatenloses Zusehen. Wohnung und Kinder sind unsauber und ungepflegt, […]“ Ehemalige Textilfabrik Marienthal (Gemeinde Gramatneusiedl, Foto, Clemens Fabry, 2021) Bewerte das Verhalten der Menschen in den vier Gruppen und erkläre, für welche Gruppe du das meiste Verständnis hast. 2. Lexikon apathisch teilnahmslos, abgestumpft resignieren verzichten, aufgeben (nach Misserfolgen) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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